Alexander Merkle (von lins), Patrik Auer und Ilja Volz sind begeistert von der Astronomie. Foto: Barbara Szymanski

Ein Vortrag in der Brittheimer Sternwarte Zollernalb hat sich nicht nur mit dem größten Planeten des Sonnensystems befasst.

Hell und klar leuchtet der Jupiter über der Sternwarte Zollernalb in Brittheim. Auch die Milchstraße zeichnet sich am Nachhimmel ein wenig ab, das Wintersternbild Orion und der Sternhaufen, die Plejaden, ebenso. Rolf Bitzer, Vorsitzender des Fördervereins, lenkt die Blicke der vielen Besucher mit seiner starken Lampe auf diese Himmelskörper.

 

Wer jedoch den Jupiter, den größten Planeten unseres Sonnensystems, mit seinen zwei organgefarbenen Streifen näher betrachten will, hatte dazu Gelegenheit durch das moderne Spiegelteleskop des Observatoriums. Und zwar vor dem spannenden Vortrag im Observatorium mit überwältigend schönen Fotos, die Bitzer seinen interessierten Gästen via Multimediaschau bot.

Wenig konkrete Sternen-Fakten in der Bibel

Ist dieser markant leuchtende Jupiter nun „Der Stern von Bethlehem“? Dieses Zeichen der Geburt von Christus ist zwar bis heute omnipräsent: auf Gemälden, Grafiken, bei adventlichen Straßendekorationen und als Spitze vieler Weihnachtsbäume. Doch die Sache sei viel komplexer, weiß der Experte.

Warum Caspar, Melchior und Balthasar, die drei Weisen oder Könige aus dem Morgenland, den weiten und beschwerlichen Wege von der Stadt Hamadan in Syrien auf sich nahmen, um den neugeborenen König in Bethlehem Gaben zu bringen und ihn anzubeten? „In der Bibel selbst gibt es zu dem Geschehen um die Geburt Christi vor über 2000 Jahren zu wenig konkrete Fakten“, sagt Bitzer. Daher hätten heutige Wissenschaftler versucht, dem Phänomen auf die Spur zu kommen.

Nova, Kometen, Meteore oder Sternschnuppen

Alle möglichen besonderen Konstellationen am Himmel könnten weiland in Betracht gekommen sein als Leitstern und Wegweiser: eine Sternenexplosion Kometen wie der sehr helle Hale-Bopp, Meteore oder Sternschnuppen. Doch die Forscher fanden keine Hinweise auf derlei Ereignisse um Christi Geburt. Lediglich standen laut Berechnungen Jupiter und andere hell leuchtende Planeten wie Saturn oder Mars so nah beieinander oder in Reihe, dass sie nach damaliger Lehre im sogenannten Morgenland auf die Geburt eines neuen Königs hinweisen könnten.

Riesige Alkoholwolken im interstellaren Raum

Auch 2023 würde sich am Himmel kein Weihnachtsstern zeigen, meinte Bitzer. Er überraschte die Besucher bei seinem Multimediavortrag mit großartigen Aufnahmen von Sternschnuppen vor Nordlichtern, hellen Kometen, besonderen Sternenkonstellationen.

Und dann die Geschichte mit Alkohol im Weltall – viel Alkohol. Nämlich organische Moleküle – Isopropanol -hätten Forscher im interstellaren Raum als riesige Wolken entdeckt. Wenn schon kein Weihnachtsstern leuchtet, was dürfen wir dann erwarten? Rolf Bitzer machte neugierig. Nicht nur auf Polarlichter selbst hier im Süden, weil sich eine gewaltige Explosion auf der Sonne ereignet hätte. Sondern auch auf die Perseiden, von denen Mitte August kommenden Jahren „ganz besonders viele zu sehen sind“.

Zudem werde eventuell im Oktober ein außergewöhnlich heller Komet zu beobachten sein. Immer was los am Himmel – nicht nur über der Sternwarte in Brittheim.