Ein solches Hundeklo wird in Schwenningen dringend gebraucht. Foto: © Luckyboost- stock.adobe.com

Mit ihrer Praxis für Hundephysiotherapie in Schwenningen ist Simone Kikstein die Anläuferin für Hunde-Probleme aller Art. Doch das geht an mancher Stelle zu weit, vor allem wenn Leute mit Säckchen voller Hundekot vor ihrer Tür stehen.

Simone Kikstein ist Hundephysiotherapeutin in Schwenningen. Was sich nach einem tollen Beruf anhört, hat jedoch auch seine Schattenseiten.

 

Diese bekommt Simone Kikstein quasi am eigenen Leibe zu spüren: Etliche Spaziergänger, die hinter ihrer Praxis durch die Natur spazieren, wissen nicht wohin mit den Ausscheidungen ihrer vierbeinigen Lieblinge – und klingeln prompt bei der Physiotherapeutin und drücken ihr den vollen Plastikbeutel mit Hundekot in die Hand.

Als sie das erzählt, kann man das Schmunzeln aus ihrer Stimme kaum überhören: „Ich finde es ja gut, wenn Hundebesitzer ihren Müll mitnehmen oder zu mir in die Praxis kommen. Als Souvenir bekomme ich dann halt die Kack-Tüte“, sagt sie.

Wofür wird Hundesteuer gezahlt?

Und trotzdem regt Kikstein sich, wie viele andere Hundehalter in der Doppelstadt auch, über die Verwendung der Hundesteuer auf. Zu diesem Thema wurde sogar eine Petition gestartet, auch in dieser ärgert sich die Initiatorin über mangelnde „Dog-Stations“ (Hunde-Klos) in der Doppelstadt. „Wieso zahlen wir diese, die sogar erhöht wurde, wenn die Gelder nicht in sinnvolle Sachen wie mehr Hunde-Toiletten investiert werden?“, fragt sie sich.

Doch die Stadt schiebt diesem Denken sehr schnell einen Riegel vor: „Die Definition, dass Steuern grundsätzlich eine Geldleistung ohne Anspruch auf eine individuelle Gegenleistung sind, steht so in § 3 Abs. 1 Abgabenordnung“, schreibt Stadtsprecherin Oxana Zapf auf Anfrage des Schwarzwälder Boten und weiter: „[...] eine Steuer wird zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs genutzt.“

10 000 Euro für Dog-Stations

Außerdem gebe es in der Doppelstadt gar nicht zu wenig Dog-Stations, denn diese werden stetig ausgebaut: „2019 waren es 79 Dog-Stations, 2021 waren es schon 103. Im April letzten Jahres haben wir 20 Tütenspender für 3300 € und im Dezember zwölf Dog-Stationen für 5700 € gekauft.“ Eine teure Sache für die Stadt: Für die beiden Kernstädte werden laut Angaben der Pressesprecherin jährlich etwa 10 000 Euro für die Entsorgung von Hundekot ausgegeben.

Ein solcher Hunde-Mülleimer gebe es mittlerweile in Kiksteins Nähe, das bestätigt auch die Stadt. Doch für die Hundephysiotherapeutin löst sich damit das Problem nur geringfügig: „Dieser eine Mülleimer ist einfach zu wenig für das, was hier von einem großen Einzugsgebiet produziert wird“, so Kikstein.

Vorschläge für weitere Mülleimer nimmt die Stadt entgegen

Die Stadt nehme jeden Vorschlag für neue Dog-Stations auf und überprüfe diesen, ermutigt Zapf. Ob sich der Standort dann für eine der Mülleimer eigne, sei allerdings eine andere Sache: „Direkt betroffene Anlieger (beispielsweise Landwirte oder Gewerbetreibende) werden gehört und sofern diese Einwände erheben, können Standortvorschläge manchmal nicht umgesetzt werden“, so die Stadtsprecherin.

Wer einen Standortvorschlag bei der Stadt einreichen möchte, kann das übrigens beim Grünflächen- und Tiefbauamt unter der 07720/82 26 01 tun. Damit sich niemand mehr mit derartigen „Souvenirs“ auseinandersetzen muss.