Die Aussichtskanzel bei der „Krone“ wird auch etwas vergrößert. Eigentlich hatte der Haigerlocher Gemeinderat das mit einem Beschluss abgelehnt. Aber das Landratsamt hat darauf hingewiesen, dass die daraus resultierenden Änderungen der Ausführungsplanung die eingesparten Baukosten um 6000 Euro übersteigen. Foto: Kost/Thomas Kost

Die Gruoler Straße in der Oberstadt ist bereits eine größere Baustelle, die nächste lässt aber nicht mehr lange auf sich warten. Sie wird Ende März gegenüber dem Gasthaus „Krone“ eingerichtet.

Wenn jemand auf der K 7177 – das ist die offizielle Bezeichnung der Straße – an der „Krone“ vorbeifährt, wird er kaum bemerken, dass er (oder sie) eigentlich über ein Brückenbauwerk fährt. Dieses liegt wiederum auf einer Stützmauer auf.

 

Und an der nagt der Zahn der Zeit ziemlich heftig. Das wurde schon im Oktober 2015 bei der alle sechs Jahre stattfindenden routinemäßigen Hauptprüfung des Bauwerks festgestellt. Die Stützmauer unter der Oberstadtstraße bekam damals eine Bewertung von 3,0 (nicht ausreichender Bauwerkszustand).

Die schlechte Note rührt daher, weil die Stützwand aus Natursteinen erhebliche Schäden aufweist. Die Sandsteine sind verwittert beziehungsweise ausgebrochen. Die tragenden Betonteile (Querschotten) weisen in der obersten Schicht eine schlechte Betonqualität auf. Die Bewehrung liegt teilweise frei. Das Geländer (Absturzsicherung zur Eyach) ist stellenweise stark angerostet und nach heutigen Normen mit 90 Zentimeter zu niedrig.

Aufgrund dieser Ergebnisse hatte das Landratsamt – in dessen Zuständigkeit fällt die K 7177 – die Stützmauer 2019 und 2021 von Fachleuten der Straßenbauverwaltung untersuchen lassen, um konkrete Aufschlüsse über die notwendigen Sanierungsmaßnahmen zu gewinnen und mit der Stadtverwaltung ein Sanierungskonzept abzustimmen.

Das Landratsamt hat inzwischen die Bauarbeiten zur Ertüchtigung der Stützwand in zwei Lose aufgeteilt ausgeschrieben. Das günstigste Gesamtangebot hat die Balinger Baufirma Storz mit rund 918 000 Euro abgegeben.

Zwar wird der Großteil dieser Summe vom Landkreis getragen, aber auch die Stadt Haigerloch ist mit einem Kostenanteil von fast 463 300 Euro mit im Boot.

Beim Los 1 – es geht um die 110 Meter vom Gebäude Oberstadtstraße 48 bis zur St. Annakirche – muss die Stadt rund 171400 Euro Eigenanteil für die Wiederherstellung des 2,60 Meter breiten Gehwegs tragen.

Teurer wird’s bei Los 2: Dort, wo die Kreisstraße in den gepflasterten Bereich der Oberstadtstraße einmündet – im Bereich der Parkplätze gegenüber dem Gasthaus „Römer“ – muss die Mauer auf eine Länge von 20 Meter ebenfalls gerichtet werden. Die Kosten dafür gehen zu 100 Prozent auf die Kappe der Stadt, das sind knapp 291 900 Euro.

Der Gemeinderat stimmte der Finanzierung der für die Stadt entstehenden Kosten zu. On top kommen noch 20 000 Euro (Verwaltungskostenanteil für die ingenieurtechnische Betreuung der Baumaßnahme durch den Zollernalbkreise und Kosten für unvorhergesehene Aufwendungen).

Während der Bauzeit, die laut Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck neun Monate betragen dürfte, ist im Bereich des Bauabschnitts bei der „Krone“ eine halbseitige Sperrung mit Ampelregelung erforderlich. Der Fußgängerverkehr wird auf die gegenüberliegende Straßenseite verlegt. Somit sind auch die bisherigen Quer-Parkplätze dort nicht nutzbar und die sommerliche Außengastronomie der „Krone“, allenfalls, in dem diese schmal gehalten und in die Länge gezogen wird.