Bürgermeister Matthias Winter (von links), Hochmössingens Ortsvorsteherin Sabine Jaud, Melanie Haas und Daniel Zahn suchten gleich vor Ort das Gespräch. Foto: Hezel

Einige Autofahrer auf der K 5521 dürften am Dienstagabend angesichts der Absperrung überrascht gewesen sein. Jene, die trotzdem weiterfuhren, mussten sich gleich vor Ort erklären.

Da war mancher Autofahrer überrascht: Dienstagabend wurde erstmals eine Absperrung auf der K 5521 zwischen Hochmössingen und Weiden aufgestellt. Was hat es damit auf sich?

 

Ehrenamtliche willkommen

Die Temperaturen werden nun langsam wärmer, gleichzeitig sorgt Regen für Feuchtigkeit – die perfekte Witterung für Kröten, um ihre Wanderung zu vollziehen. Auch zum Hochmössinger Weiher wandern die Tiere, um ihre Eier abzulegen.

Ehrenamtliche willkommen

Dieser befindet sich entlang der K 5521 von Hochmössingen nach Weiden. Um die Tiere bei ihrer Wanderung, die aufgrund bevorzugter Luftfeuchtigkeit meist nachts stattfindet, zu schützen, wird die Straße zwischen Hochmössingen und Weiden nun von 19 bis 6 Uhr gesperrt.

Die Absperrung samt Pylonen, die Autofahrer am Befahren der Straße hindern sollen, werden dazu abends von ehrenamtlichen Helfern angebracht. Dazu haben sich Melanie Haas und Daniel Zahn bereiterklärt.

Weitere drei Ehrenamtliche erklärten sich bereit, die Absperrung am Morgen entsprechend zur Seite zu stellen, wie Sabine Jaud, Ortsvorsteherin von Hochmössingen, mitteilt. Weitere Helfer seien jederzeit willkommen.

Monatelange Sperrung möglich

Am Dienstag wurde die Absperrung erstmals aufgestellt. Da waren einige Autofahrer verdutzt, die die Straße dennoch befuhren, denn diese wurden prompt von Ortsvorsteherin Jaud und dem ebenfalls anwesenden Oberndorfer Bürgermeister Matthias Winter zur Rede gestellt.

Doch die nahmen die vorgetragenen Entschuldigungen großzügig an und ließen die Fahrer nochmals gewähren. Eine Fahrerin erklärte, erst im Mai wieder vor Ort zu sein. Ob die Straße bis dahin noch gesperrt wird, ist unklar, hieß es vor Ort.

Kröten sollen bei ihrer Wanderung geschützt werden. Foto: Vitalii Hulai - stock.adobe.com

Die verkehrsrechtliche Anordnung gelte eigentlich bis Ende Juni, so die Ortsvorsteherin. Abhängig von der Witterung könnte Straße also durchaus monatelang regelmäßig gesperrt sein. Doch erklärt Jaud: „Wenn wir sehen, dass keine Kröten mehr unterwegs sind, lassen wir die Absperrung wieder weg“.

Langsam fahren reicht nicht

Auch lasse sich nicht sagen, ob die Straße nun wirklich konsequent jeden Abend gesperrt sein werde. „Wenn es wieder richtig kalt wird und die Temperaturen unter null Grad fallen, laufen die Kröten auch nicht“, teilt Jaud mit.

Haas betont aber, dass es tatsächlich wichtig für die Kröten ist, die Straße während ihrer Wanderung autofrei zu halten. Wer denkt, er schütze die Kröten durch langsames Fahren, der irre, betont die Ehrenamtliche. Allein der Luftdruck beim Passieren der Kröten reiche aus, dass diese innere Blutungen erleiden und sterben.

Fraglich bleibt, ob sich Autofahrer von der Absperrung aufhalten lassen. So wurde etwa das Schloss für die Waldschranke im Bereich Dieselhalde/Fidel-Feederle-Straße Richtung Kneippanlage geknackt. Der Weg wird von zahlreichen Autofahrern illegalerweise befahren, wodurch regelmäßig Feuersalamander zu Tode kommen.

Anregung im Gemeinderat

Das war auch Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dabei wurde der Vorschlag geäußert, das Schloss zu tauschen. Bürgermeister Winter stimmte der Anregung zu: „Wir müssen schauen, dass wir das Schloss in nicht allzu ferner Zukunft geschickter hinkriegen.“

Ein zur Rede gestellter Autofahrer auf der K 5521 versicherte jedenfalls am Dienstagabend: „Das mach ich nie wieder!“.