Für das erste Pandemie-Jahr ermittelte das Unternehmen Isuf einen insgesamt sinkenden Energie- und Wärmebedarf für die städtische Liegenschaften, die Zahlen müssen relativiert werden. Foto: vegefox.com/jittawit.21/Mediaparts – stock.adobe.com / Montage: Druve

"Wir sind auch in Bad Dürrheim ein ganzes Stück weg von der Klimaneutralität", erklärt Roland Engel, der den Energiebericht 2020 vorstellte. Klar wurde aber, dass man bei der Gemeinde schon einiges an Aufgaben erledigt hat und doch eher auf einem guten Weg ist.

Bad Dürrheim - Seit etlichen Jahren weisen die Liegenschaften der Stadt insgesamt einen sinkenden Energieverbrauch ab. Allerdings, so wird in dem Papier eingeschränkt, seien die Zahlen aus dem Pandemiejahr 2020 nicht mit denen anderer Jahre vergleichbar.

Aussage zu relativieren

Die Aussage "Im Jahr 2020 zeigt der Strom- und Wasserverbrauch aller Gebäude den historischen niedrigsten Wert seit 2007" muss somit relativiert gesehen werden. Im einzelnen weist der Energiebericht für 33 erfasste Liegenschaften der Stadt einen Verbrauch von 474 577 Kilowattstunden (kWh) aus (-14 Prozent). Der Wärmeverbrauch beträgt witterungsbereinigt 3 728 392 kWh (-1 Prozent) und beim Wasserverbrauch sind 4934 Kubikmeter angegeben (-23 Prozent). Allerdings gibt es ein großes Sorgenkind: die Straßenbeleuchtung. Für diesen Bereich sind im Energiebericht 476 760 kWh ausgewiesen, was ein Anstieg bedeutet und einen höhere Stromverbrauch als für alle erfassten Liegenschaften.

Ist-Bestand ermitteln

Momentan ist man an der Ausschreibung, damit die Straßenleuchten erfasst und der Austausch systematisch angegangen werden kann. Im Fokus ist das veraltete Modell der "Weißenbergerleuchte", die mit Neonröhren betrieben werden. In Neubaugebieten hat man dann zusätzlich noch mehrere andere Modell eingesetzt. Auch das soll langfristig verringert werden.

Was bringt der Energiebericht, der seit dem Jahr 2007 erstellt wird? Neben der Übersicht über den Verbrauch ist es eine Übersicht zu den Kosten und zeigt Schwachstellen, in dem Fall Energiefresser, auf. Gezielt können somit Investitionen und Maßnahmen durchgeführt werden und auf ihre Effizienz überprüft werden.

Die Kurstadt macht dies seit mehreren Jahren freiwillig und legte eine gute Wegstrecke zurück. Das könnte ihr nun zugute kommen, denn die Grün-Schwarze Landesregierung verabschiedete im Oktober 2020 das Klimaschutzgesetz (KSG). Darin sind laut Isuf Maßnahmen vorgeschrieben, wie eine verbindliche Wärmebedarfsplanung und die Einführung eines kommunalen Energiemanagements vorgeschrieben – letzteres hat Bad Dürrheim, die Wärmebedarfsplanung dürfte vermutlich auch nicht das große Problem werden.

Zum 30. Juni eines jeden Jahres müssen künftig die Energieverbräuche der kommunalen Liegenschaften in eine Datenbank des Landes eingepflegt werden.

Empfehlung der Isuf

Insgesamt steht den Kommunen – auch Bad Dürrheim – eine Herkulesaufgabe bevor. Im Zuge des KSG sollen neue Ölheizungen ab 2026 nur noch unter bestimmten Bedingungen betrieben werden und Gasheizungen ab 2050 überhaupt nicht mehr.

Die Isuf empfiehlt der Stadt eine Neubewertung der baulichen und technischen Erfordernisse der Gebäude mit Bezug auf die Klimaschutzbemühung in der Kurstadt Bad Dürrheim.

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