Wie hier die Anlage Stierberg entstehen immer mehr Photovoltaikanlagen auf der grünen Wiese. Für Bad Dürrheim soll nun eine Planung für Potenzialflächen erstellt werden.Foto: Strohmeier Foto: Schwarzwälder Bote

Photovoltaik: Mehrere Ausschlusskriterien kommen zum Tragen / Tourismus ist ein Aspekt

Rund um das Autobahndreieck Bad Dürrheim gibt es mehrere Freiflächen, auf denen Photovoltaikanlagen entstanden sind. Zudem häufen sich die Anfragen bei der Stadt für solche Flächen. Jetzt will man zusammen mit dem Umweltbüro mögliche Flächen ausweisen.

Bad Dürrheim. Bräunlingen hat kürzlich in Zusammenarbeit mit dem Umweltbüro und Gerhard Bronner eine Richtlinie erstellt und Flächen ausgewiesen, wo Photovoltaikanlagen auf freien Flächen entstehen können. Nach diesem Vorbild soll dies nun auch für Bad Dürrheim ausgearbeitet werden. Die angesetzten Kriterien sollen aber auch die touristischen Charakter berücksichtigen.

Die ersten Vorarbeiten sind als Grundlage dazu im Gemeinderat vorgestellt worden durch Gerhard Bronner. Zunächst wurden Siedlungsflächen, sowie dafür vorgesehene Gebiete im Flächennutzungsplan sowie Waldgebiete mit einer 30 Meter Pufferzone ausgeschlossen. Ein weiterer Aspekt war der Naturschutz: Landschaftsschutz- und FFH-Gebiete fielen ebenfalls aus der Planung wie Biotope. Vogelschutzgebiete hingegen wurden nicht einbezogen, da diese mit einer Photovoltaikanlage nicht zwangsläufig in Konflikt stehen würden. Allerdings wurden ebenso Gebiete mit einer Nordhanglage über zehn Grad ausgeschlossen wie Überschwemmungsflächen.

Die landwirtschaftlich genutzten Flächen wurden in drei Stufen eingeteilt. Lediglich Stufe eins wurde ausgeschlossen, da bei einem Ausschluss der Stufe zwei kaum mehr Potenzial für Photovoltaikanlagen verbleiben würde, so die Vorlage für den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt.

Zusätzlich wurde das Landschaftsbild noch in einer Skala von eins bis zehn eingeteilt, hier wurde eine Skala der Uni Stuttgart angewandt. Die Stufen sechs bis zehn wurden als ungeeignet eingestuft. Dabei wurden die vorgegebenen Werte in einem 200 Meter breiten Streifen entlang der Autobahn reduziert. Ein weiteres Kriterium waren die Bodenzahlen über 35, auch die wurden ausgeschlossen.

Ein weiteres Selektionskriterium könnte für die Kur­stadt Bad Dürrheim der Tourismus sein und das Landschaftsbild, das mit diesem Zusammenhänge, beispielsweise wenn man von Öfingen hinab auf die Baarhochfläche schaut.

Barbara Fink befürchtet eine "Zersiedelung" der Fläche bei diesem Vorgehen, wenn immer wieder an manchen Stellen Photovoltaikanlagen entstehen würden. Sie sieht eine gewisse Gefahr für das touristische Landschaftsbild, vor allem auf der Ostbaar. Hauptamtsleiter Markus Stein pflichtete ihr bei, dass diese Aspekt ebenfalls einfließen sollten.

Nach Angaben der Verwaltung wäre eine solche Solarplanung nicht rechtsverbindlich. Sie würde allerdings der Stadt die Arbeit etwas erleichtern, da sie bei einer Anfrage von vornherein bei manchen Flächen die Auskunft geben könnte hier kann eine Photovoltaikanlage auf der Freifläche entstehen und da nicht. In der weiteren Ausarbeitung würde man den Kriterienkatalog detailliert erarbeiten.

Nach Angaben von Gerhard Bronner liegen die Potenziale momentan vor allem entlang der Autobahn und der B 27/33. Bad Dürrheim verfügt über rund 4000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche, 95 Prozent der Fläche ist in privater Hand. Er hatte einen Vergleich: ein Hektar Mais produziere in der Biogasanlage 15 000, ein Hektar Photovoltaik 300 000 Kilowattstunden. Wobei er natürlich auch einschränkte, dass die Biogasanlage den Strom kontinuierlich liefert.