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St. Georgen 95 neue Thesen zum Jubiläum der Reformation

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Pastor Tobias Beißwenger geht gerne neue Wege wie etwa mit dem Café Bohnenheld. Als neueste Idee zum Reformationsjubiläum möchte er 95 neue Thesen sammeln. Foto: Vaas Foto: Schwarzwälder-Bote

St. Georgen. 95 Thesen waren der Beginn der Reformation. Doch was würde Martin Luther heute schreiben? 95 Frauen und Männer, Jugendliche und Kinder sucht Pastor Tobias Beißwenger, die etwas zu Gott, dem Glauben, zur Religion sagen möchten.

Beißwenger geht gerne neue Wege. Ein gutes Beispiel ist das Café Bohnenheld seiner evangelisch-methodistischen Kirchengemeinde in der Friedrichstraße. Es hat sich schnell zu einem beliebten Treff entwickelt. Beim Radfahren kam ihm nach eigener Aussage die Idee mit den neuen Thesen. Dabei gilt der Grundsatz: "Alles was nicht gegen Recht und Ordnung verstößt, wird veröffentlicht. Eine Zensur findet nicht statt."

Teilnahme-Blatt soll nach Sommerferien abgegeben werden

Die einzelnen Beiträge möchte Beißwenger in der Innenstadt aushängen. Es könnte zu einem Rundgang "von Tür zu Tür" führen. Die Aktion soll mit einer Vernissage am 17. Oktober beginnen und zwei Wochen dauern.

Im Juni wird ein Formblatt in DinA4 herausgegeben. Nach den Sommerferien sollte dieses abgegeben werden. Ansprechen möchte der Pastor auch Leute, die nicht zu den regelmäßigen Kirchgängern gehören. Gerade dies findet er besonders spannend. Angesprochen sind auch alle Altersgruppen.

Im Vordergrund steht, möglichst viele Meinungen zu erhalten. Die Konfession spielt keine Rolle.

1517 verfasste Luther die 95 Thesen. Die 95 Thesen waren 95 Stichpunkte, mit denen Luther unter anderem den Ablasshandel kritisierte. Diese schickte er am 31. Oktober 1517 dem zuständigen Bischof, außerdem an eine Reihe von Freunden, um deren Meinung zu hören.

Am selben Tag soll er sie an das Tor der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen haben. Das war der Anfang der Reformation. Die lateinisch geschriebenen Thesen wurden in die deutsche Sprache übersetzt, verbreiteten sich in ganz Deutschland, und dank des Buchdruckes geschah dies wie ein Lauffeuer. Er deutete mit ihnen auf die vielen Missstände in der Kirche hin und viele seiner Anhänger stimmten ihm zu.

Diese Erbitterung, aber auch die tiefe Frömmigkeit und ernste Sorge vieler Menschen um ihr ewiges Heil, ließen die Botschaft Luthers auf fruchtbaren Boden fallen.

Am 10. Dezember 1520 brach Martin Luther endgültig mit der Kirche und verbrannte öffentlich die Bannandrohungsbulle des Papstes Leo X vor dem Elstertor in Wittenberg.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort St. Georgen

Nadine Klossek

Fax: 07724 94818-15

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