Was bedeutet 5G für den Menschen: einen Fortschritt in der Kommunikation – oder eher gesundheitliche Risiken? Foto: Roessler

Mobilfunk: Verkehrsminister Scheuer macht Tempo – Ärzte drücken aufs Bremspedal.

Stuttgart/Freudenstadt - Während sogar in afrikanischen Ländern schnelles Internet Standard ist, hinkt Exportweltmeister Deutschland seit Jahren hinterher. Gleich mehrere Projekte sollen Abhilfe schaffen – doch es gibt auch Widerstand.

Die Kampfansage kommt im Doppelpack: Der eine, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), sagt den Funklöchern in Deutschland den Kampf an. Den anderen, einer Ärzte-Initiative aus dem Land, geht es um das Ausbremsen einer ihrer Meinung nach "gesundheitsgefährdenden Technologie" und damit um 5G. Sie sind mit ihren Bedenken nicht allein. Die belgische Regierung hat das 5G-Projekt gestoppt – und auch in der Schweiz gibt es Vorbehalte gegen die fünfte Generation des Mobilfunknetzes.

Das Landeswirtschaftsministerium fördert indes den Aufbau eines Transferzentrums 5G für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit rund fünf Millionen Euro. Auch in Freudenstadt am Campus Schwarzwald wird eines der regionalen Testfelder eingerichtet. Dort sollen neben allgemeinen Potenzialen des 5G-Standards auf Fabrik- und Integrationsebene insbesondere ­5G-Anwendungen im Produktlebenszyklus des Sondermaschinenbaus untersucht und eine Anforderungsanalyse für den ländlichen Raum vorgenommen werden.

Die Versteigerung der ­5G-Mobilfunkfrequenzen in Deutschland zieht sich unterdessen weiter in die Länge. Am Mittwochmorgen summierten sich laut Bundesnetzagentur die Höchstgebote auf 5,372 Milliarden Euro nach 225 Runden – so viele Bieterrunden gab es noch nie in Deutschland. Der bisherige Höchstwert aus 2010 lag bei 224 Runden. Damals kamen aber nur 4,385 Milliarden Euro in die Staatskasse.