Markus Strinz aus Vollmaringen hat 24 Stunden lang für den guten Zweck auf seinem Ergometer ausgehalten. In der Zeit radelte er 655 Kilometer. Foto: Priestersbach

Der Nagolder Ultramarathon- und Extremsportler Markus Strinz radelte am Wochenende mal wieder für den guten Zweck – und das gleich 24 Stunden lang am Stück. Der Erlös der bundesweiten "Aktion Steilkurve" geht in diesem Jahr an das Kinderhilfswerk in Bremen.

Nagold-Vollmaringen - Zweimal hatte "Max" Strinz in der Vergangenheit sein 24-Stunden-Rennen bereits auf der Öschelbronner Radrennbahn absolviert, was aktuell pandemiebedingt jedoch nicht möglich war. Davon ließ sich der Extremsportler indes nicht abschrecken und nahm jetzt die Herausforderung auf dem heimischen Ergometer im Vollmaringer Schloss an. "Das fühlt sich an, wie auf der Straße", erklärte Markus Strinz, dass der Spezial-Ergometer Steigungen ebenso simulieren kann wie Kopfsteinpflaster. Für die 24-Stunden-Tour hatte der Wahl-Vollmaringer jetzt allerdings das eher ebene "Wüstenprogramm" gewählt.

"Max, du bist echt der Knaller"

Natürlich ist das Ergometer-Feeling ein anderes, als auf der Radrennbahn mit ihren Kurven. "Da fehlt der Adrenalin-Pegel – und ohne Ventilator geht es gar nicht", weiß der Extremsportler zu berichten. Ganz alleine war er allerdings auch auf dem Ergometer im heimischen Kämmerchen nicht: Denn die Aktion wurde nonstop per Live­stream im Internet übertragen, und in einer von Daniela und Daniel Steinrode moderierten Zoom-Konferenz konnten sich Zuschauer interaktiv einklinken.

Zugeschaltet war dabei auch Polit- und Radsportprominenz. So stattete die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken dem Event auf Zoom einen Besuch ab, doch auch Franziska Brauße als Europameisterin im Bahnradfahren oder Kunstrad-As Simon Köcher unterstützten Markus Strinz virtuell. Mit von der Partie war ebenfalls Schlagersängerin Vannika aus Ebershardt, die den Extremsportler mit ihren Hits und einer Portion Charme beflügelte.

"Max, du bist echt der Knaller", kommentierte Daniel Steinrode gestern Morgen eine gute Stunde vor dem Endspurt die Aktion und das Durchhaltevermögen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Markus Strinz bereits 624 Kilometer in den Beinen. Erfreulich war es für die Moderatoren aber ebenso, dass sich über die 24 Stunden verteilt weit mehr als 100 Leute an der Zoom-Konferenz beteiligten. Vor allem in der letzten Stunde wurde Markus Strinz auf allen Kanälen virtuell unterstützt, als er zum Endspurt ansetzte. Zu diesem Zeitpunkt fühlte er sich recht wohl und hatte einen guten Tritt drin. Das war nachts um drei Uhr noch ganz anders, als die Beine bleiern wurden und Max Strinz eine kurze Kaffeepause einlegen musste.

27 Stundenkilometer – "ein guter Schnitt"

Gutes Sitzfleisch war jetzt aber ebenfalls nötig: Unterm Streich standen 655 Kilometer auf dem Tacho, was einem Durchschnitt von über 27 Stundenkilometern entspricht. "Das ist ein guter Schnitt, zumal ich es bisher noch nicht so trainiert habe auf dem Ergometer", erklärte Markus Strinz, der am Sonntag nach 24 Stunden "richtig leer" war – und über zwei Kilos abgenommen hatte. Aber trotzdem war er zugleich so überdreht, dass erstmal nicht ans Schlafen zu denken war. Nachdem er vom Vollmaringer Sportheim-Team mit reichlich Kalorien versorgt worden war, stand am Nachmittag gemütliches Relaxen auf dem Sofa an.

In einem ersten Fazit sprach er von einer positiven Premiere und war froh, dass alles gut geklappt hatte. Wenn es hoch kommt, hatte er 15 Minuten Pause für das eine oder andere menschliche Bedürfnis. Besonders hatte ihm gefallen, dass er durchgängig über Zoom unterhalten wurde und immer jemand online war, der den Extremsportler bei Laune hielt.

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