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Reinhold Glière-Wettbewerb: Gabriele König holt 25 Pianisten in Bergstadt / Klaviergenuss unter strengen Regeln

Nur knapp vor dem Beginn des neuen Lockdowns führte Klavierlehrerin Gabriele König das achte Mal den nach dem berühmten Komponisten Reinhold Glière benannten Klavierwettbewerb in der Jugendmusikschule durch.

St. Georgen. Teilnehmer aus ganz Deutschland reisten an, um sich mit den anderen Pianisten zu messen. Und internationale Teilnehmer aus neun verschiedenen Ländern sendeten ihre Aufnahme, um trotz allem gleichwertig an dem Wettstreit mitwirken zu können. Die Teilnehmer hatten sich seit Anfang des Jahres bereits fleißig auf ihren Auftritt vorbereitet und konnten jetzt noch zeigen, was sie an den Tasten drauf haben, berichtet Gabriele König.

"Ich möchte diese Tradition unbedingt weiterführen"

König selbst leitet schon seit 21 Jahren verschiedene Klavierwettbewerbe, darunter nun der achte Reinhold-Glière-Wettbewerb, der somit schon ihr 38. Contest ist, den sie ehrenamtlich organisiert. Dabei gab sie sich dem Coronavirus nicht geschlagen. "Ich möchte diese Tradition unbedingt weiterführen", betont sie. Die engagierte Klavierlehrerin schreibt bereits seit 2001 im zweijährigen Rhythmus den Wettstreit aus, den sie in der Bergstadt in eigener Initiative eingeführt hat. Schon viele Male brachte sie junge Künstler nach St. Georgen, dieses Mal konnte sie ganze 25 Pianisten für ihren Wettbewerb gewinnen.

Nur Eltern und die Jury dürfen präsent sein

Nicht nur Solo-, sondern auch Mehrspielerstücke wurden vorgespielt, und man schaffte es, trotz drohenden Lockdowns und strenger Regeln, dass alle Teilnehmer ihr virtuoses Spiel präsentieren konnten. Niemand hatte im Voraus absagen müssen, und der Ablauf des Wettbewerbs konnte so geplant werden, dass eine möglichst niedrige Ansteckungsgefahr bestand, erzählt König.

Vierhändig gespielte Stücke wurden an zwei Flügeln aufgeführt, wenn die Pianisten nicht aus der selben Familie kamen. Es wurden Masken getragen, Hände desinfiziert, genügend Abstand gehalten, und die Tastatur des Klaviers wurde regelmäßig gereinigt.

Zuschauen durften nur Eltern und die Jury, die das Spiel der Teilnehmer bewerten wird, um kein unnötiges Risiko einzugehen. "Ich habe die Leute persönlich gezählt", so König. "Am Samstag waren nur die Teilnehmer aus Baden-Württemberg angereist und am Sonntag alle anderen aus Deutschland kommenden Gäste." Alle internationalen Pianisten schicken ihr aufgenommenes Klavierstück als Video ein.

Die Gewinner konnten allerdings noch nicht gekürt werden. Die Auswertung wird noch einige Tage dauern, da die Jury die eingesendeten Aufnahmen noch bewerten muss, berichtet sie.

Bis jetzt ist König sehr zufrieden mit dem Ablauf der diesjährigen Ausschreibung. Obwohl alles nur in eingeschränkter Form möglich war, hatte sie sich doch viel Mühe gegeben, daraus etwas Besonderes zu machen.

"Ein wirklicher Trost" kurz vor dem neuerlichen Lockdown

"Der Wettbewerb ist wie die Krönung vor dem kommenden Lockdown", meint sie. "Es ist ein wirklicher Trost." Sie habe alles herbstlich mit Blumen und Blättern geschmückt und sich sehr darüber gefreut, wie sich auch die Kinder voller Begeisterung festlich mit Kleidern und Schmuck für den Auftritt hergerichtet hätten.

"Es ist ja noch nicht sicher, ob die Schulen nicht auch noch schließen", so König. "Wenn es dazu kommen sollte, haben die Kinder keine Möglichkeit mehr zu proben und an Auftritten teilzunehmen." Deshalb sei sie froh darüber, dass trotz des kurzfristigen Stress’ noch alles gut geklappt habe und dankbar für jegliche Unterstützung, die sie erhalten habe.

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