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Strategie von Russland Syrien ist für Moskau nur ein Etappenziel

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Wladimir Putin hat große Pläne im Mittelmeer. Foto: dpa

Moskau - Es sei nicht Sache Moskaus, dem State Department in Washington Ratschläge zu erteilen. In diesem Falle, so Igor Konnaschenkow, der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, empfehle er den US-Diplomaten jedoch dringend „die Logik ihrer Auslassungen zu überprüfen“.

Gemeint waren die Äußerungen zur Stationierung russischer Überschallbomber auf der Luftwaffenbasis im iranischen Hamadan. Washington hatte das als „unglücklich und bedauernswert“ gerügt. Wohl auch, weil die USA bis zur Islamischen Revolution 1979 die Nutzungsrechte für den Stützpunkt hatten. In der Nacht zu Dienstag trafen dort die ersten russischen Überschall-Langstreckenbomber ein. Sie sollen die ständig in Syrien stationierten Einheiten der Luftwaffe unterstützen und haben laut russischem Verteidigungsministerium bereits die ersten Angriffe gegen Stellungen des „Islamischen Staats“ (IS)   und der Nusra-Front im Raum Aleppo geflogen.

Flügelraketen über dem Iran

Moskau hat den Iran und den Irak zudem um Genehmigung für den Überflug von Flügelraketen gebeten. Dem Wunsch wurde entsprochen, wie die regierungsnahe Moskauer Nachrichtenagentur Interfax meldet. Zeitgleich liefen im Südwestteil des Kaspischen Meers, das zum Iran gehört, und im östlichen Mittelmeer Manöver der russischen Seekriegsflotte an, die zu den größten der jüngeren Geschichte gehören. Es stehen dabei Schießübungen unter „maximal realen Kämpfen angepassten Bedingungen“ auf dem Programm. Zum Einsatz kommen modernste kleine, aber wendige Raketenschiffe. Geübt wird auch das Betanken sowie das Laden und Löschen von Technik auf hoher See.

An der Übung nehmen auch die Kampfschiffe teil, die Moskau seit 2015 ständig im östlichen Mittelmeer stationiert hat. Im Herbst sollen sie durch einen superschweren Flugzeugträger verstärkt werden, der derzeit generalüberholt wird. Kritische Beobachter sprechen von einer Demonstration der Stärke, die vor allem Propagandawert habe. Moskau wolle von anderen Seemächten als mindestens ebenbürtig wahrgenommen werden.

Unterschiedliche Einschätzungen

Mit der Nutzung der iranischen Luftwaffenbasis bei gleichzeitiger geballter Marinepräsenz im Kaspischen wie im östlichen Mittelmeer würden Moskaus Chancen für einen Vernichtungsschlag gegen den IS erheblich steigen, glaubt der Vorsitzende des Duma-Verteidigungsausschusses, Wladimir Komojedow. Russland sollte die Gelegenheit nutzen, um die strategische Initiative in Syrien definitiv an sich zu reißen.

Das Problem: Zwischen Moskau und Washington gibt es massive Differenzen, welche der Gruppen, die derzeit in die Kämpfe um Aleppo verwickelt sind, als extremistisch einzustufen sind. So steht die Nusra-Front in Russland auf der Liste der Terror-Organisationen. In den USA wird sie der gemäßigten Opposition zugeschlagen. Washington, schreibt die Nesawissimaja Gaseta, habe Moskau daher um Zurückhaltung bei Angriffen ersucht.

Für Russland, glauben kritische Beobachter, sei der Beitrag für die Syrien-Operation ohnehin nur ein Etappenziel. Mittelfristig gehe es darum, ein Gegengewicht zur sechsten US-Flotte aufzubauen, die das östliche Mittelmeer beherrscht. Langfristig sei das auch im Persischen Golf geplant, den derzeit die fünfte US-Flotte dominiert. Darüber habe Kremlchef Wladimir Putin in Baku Anfang August während des Dreiergipfels mit Aserbaidschan mit Irans Präsident Hassan Rohani gesprochen.

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