Seit einem halben Jahr gibt es das Kontakt-Café der Kirchlichen Sozialstation. Aber schon jetzt zeigt sich deutlich: Dieses Angebot schließt offenbar eine Lücke für die Senioren in der Stadt. Oft reichen sogar die Stühle nicht aus.
Das im Frühjahr ins Leben gerufene Kontakt-Café der Sozialstation entwickelt sich zum Dauerrenner. Jedes der monatlichen Treffen kommt sehr gut an. Bestes Beispiel war der jüngste Vortrag der „Wurzelsucher“.
Das Format des Kontakt-Cafés entstand als gemeinsame Idee des Geschäftsführers der Sozialstation, Markus Leichenauer, mit den Vertretern der drei christlichen Kirchen in Blumberg. Grund war der Wegfall der klassischen Seniorennachmittage der römisch-katholischen, altkatholischen und evangelischen Kirchengemeinde, wie sie bis ins vergangene Jahr noch angeboten worden waren. Eingestellt wurden sie unter anderem aufgrund rückläufiger Besucherzahlen.
Daher entschieden sich die Verantwortlichen der Kirchen und der Sozialstation, gemeinsam ein anderes Konzept auszuprobieren. Der Plan ging auf: Das Format eines konfessionsübergreifenden Begegnungstreffs stößt auf reges Interesse.
Schon seit der ersten Veranstaltung im Frühjahr erfreut sich das Kontakt-Café so großer Beliebtheit, dass die Plätze im Doggererzstüble manchmal kaum ausreichen. Wie bei den Helfern, sind auch unter den Besuchern Vertreter aller drei Kirchen präsent, die zur Begegnung und zum Austausch in gemütlicher Runde zusammenkommen.
Ein Programmpunkt und viele Gespräche
Die Treffen finden jeweils am ersten Dienstag eines Monats von 14 bis 17 Uhr statt. Dabei werden die zumeist älteren Gäste mit Kaffee und Kuchen sowie Getränken auf Spendenbasis bewirtet und es gibt viel Freiraum für Unterhaltungen, die für die Zielgruppe besonders wichtig sind. Zudem gibt es jeweils einen Programmpunkt, beispielsweise einen Vortrag, ein Rätsel oder, wie im Oktober, eine Erntedankfeier.
Das jüngste Beispiel im November, als Jürgen Mahler vom Heimat- und Geschichtsverein Wurzelsucher einen Vortrag über den Doggererzabbau hielt, zeigte einmal mehr das Interesse. 65 Gäste lauschten den historischen Informationen, so dass das Doggererzstüble fast aus allen Nähten platzte.
Vortrag zum Doggererzabbau
Jürgen Mahler referierte über den Doggererzabbau in Blumberg in den Jahren 1936 bis 1942, der dem einstigen kleinen Dorf mit etwa 600 Einwohnern in dieser kurzen Zeitspanne zu wirtschaftlichem Aufschwung und der immens schnellen Entwicklung zu einer Stadt mit 6000 Einwohnern verholfen hat. Er beleuchtete die Arbeitsweise und -bedingungen, bei denen es immer wieder auch zu schwerwiegenden Unfällen kam und zeigte Bilder und Informationen rund um den kurzerhand notwendig gewordenen Siedlungsbau, um die zahlreichen Bergleute aus dem Saarland mit ihren Familien unterzubringen.
Nikolaus-Besuch steht an
Der Vortrag lockte besonders viele Interessierte an. „Normalerweise sind es um die 50 Gäste, die regelmäßig zum Kontakt-Café kommen“, erklärt Markus Leichenauer. Doch auch für solche Ausnahmefälle mit besonders hohem Gästeaufkommen sei man auf der Suche nach Lösungen, um allen Interessierten einen Platz bieten zu können.
„Wir sind mehr als glücklich, dass sich das neue Konzept derart positiv entwickelt und so großen Anklang findet, weshalb wir den Weg voll motiviert so weitergehen“, sagt der Geschäftsführer der Sozialstation. Beim nächsten Treffen am Dienstag, 5. Dezember, wird der Nikolaus den Senioren einen Besuch abstatten. Und auch nächstes Jahr werden die Treffen regelmäßig stattfinden, im Januar aufgrund der Neujahrswoche allerdings eine Woche später als üblich, am 9. Januar.
Kontakt-Café
Die Beteiligten
Das Kontakt-Café ist eine gemeinschaftliche Veranstaltung der Sozialstation sowie der drei christlichen Kirchengemeinden in Blumberg. Es findet immer am ersten Dienstag im Monat von 14 bis 17 Uhr im Doggererzstüble in der Straße Ob der Kehr 5 statt. Es ist ein offener Begegnungstreff für Menschen jeden Alters, die an einem gemeinsamen Austausch und ein paar gemütlichen Stunden interessiert sind.