Die Footballer von Stuttgart Surge stehen an diesem Samstag im Halbfinale der European League of Football (ELF). Gelingt der letzte Schritt ins Endspiel, wartet eine große Kulisse auf das Team. Der Coach mahnt vor dem Duell mit den Vienna Vikings.
Im Grunde könnten sich Spieler und Trainer ja entspannt zurücklehnen und den Rest der Saison nur noch genießen. Denn: Für ein Team, das in der vergangenen Saison noch jedes Spiel verloren hat, ist durch den Einzug ins Halbfinale der European League of Football (ELF) das Jahresziel schon längst erfüllt. Dass es bei Stuttgart Surge so weit nicht kommen wird, dafür sorgt allerdings schon allein Jordan Neuman.
„Wir dürfen nicht zufrieden sein“, sagt der Cheftrainer der Stuttgarter vor dem Halbfinale an diesem Samstag (14.15 Uhr) bei den Vienna Vikings in Wien – und misst der Partie in der österreichischen Hauptstadt enorme Bedeutung bei. Kein Wunder, schließlich gilt es im Sport dann zuzupacken, wenn sich große Möglichkeiten bieten.
Um 8 Uhr am Freitagmorgen beginnt die Auswärtsfahrt für die Stuttgarter, am frühen Abend wollen sie in Wien angekommen sein. Dann steigt die Spannung – und der Coach wird seinen Spielern nach und nach die letzten Details für die Partie mit auf den Weg geben. Und kann dabei auch ein bisschen von seiner eigenen Vita profitieren. Von 2011 bis 2013 arbeitete Jordan Neuman als Offensive Coordinator für die Vikings – und unter jenem Mann, der auch heute noch Headcoach der Österreicher ist: Chris Calaycay.
„Ich weiß nicht, ob es ein Vorteil ist, dass ich Chris so gut kenne“, sagt Neuman, der regelmäßig mit dem früheren Kollegen in Kontakt steht, „aber ich kann meinen Spielern auf jeden Fall sagen, wie es ist, in Wien zu spielen.“ Der Coach weiß: „Es wird ein hartes Match.“
Die Vienna Vikings sind noch ungeschlagen
Die Vikings sind Titelverteidiger und ohne Niederlage durch die reguläre Saison gekommen und haben das Halbfinale direkt erreicht. Die Surge musste am vergangenen Sonntag dagegen erst noch die Panthers Wroclaw niederringen (37:14). „Die Wiener haben ein komplettes Team“, lobt Neuman den Gegner, „es gibt nicht den einen Star, sondern sehr viele Spieler auf einem hohen Level.“
Im zweiten ELF-Halbfinale stehen sich am Sonntag (14.15 Uhr) in einem rein deutschen Duell Rhein Fire und Frankfurt Galaxy gegenüber. Die Sieger der Semifinals stehen sich dann am 24. September im Endspiel in Duisburg gegenüber – und dürfen sich schon jetzt auf eine große Kulisse freuen. Das Stadion des Fußball-Drittligisten (Fassungsvermögen 31 500 Zuschauer) ist schon jetzt beinahe ausverkauft.
Für Stuttgart Surge also ein Grund mehr, noch lange nicht zufrieden zu sein.