Nora Gauggel referierte im Gemeinderat. Foto: Schwarzwälder Bote

Kindergarten Schmeienzwerge: Bedarf an Ganztagesbetreuung steigt / Weitere 2,44 Stellen kommen dazu

Die Gemeinde Straßberg investiert weiter in ihren Kindergarten. Zum Kindergartenjahr 2021/2022 werden weitere zehn Ganztagesplätze geschaffen. Dafür ist zusätzliches Personal notwendig.

Straßberg. Im Kindergarten "Schmeienzwerge" verfügt die Gemeinde über eine Betriebserlaubnis des Kommunalverbandes Jugend und Soziales zur Betreuung von 117 Kindern in sechs Gruppen. In vier altersgemischten Gruppen werden Kinder über drei Jahre betreut, teilweise mit verlängerten Öffnungszeiten. In zwei Krippengruppen werden bis zu 20 Kinder unter drei Jahren betreut; derzeit nehmen 17 Kleinkinder dieses Angebot in Anspruch.

"Die Gesamtzahl von 117 Plätzen muss voraussichtlich bis Ende des Kindergartenjahres 2023/2024 bestehen bleiben, um den Kindern in Straßberg einen Platz zu sichern", sagte Bürgermeister Markus Zeiser in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Er wurde nicht müde zu betonen, dass der Kindergarten der Gemeinde sehr wichtig ist.

Derzeit fragten Eltern verstärkt Ganztagesbetreuung nach: "Wir haben dafür zehn Plätze, aber der Bedarf geht Richtung 20 Plätze", so der Rathauschef, ehe Kindergartenleiterin Nora Gauggel die aktuelle Situation erläuterte.

Die Verwaltung sieht die Notwendigkeit, zum Kindergartenjahr 2021/2022 weitere zehn Ganztagesplätze zu schaffen. Das zieht allerdings eine Neuberechnung des Mindestpersonalstellenschlüssels nach sich. Demnach wären zusätzliche 2,44 Stellen nötig.

Gemeinderat Helmut Hartmann tat sich schwer, weiteren 2,44 Stellen zuzustimmen, zumal die Personalkosten aktuell bei rund 125 000 Euro liegen. Für die Leitungsfreistellung erhalte die Gemeinde voraussichtlich 26 000 Euro, zudem wird mit einem erhöhten Zuschuss aus dem Finanzausgleich in Höhe von 20 000 Euro gerechnet.

Gerhard Teufel plädierte dafür, die Plätze aus Kostengründen nicht zu schaffen und bei Bedarf kurzfristig zu reagieren. Kämmererin Jutta Seßler hielt dem entgegen, dass der Vorlauf für weiteres Personal bei mindestens drei Monaten liege.

Nora Gauggel berichtete, ihr seien bereits sechs Eltern bekannt, die künftig Ganztagesplätze für die Kinderbetreuung brauchten. "Wir haben einen sehr guten Kindergarten, Frauen müssen immer mehr und länger arbeiten, daher kommen die Kinder länger in den Kindergarten", sagte Gemeinderat Tobias Gut und meinte: "Diese zehn Plätze müssen wir in Kauf nehmen". Michael Wochner erklärte, dass in dieser Grundsatzdiskussion der Gemeinderat festlegen müsse, "wohin wir wollen". Er sehe eine riesige Welle steigender Kinderzahlen auf die Gemeinde zukommen, dann richte sich der Personalschlüssel eben nach der Kinderzahl. "Unser Kindergarten hat doch ob seiner guten und breiten Angebote ein Alleinstellungsmerkmal, die Mütter sind darauf angewiesen." Zudem machten weitere Ganztagesplätze die Gemeinde attraktiver.

Die zehn weiteren Ganztagesplätze könnten durch die Umwandlung einer Regelöffnungsgruppe und mehr Anpassung an den Straßberger Familienbedarf geschaffen werden, erklärte Nora Gauggel. Am Ende stimmte der Gemeinderat bei einer Enthaltung der Fortschreibung der örtlichen Bedarfsplanung für den Kindergarten mit Schaffung von zehn weiteren Ganztagesplätzen zu. Einstimmig war das Votum des Gemeinderates, dass für das Kindergartenjahr 2022/2023 die Stelle eines Ausbildungspraktikums an den Schulen in Albstadt, Sigmaringen, Rottweil und Reutlingen ausgeschrieben wird.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: