Das Vereinsheim des FC Grüningen am Montagmittag. Foto: Wiedemann

Diese „Wiederholung“ sorgt für Diskussionen! Erneut wurde eine Kreisliga-Partie zwischen dem FC Grüningen und dem SV Überauchen abgebrochen. Schiedsrichter Andy Prußeit zog kurz vor Schluss die Reißleine, als der Coach der Gäste auf dem Platz mit ihm eine „Diskussion“ über die zweite Ampelkarte beginnen wollte.

„Das hat auf einem Sportplatz gar nichts zu suchen“, schüttelt Jens Fien auch am Montagvormittag nach den Vorkommnissen beim Spiel des FC Grüningen gegen den SV Überauchen (Kreisliga B1) immer noch den Kopf.

 

FC Grüningen

Beim Stand von 2:2 hatte Schiedsrichter Andy Prußeit zwei SVÜ-Spieler in der Schlussphase mit Ampelkarten (80., 87.) zum frühzeitigen Duschen geschickt. „Nach dem zweiten Platzverweis ist der Trainer aus Überauchen aufs Feld gelaufen“, blickt der Spielausschuss der Grüninger zurück.

Auch einige Fans der Gäste hätten die Zuschauerränge verlassen und die Tabuzone für Nichtaktive betreten. „Dann hat der Schiedsrichter die Partie sofort abgebrochen“, war Fien zumindest froh, dass es auch aufgrund der FCG-Ordner danach ruhig blieb.

Der Schiedsrichter

Schiedsrichter Andy Prußeit spricht von einer bis dahin zwar „ruppigen“ Partie. „Doch es wäre kein Problem gewesen, die Partie zu Ende zu führen, wenn mich nicht dieser Überauchener Trainer verbal angegriffen hätte. So blieb mir keine andere Wahl, als das Spiel abzubrechen.“

Das Kuriose dabei ist, dass es nicht der offizielle Trainer des SV Überauchen war, sondern der seit Herbst – und nur noch bis zum 23. März – gesperrte Coach, der das Spiel zunächst hinter der Absperrung verfolgt hatte.

Der Sportplatz des FC Grüningen. Dort wurde das Spiel am Sonntag gegen den SV Überauchen abgebrochen. Foto: Wiedemann

Der offizielle Trainer des SV Überauchen an diesem Tag, Ionnut Lupu, hat sich bei dem Vorfall nichts zu schulden kommen lassen.

Als offizieller Beobachter des Verbands war der Bezirksvorsitzende Guido Seelig (Bonndorf) am Sonntag vor Ort in Grüningen. Seit Herbst wird übrigens jedes Spiel der Überauchener – aufgrund der Vorkommnisse in der Vergangenheit – mit einer Platzaufsicht eines Verbands-Funktionärs belegt.

Mögliches Urteil

Und erwartet der Grüninger Spielausschuss Jens Fien, dass der Tabellendritte der Kreisliga B Staffel nun die Punkte am „grünen Tisch“ erhalten wird? „Das ist eine Entscheidung des Verbandes“, hofft er einfach, dass so etwas nicht mehr vorkommen wird.

27. November 2022

Auch deshalb, weil es Vorgeschichten gibt. Schon einmal wurde eine Partie zwischen diesen beiden Teams vorzeitig abgebrochen. Am 27. November 2022 hatte Schiedsrichter Mark Zimmermann (Villingen) kurz vor der Pause das Spiel vorzeitig beendet. Zunächst soll der Überauchener Keeper dem Referee nach einem Platzverweis beim Verlassen des Spielfeldes damit gedroht haben, nach dem Spiel auf ihn vor der Kabine zu warten.

Wenig später soll ein weitere SVÜ-Akteur den Unparteiischen leicht gerempelt und verbal bedroht haben. Es erfolgte der Spielabbruch. Auf dem Weg zur Kabine sei der Schiedsrichter noch mehrfach beleidigt worden.

Mai 2023

Ein zweiter Zwischenfall mit Beteiligung des SV Überauchen lief im Mai 2023 nach dem verlorenen Heimspiel der Brigachtäler gegen die Sportfreunde Schönenbach (1:3). Ein Überauchener Spieler hatte nach dem Schlusspfiff noch Rot gesehen.

Daraufhin beleidigte dieser den Schiedsrichter und baute sich körperlich drohend vor ihm auf. Der Vorstand des SV Überauchen zeigte sich konsequent und schloss den betreffenden Spieler noch auf dem Weg ins Clubheim aus dem Verein aus.

September 2023

Ein dritter Zwischenfall mit Beteiligung des SV Überauchen lief beim Spielabbruch im September 2023 in Hüfingen. Allerdings konnten die Fakten damals nicht für einen Urteilsspruch eindeutig geklärt werden. Somit wurde die Partie neu angesetzt.

SV Überauchen

Dennis Lukaschewski, Vorstandsmitglied des SV Überauchen, sagt klar: „Wir werden die Vorkommnisse am Montagabend in unserer Vorstandssitzung aufarbeiten und unsere Konsequenzen ziehen. Wir wollen und werden diese Dinge nicht dulden.“ Bis Mitte der Woche wollen die Überauchener Verantwortlichen dann auch Ergebnisse und Veränderungen offiziell präsentieren.

Sigurd Bickmann, aktuell Beisitzer beim SV Überauchen und schon lange im Verein als Spieler und Funktionär tätig, drückt es ein wenig drastischer aus: „So können wir nicht mehr weitermachen. Wir müssen jeden Stein intern umdrehen.“

Der Bezirksvorsitzende

Guido Seelig war also am Sonntag in Grüningen. „Ich war als Platzaufsicht eingeteilt“, will der Bezirksvorsitzende (Schwarzwald) aber „mit Rücksicht auf alle Beteiligten“ noch nicht „im Detail“ auf die Vorkommnisse eingehen. Seelig möchte erst Schiedsrichterbericht und die Stellungnahmen der Clubs abwarten, bis er sich ausführlicher äußert.