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Sonstige Alles beginnt in Rio de Janeiro

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Die "Väter" der Boxpartnerschaft zwischen Nordirland und Baden-Württemberg: John Conlan (links) und Oliver Vlcek stehen in Belfast vor dem Mauergemälde von Conlans Sohn Michael, dem Olympia-Dritten von 2012. Foto: Peter Jaschke Foto: Schwarzwälder Bote

Freunde des Boxens reiben sich die Hände: Zwei Vergleiche zwischen dem Ulster Boxing-Team und einer Staffel des Boxverbandes Baden-Württemberg stehen bevor. Die Staffel aus Nordirland soll auch am 19. Dezember 2020 zur Schwenninger Boxnacht kommen.

Am Freitag, 6. März, findet der Erststart auf deutschem Boden in Deggenhausertal-Wittenhofen (Bodenseekreis) statt. Es folgt am Sonntag, 8. März, das zweite Duell bei der 45. Boxmatinee im Schriesheimer Mathaisemarkt-Festzelt.

Das geliebte Trikot

Es klettern jeweils kampfstarke Gegner einer baden-württembergischen U22-Staffel als Favoriten in den Ring. Dabei handelt es sich um das Ulster -Boxing-Team aus Nordirland, das ja zu Großbritannien gehört. Dennoch treten diese Boxer am liebsten im Nationaltrikot Irlands an.

Doppelstädter im Ring

"Das ist eine Topnation im Boxen, mit der wir uns da messen – und von der wir nur lernen können", sagt Oliver Vlcek (Villingen-Schwenningen), der Sportdirektor des Box-Verbandes Baden-Württemberg. Bei den beiden Vergleichen steigen übrigens auch Faustkämpfer von Boxing VS in den Ring. "Von uns werden Christian Fischer, Anton Kondratev und Vladislaw Bezdenezhnyk dabei sein", freut sich Oliver Vlcek, der auch Ehrenpräsident von Boxing VS, auf die Kämpfe der Doppelstädter.

Der erste Kontakt

Im Hintergrund des Vergleichs steht eine erst 2019 auch offiziell besiegelte Partnerschaft zwischen dem Boxverband Baden-Württemberg und dem nordirischen Regionalverband um John Conlan. "Geboren wurde das Ganze während der Olympischen Spiele 2016", erzählt Vlcek, wie es zu der überaus wertvollen Sportkooperation kam. Als damaliger Leiter des Leistungszentrums der Boxer im Olympiastützpunkt (OSP) Rhein-Neckar in Heidelberg hatte er in Rio de Janeiro häufig Kontakt mit Conlan.

Betroffene Trainer

Zur Erinnerung: Conlans Sohn Michael, der Olympia-Dritte von 2012 und heutige Profiboxer, war 2016 weltweit berühmt durch seinen wütenden Protest im Ring gegen ein fragwürdiges Urteil des Kampfgerichts der Sommerspiele von Rio de Janeiro geworden. Die Vorgänge, in deren Folge der irische Vorzeigeboxer kurz darauf ins Profilager wechselte, hat auch Conlans Coach-Kollegen Vlcek betroffen gemacht. "Wir haben in Rio oft miteinander gesprochen und uns seitdem immer mehr kennen- und schätzen gelernt", so Vlcek. "Conlan Senior ist aber nicht nur einer der Nationaltrainer Irlands, sondern genauso auf Landesverbandsebene tätig wie ich", sagt Vlcek. Von seinem Wohnort und Boxstützpunkt Belfast aus betreue Conlan den Nachwuchs der Boxregion.

Die Idee entsteht

So kam die Idee auf, im Nachwuchsbereich bis zur Altersklasse der unter 22-Jährigen (U22) etwas zusammen auf die Beine zu stellen.

Bereits im Jahr nach den jüngsten Sommerspielen, also 2017, entsendeten die Iren eine Auswahl zum Black Forest Cup nach Villingen-Schwenningen. Dieser von Boxing VS veranstaltete Wettbewerb ist eines der größten Nachwuchsboxturniere Europas.

Gemeinsame Nenner

"Die Iren haben auf Anhieb die meisten Goldmedaillen geholt und sich von unserem Event begeistert gezeigt", erinnert sich Vlcek. Von nun an nahm die Zusammenarbeit an Fahrt auf. Es folgte ein gemeinsames Trainingslager. "Es ist dann in den folgenden Jahren immer ein bisschen enger geworden", freut sich Vlcek.

Im vergangenen Jahr flog Vlcek zu einem dreitägigen Meeting nach Belfast. "Wir haben nach unserem gemeinsamen Nenner gesucht und eine gemeinsame Kooperation im Wettkampfbereich – sowie in der Athleten- und Trainerausbildung – beschlossen", so Vlcek. Aus der anfangs losen Zusammenarbeit war eine feste Partnerschaft geboren. Dessen Bilanz ist positiv: "Das klappt sehr gut. Es findet ein reger und regelmäßiger Austausch statt."

Der Ehrenpräsident von Boxing VS weiß: "Bei den Iren ist Boxen der Volkssport Nummer 1". Obwohl die Bevölkerung zahlenmäßig kleiner als in Deutschland und anderswo sei, gebe es eine wesentlich höhere Dichte an Boxsportlern auf der grünen Insel. Allein in der nordirischen Stadt Belfast existierten weit mehr als 100 Box-Clubs. "Dort sieht man ganze Straßenzüge mit einem Verein neben dem nächsten", schwärmt Vlcek. So sei allein bei Stadtmeisterschaften die Konkurrenz schon groß, geschweige denn bei nationalen Championaten. "Das Boxen ist tief verwurzelt in der irischen Kultur", erklärt BVBW-Sportdirektor Vlcek. Davon sollen die baden-württembergischen Boxer nun in Wittenhofen und Schriesheim profitieren.

Die Favoritenrolle

"Wir waren bei den bisherigen Ländervergleichen zwar meistens unterlegen", räumt Sportdirektor Vlcek ein. "Wir gehen dem deshalb aber nicht aus dem Weg, sondern wollen an den Herausforderungen weiter wachsen und daran arbeiten, dass der Tag kommt, an dem wir öfter gewinnen", so Vlcek. Noch sieht dieser die Nordiren aber als "leicht favorisiert" an.

Die Boxnacht 2020

Diese haben übrigens im Dezember 2018 auch die letzte Schwenninger Boxnacht gegen Boxing VS für sich entschieden. Es ist wahrscheinlich, dass die Doppelstädter am 19. Dezember 2020 nun die Möglichkeit zur Revanche bekommen. "Danach sieht es aus. Die endgültige Bestätigung hoffe ich bei den Vergleichen in Deggenhausertal-Wittenhofen und Schriesheim zu bekommen", so Oliver Vlcek zum Stand der Dinge.

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