Über Fair Trade sprechen im Café Bohnenheld Eltern, Schüler und Lehrer von Gymnasium, Realschule und Robert-Gerwig-Schule. Foto: Hübner Foto: Schwarzwälder-Bote

Bildung: Lehrer, Schüler und Eltern machen sich stark für gerechten Handel

St. Georgen (hü). Erstmals trafen sich im Cafe Bohnenheld Lehrer, Schüler und Eltern von Thomas-Strittmatter-Gymnasium, Realschule und Robert-Gerwig-Schule, um über Fair Trade zu sprechen.

Fair Trade sei ein Versuch, Lebensbedingungen von Menschen in anderen Teilen der Welt zu verbessern, erklärte Michaela Conzelmann, Initiatorin des Treffens und Lehrerin am Gymnasium. Sie hoffe, dass ein Fair-Trade-Schulteam gegründet werde.

Seit Anfang diesen Schuljahres ist die Freie Schule Brigach Fair-Trade-Schule, sagte deren Leiter Andreas Knecht. Das gebe der Sache einen ganz anderen Stellenwert. Man merke, dass den Kids das Thema am Herzen liege. Er freute sich auf die Kooperation mit dem Schulteam, ebenso wie Nadja Seibert, bei der Stadt zuständig für Stadtmarketing und Mitglied der Fair Trade-Steuerungsgruppe.

Conzelmann berichtete vom Besuch eines Schulkongresses durch die am Gymnasium bestehende Fair Trade-AG. Sie hofft, dass sich das Schulnetzwerk als Fair-Trade-Schule bewirbt. Die Kriterien seien bewusst niedrig gehalten. Unter anderem müsse es ein Schulteam mit Eltern, Lehrern und Schülern und mindestens einmal jährlich eine Schulaktion geben. Das Thema müsse in mindestens zwei Fächern und Stufen aufgegriffen werden.

Wo Schüler sich mit Essen versorgen

Als Verkaufsideen nannten Schülerinnen Lakritze, selbst gebastelte Karten, Schulutensilien, Müsliriegel, Bananen, Getränkeautomaten oder eine Eistruhe. Ralf Heinrich, Leiter des Gymnasiums, schlug vor, Orte einzubeziehen, an denen Schüler sich mit Essen versorgen, beispielsweise das Kiosk im Hallenbad. Für die Mensa sei ein regelmäßiges Angebot von fair gehandeltem Essen zu überlegen. Fair Trade könne man an Schulen als eine Säule beim Thema Nachhaltigkeit einbauen. Das Gymnasium habe hier eine Kooperation mit Ebm-Papst. Die AG habe sich beim Sparkassen-Nachhaltigkeitswettbewerb beworben. Wichtig sei, sich beim neuen Bildungsplan Gedanken zu machen, wie man Fair Trade aufnehmen könne, erläuterte Jochen Fetzner, Lehrer am Gymnasium.

Weitere Ideen waren die Einbeziehung der Werkrealschüler oder der Schülerfirma an der Robert-Gerwig-Schule sowie die Umstellung von Schulkleidung auf Fair Trade. Auch Sportgeräte sollten berücksichtigt werden.

Angedacht wurde eine Ecke mit fair gehandeltem Spielzeug in Läden im Ort oder die Präsentation des Themas auf der Bühne beim Stadtfest, vielleicht auch in Form eines Theaters oder Gewinnspiels.

Eine Mutter wünschte sich eine kurze, prägnante Darstellung des Themas in Form eines Flyers. Man müsse es einfach darstellen, stimmte Andreas Knecht zu. Die Gruppe war sich einig, das Thema Fair-Trade-Schule vorantreiben zu wollen.

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