Der Schlossberg bietet einen tollen Blick über Freiburg. Foto: imago images/robertharding/ via www.imago-images.de

Schluchsee, Heidelberg und Co.: Von Stuttgart aus gibt es viele Städte und Seen, die einen Ausflug wert sind.

Viele Städte und Seen in Baden-Württemberg können von Stuttgart aus bequem mit der Bahn erreicht werden. Und dank Jugend- oder 49-Euro-Ticket muss so ein Ausflug auch gar nicht viel kosten. Unsere Tipps für günstige Ausflüge in die nähere und fernere Umgebung.

 
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In Heidelberg befindet sich die längste Fußgängerzone Europas. Es lohnt sich aber, diese ab und zu zu verlassen und durch die Gässchen drum herum zu schlendern. Dort befinden sich kleine, individuelle Läden.

Wer sich für Kunst interessiert, muss in Heidelberg nicht unbedingt ein Museum oder eine Galerie besuchen. Die Stadt bietet eine vielfältige Street-Art-Szene. Die kleinen Kunstwerke an den Wänden können entweder einfach nebenbei beim Spazieren entdeckt werden. Spezielle Führungen ermöglichen den Besucherinnen und Besuchern aber auch einen detaillierteren Blick. Zu buchen sind diese unter metropolink.art. Auf der Internetseite gibt es außerdem eine Karte, in der einzelne Kunstwerke verzeichnet sind.

Ein Klassiker für jeden Besuch ist natürlich das Heidelberger Schloss. Es zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Europas. Wer nicht nur über die Ruine spazieren, sondern mehr erfahren möchte, kann sich eine Führung leisten. Die findet täglich statt und kostet für Erwachsene gerade einmal sechs Euro.

Heidelberg ist eine Universitätsstadt, rund 30.000 Studierende gibt es hier. Die Universität ist die älteste Deutschlands und lohnt genauso wie die dazugehörige Universitätsbibliothek einen Besuch.

Über den Philosophenweg gelangt man zum Philosophengärtchen. Dort wartet eine tolle Aussicht über die Altstadt und den Neckar. Doch auch schon auf dem Weg dorthin kann man einige Male stehen bleiben und den Ausblick genießen.

Ebenfalls etwas Bewegung erfordert der Aufstieg zum Heidelberger Hausberg, dem Königstuhl. Auf rund 567 Metern Höhe gibt es nicht nur eine schöne Aussicht, sondern vor allem für Kinder einige Aktivitäten wie den Walderlebnispfad. Beginn und Ende des Pfades ist der Wanderparkplatz auf dem Königstuhl.

Verpflegung für den Stadtbummel bietet traditionell der Heidelberger Zuckerladen. Seit 1986 gibt’s auf kleinstem Raum in der Altstadt Schokolade, Lakritz und anderen Süßkram für jeden Geldbeutel. Apropos Geldbeutel: Am Ende jeden Einkaufs bei Marion und Jürgen wird gewürfelt und mit ein bisschen Glück etwas Gewinn gemacht.

An einem heißen Sommertag kann man sich mit der gerade gekauften Schlecktüte an einen der Heidelberger Stadtstrände legen – etwa an den Neckarlauer an der Stadthalle.

Infos

Heidelberger Schloss: Schlosshof, Altan und Fasskeller Montag bis Sonntag 9 – 18 Uhr, der Schlossgarten ist tagsüber frei zugänglich. Mehr Informationen gibt es hier.

Heidelberger Zuckerladen: Plöck 52, Dienstag bis Freitag 12 – 18, Samstag 11 – 17 Uhr. Mehr Infos gibt es hier.

Fahrzeit

Ab Stuttgart dauert es mit Zügen des Nahverkehrs zwischen 1 Stunde 20 Minuten und 1 Stunde 50 Minuten bis nach Heidelberg. Ein Umstieg in Karlsruhe ist nötig.

Freiburg

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Zugegeben: So richtig ums Eck ist Freiburg von Stuttgart aus nicht. Wer allerdings gerne Zeit in der Bahn verbringt, mit Tablet und Netflix oder einem Buch oder einfach gerne der vorbeifliegenden Landschaft vom Fenster aus zuschaut, der kann sich auch mal einen Tagesausflug ins Breisgau gönnen.

Die Stadt bietet genau die richtige Mischung aus Urbanität und Natur. Sinnbildlich dafür stehen die „Bächle“, kleine Wasserläufe, die sich überall durch die Straßen schlängeln. Bei hohen Temperaturen – die in Freiburg nicht gerade unüblich sind – sorgen die für Abkühlung zwischendurch. Aber Vorsicht: Wer hineintritt, muss einen Freiburger beziehungsweise eine Freiburgerin heiraten, so will es zumindest die Legende. Abkühlung gibt es auch in der Dreisam. Planschen, mit Snacks und Getränken am Ufer sitzen – im Freiburger Sommer immer eine gute Idee.

Wer für die Verpflegung noch sorgen muss, bekommt die in sämtlichen Preisklassen auf dem Münstermarkt. Der findet von Montag bis Samstag vor dem Freiburger Wahrzeichen statt. 130 Marktstände bieten regionale und saisonale Produkte an, außerdem Kunsthandwerk und Blumen.

Das Freiburger Münster kann bei dieser Gelegenheit ebenfalls gleich besichtigt werden. Das Kirchenschiff ist außerhalb der Gottesdienste kostenlos begehbar. Der Turm, der einen Ausblick über die Stadt eröffnet, kostet für Erwachsene fünf Euro, für Kinder ab acht Jahren drei Euro.

Einen Ausblick ganz umsonst gibt es vom Schlossberg aus. Dafür ist einzig etwas körperliche Betätigung gefragt, nach wenigen Minuten hat man jedoch den schönsten Ausblick über die Stadt. Vor allem zum Sonnenuntergang ist der Platz ein beliebter Treffpunkt.

Ansonsten empfiehlt es sich in Freiburg immer, einfach durch die Altstadtgässchen zu schlendern. Besonders malerisch kommt der Teil daher, der auch „Klein-Venedig“ genannt wird – zu finden zwischen zwischen Martins- und Schwabentor. Hier gibt es Cafés, individuelle Läden und Plätze zum Verweilen.

Einkehren kann man in einer Stadt, in der rund 30.000 Menschen studieren, recht günstig. Eine Institution unter Studierenden ist etwa das Café Atlantik am Schwabentorring. Dort gibt es günstig Essen und Trinken, eine entspannte Atmosphäre und außerdem ein buntes Kulturprogramm aus Poetry Slam, Partys und Konzerten.

Ansonsten gibt es einige Plätze, an denen einfach Getränke mitgebracht werden. Besonders belebt an lauen Sommerabenden ist der Augustinerplatz.

Infos

Münstermarkt: Montag bis Freitag 7.30 – 13.30, Samstag 7.30 – 14 Uhr. Mehr Infos gibt es hier.

Freiburger Münster: Montag bis Samstag 7 – 19.30, Sonntag 7 – 21 Uhr. Zutritt zum Turm Dienstag bis Samstag 11 – 16, Sonntag 13 – 17 Uhr. Mehr Infos gibt es hier.

Café Atlantik: Schwabentorring 7, Sonntag bis Donnerstag 11 – 2, Freitag und Samstag 11 – 5 Uhr. Mehr Infos gibt es hier.

Fahrzeit

Ab Stuttgart Hauptbahnhof dauert es mit Zügen des Nahverkehrs zwischen 3 und 3.45 Stunden bis nach Freiburg. Jeweils zwei Umstiege, in Karlsruhe und Offenburg, sind nötig.

Schluchsee

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Am besten ist im Sommer immer noch die Fahrt an einen See. Von Freiburg aus ist der Schluchsee nur einen Katzensprung, beziehungsweise eine S-Bahn-Fahrt entfernt. Der größte See im Schwarzwald bietet zahlreiche Bade- und Wassersportmöglichkeiten und wird immer wieder für seine gute Wasserqualität ausgezeichnet.

Der Schluchsee im südlichen Schwarzwald war ursprünglich ein Gletschersee. Wer sich erst einmal einen Überblick verschaffen möchte, kann sich auf einen der zahlreichen Wanderwege rund um den Ort und den See begeben. Der Seerundweg etwa bietet immer wieder verschiedene Blickwinkel auf das Naherholungsgebiet.

Zum Baden gibt es ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten. Zur Ruhe kommen und von Zeit zu Zeit ein paar Bahnen schwimmen, kann man beispielsweise am Kiesstrand der Kaiserbucht. Eine Liegewiese und eine Treppe ins Wasser gibt es in der Bucht an der Aussichtsstelle Amalienruh. Für die ganze Familie geeignet ist das Naturstrandbad Seebrugg. Am südöstlichen Ende des Sees gelegen, gibt es dort eine Liegewiese, einen Kiosk und einen Spielplatz.

Wem es nach mehr Action ist, wird im Freizeitbad Aqua Fun fündig: Riesenrutsche, Strömungskanal, Zugang zum See und ein Abenteuerspielplatz für Kinder.

Der Schluchsee ist nicht nur Bade- sondern auch Wassersportzentrum. Bei Rafftaff können etwa Kajaks oder Ausrüstung für Stand-Up-Paddles ausgeliehen werden. Touren werden ebenfalls angeboten.

Infos

Aqua Fun: Fischbacher Straße 7, täglich von 9 – 19 Uhr. Mehr Infos gibt es hier >>>

Rafftaff: Seeweg 2. Mehr Infos gibt es hier >>>

Fahrzeit

Die schnellste Verbindung dauert etwas mehr als vier Stunden. Ein Umstieg in Karlsruhe ist nötig, ein weiterer in Freiburg.

Karlsruhe

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Es ist nicht gerade ein Geheimtipp, aber nun mal der beste Ausgangspunkt für eine Erkundung der Stadt: das Karlsruher Schloss. Vom Turm aus bietet sich ein Blick über die Stadt. Außerdem ist von hier aus zu sehen, weshalb Karlsruhe die „Fächerstadt“ genannt wird. Vom Turm aus strecken neun Alleen fächerartig ihre Strahlen gen Süden aus. Der besondere Stadtgrundriss ist einzigartig in Deutschland. Der Aufstieg kostet vier Euro.

Ein besonderer Tipp: In jedem Jahr finden die Schlosslichtspiele statt. Dann wird die Fassade mit Lichteffekten und zu Musik in Szene gesetzt. In diesem Jahr ist das Festival vom 16. August bis zum 17. September. Der Eintritt ist frei.

Den Besuch im direkt an Schloss angrenzenden Botanischen Garten gibt es ebenfalls ganz umsonst. Fürs Low-Budget-Frühstück bringt man sich am besten eine Decke und Snacks fürs Picknick mit.

Ganz gut aufhalten kann man sich auch am Lidellplatz in der östlichen Karlsruher Innenstadt. Hier finden sich Cafés, Galerien und kleine Geschäfte. Es gibt außerdem einen großen denkmalgeschützten Brunnen, an dessen Rand man Platz nehmen kann, sowie ein Spielplatz.

Es lohnt sich aber auch, die üblichen Pfade der Innenstadt zu verlassen. Etwa in Richtung des größten und ältesten Stadtviertels: Karlsruhe-Durlach. Nur zehn Minuten sind es mit der S-Bahn von der Karlsruher Innenstadt aus. Ursprünglich war Durlach, das heute 30.000 Einwohner zählt, eine eigenständige Stadt. Noch heute sind einige Durlacher gar nicht erfreut darüber, zu Karlsruhe eingemeindet worden zu sein. Die Altstadt mit ihren schönen Häuserfassaden, den malerischen Gässchen, inhabergeführten Läden und Cafés lädt zum Schlendern ein.

Außerdem befindet sich auch der Karlsruher Hausberg in Durlach. Der rund 257 Meter hohe Turmberg kann entweder über eine Standseilbahn erklommen werden oder über zahlreiche „Hexenstäffele“. Am Ende belohnt ein Rundumblick bis in die Vogesen. Für den großen Geldbeutel wartet gehobene Küche im „Anders auf dem Turmberg“. Für den kleinen gibt’s das Hofbistro von Anders mit kleinen Gerichten wie Flammkuchen. Nicht verpassen: Die hausgemachte Limo.

Infos

Turm des Karlsruhe Schlosses: Dienstag bis Donnerstag 10 – 16.15 Uhr, Freitag bis Sonntag 10 – 17.15 Uhr. Letzter Aufstieg ist 15 Minuten vor Schließung des Turms. Eintritt: 4 Euro. mehr Infos gibt es hier >>>

Hofbistro Anders: Alle Infos gibt es hier >>>

Fahrzeit

Die Fahrt dauert vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus eine gute Stunde.