Die Damensauna im Solemar in Bad Dürrheim soll in den Ferien entfallen. Das sorgt für Kritik. Foto: © Robert Kneschke - stock.adobe.com/Robert Kneschke

Keine Damensauna mehr in den Ferien? Diese Ankündigung hatte bei Solemar-Besucherinnen die Alarmglocken schrillen lassen. Doch es ist ein Kompromiss in Sicht.

„Das ist der einzige Tag, an denen sich Frauen entfalten können.“ Eine Solemar-Besucherin, die sich an unsere Redaktion gewandt hat, kann die Pläne für die Sauna im Wellness- und Gesundheitszentrum nicht nachvollziehen.

 

So soll ab Mai die Damensauna in allen Ferien gestrichen werden. „Wir Frauen empfinden das als Diskriminierung.“

Bislang konnten sich die Damen jeden Dienstag – außer in den Fastnachts- und Weihnachtsferien – im gesamten Saunabereich des Solemar ungehindert ausbreiten. „Die Damensauna ist gut besucht, letztes Mal hat man beim Aufguss nicht mal mehr einen Platz bekommen“, so die Besucherin. Und dennoch stimmt es, was sich in der Schwitzstube erzählt wird.

Stark zunehmende Beschwerden von Männern

Das bestätigt Markus Spettel, Geschäftsführer der Kur und Bäder GmbH Bad Dürrheim, auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir haben die Maßnahme eingeleitet, in den Ferienzeiten keine Damensauna mehr anzubieten.“ Der Grund: stark zunehmende Beschwerden von Männern, die dienstags vor geschlossenen Türen standen.

„Insbesondere in den Ferienzeiten, auch wenn Kurzbesuche in Bad Dürrheim anstehen, ist es ärgerlich, wenn man sich auf einen Wellnesstag freut“, so Spettel. Denn dann würden beispielsweise Pärchen einen gemeinsamen Tag in der Sauna genießen wollen.

Gleichberechtigung spielt eine Rolle

Die Problematik sei nicht neu, wie der Geschäftsführer betont. Es hätte immer wieder Beschwerden von Männern gegeben, weswegen die Thematik intern vielfach diskutiert worden sei. Der Blick in andere Thermen hätte dem Sauna-Team, welches regelmäßig auf den für Frauen privilegierten Tag angesprochen wurde, gezeigt: Auch hier gebe es vielfach aufgrund von Beschwerden keine Damensauna mehr. „Im Sinne der Gleichberechtigung“, wie Spettel erklärt.

Der Geschäftsführer ist aber um den Frieden beim Schwitzen bemüht, „auch weil wir dankbar sind für unsere treue Kundinnen“. Zudem hätten ihn, nachdem sich die Pläne herumgesprochen hatten, zahlreiche Briefe und E-Mails erhalten, in denen er mit der großen Unzufriedenheit konfrontiert wurde.

Damen bringen Kompromissvorschlag ins Spiel

Aber: Aus der Damenriege kam nicht nur Kritik, sondern auch konstruktive Vorschläge. „Es kam ein Kompromissvorschlag und das finde ich toll“, so Spettel. Während ein Unterteilen des Saunabereichs offenbar nicht gewünscht ist (eine Besucherin bezeichnete dies gar als „Katastrophe“), kommen nun reservierte Zeiten für die Damen ins Spiel.

Spettel: „Im Gespräch ist, dass wir bis nachmittags eine Damensauna haben, vielleicht von 10 bis 16 Uhr – das kann ich mir gut vorstellen.“ Dies soll insbesondere mit Blick auf die sechswöchigen Sommerferien eine Überlegung sein. Die Kur und Bäder streben aber weiterhin Gespräche mit den Sauna-Besucherinnen an. Schließlich soll der Haussegen nicht ausgerechnet während der Entspannung schief hängen.