Kreisweiter Spitzenreiter im Zubau an PV-Anlagen pro Einwohner war im vergangenen Jahr die Gemeinde Schopfloch, dicht gefolgt von Bad Rippoldsau-Schapbach. Beide wurden jetzt vom Photovoltaik-Netzwerk ausgezeichnet.
Bei der Preisverleihung des Photovoltaik-Netzwerks Nordschwarzwald im Wettbewerb Solarkreisliga Landkreis Freudenstadt zeichneten die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, Christine Lucha (Energieagentur in Horb), und Landrat Klaus Michael Rückert bei der Firma Homag in Schopfloch die Bürgermeister Thomas Staubitzer und Bernhard Waidele und die beiden für den meisten Zuwachs verantwortlichen Firmen Homag sowie Schmid-Holz Säge- und Hobelwerk in Bad Rippoldsau-Schapbach aus.
„Die Firma Homag in Schopfloch hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass Schopfloch so gut abgeschnitten hat“, lobte Landrat Rückert bei der Preisübergabe. Der Ausbau regenerativer Energiegewinnung sei auch im Zukunftsprogramm des Landkreises verankert und dort ein wichtiges Ziel.
„Ich freue mich, ich bin stolz, dass wir in der Solarkreisliga den ersten Platz erreicht haben“ freute sich Schopflochs Bürgermeister Staubitzer. Dieser resultiere hauptsächlich aus dem PV-Zubau der Firma Homag im vergangenen Jahr.
Großes Nahwärmenetz in Schopfloch
Was Anstrengungen für den Klimaschutz in der Gemeinde betrifft, wies Staubitzer auch auf das neu entstandene Nahwärmenetz in Schopfloch hin, mit dem 196 Haushalte versorgt werden. 170 Häuser sind bereits am Netz. Wunsch sei es, dass die Nahwärme auch in Ober- und Unteriflingen realisiert werden könne, wobei er guten Mutes sei. Die Gemeinde selbst plane in allen drei Ortsteilen PV-Anlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden und gehe so mit gutem Beispiel voran.
Zu Bad Rippoldsau-Schapbach mit 2100 Einwohnern, 7314 Hektar Fläche, davon 94 Prozent Waldanteil, informierte Bürgermeister Bernhard Waidele. Schon lange habe sich die Gemeinde den Ausbau regenerativer Energien auf die Fahnen geschrieben. PV-Anlagen in einer solchen Größenordnung wie im vergangenen Jahr könne man aber nur auf großen Hallendächern, wie bei der Firma Schmid geschehen, realisieren.
Wolftal setzt auch auf Wind- und Wasserkraft
Derzeit werde auf dem Gemeindegebiet zudem nach siebenjähriger Planungsphase das fünfte Windrad errichtet. Die vier bisherigen erzeugten jährlich 17 Millionen Kilowattstunden Strom, das neue mit 160 Metern Nabenhöhe werde weitere acht Millionen Kilowattstunden liefern. Außerdem, so Waidele, gebe es mehrere Wasserkraftwerke an der Wolf, und die Gemeinde sei derzeit an der Planung eines Nahwärmenetzes, an das 50 Anwesen angeschlossen werden. Der Förderbescheid sei gerade eingegangen. Insgesamt, schloss Waidele, werde mehr Energie erzeugt als gebraucht.
Homag-Projektleiter Michael Huber stellte die Standortentwicklung des Unternehmens vor und berichtete, wie das Thema Nachhaltigkeit bei Homag verankert ist. Als Unternehmen habe man verschiedene Möglichkeiten, auf CO2-Emissionen einzuwirken, und nachhaltiges Handeln habe wirtschaftlich positive Effekte. Homag decke mittlerweile mit zwei jeweils rund 4000 Quadratmeter großen 750 000-Kilowattpeak-Anlagen rund 30 Prozent seines Strombedarfs über PV-Anlagen ab.
Das Sägewerk Schmid-Holz habe sich der regionalen Wirtschaft verschrieben, erklärte Geschäftsführer Ralf Schmid. Es werde nur einheimisches Holz, das im Umkreis von 50 bis 60 Kilometern um den Betrieb wachse, verarbeitet. Holz aus der Umgebung sei der ökologischste Baustoff, den man sich vorstellen könne, so Schmid. Seit 2007 betreibe die Firma im Wolftal ein kleines Wasserkraftwerk, das von Oktober bis April relativ konstant laufe. 2023 kam eine PV-Anlage dazu, so dass mittlerweile mehr Strom erzeugt werde als man brauche. Dennoch müsse wegen des Zeitpunkts für den Bedarf Strom zugekauft werden.
Der höchste Zuwachs wird ausgezeichnet
Photovoltaik-Netzwerk
Die regionalen PV-Netzwerke sind Teil der Solaroffensive der Landesregierung. Ziel ist es, den Solarstromanteil im Land deutlich zu steigern. Zum dritten Mal gab es die Ehrung der Solarkreisliga. Im Vorjahr belegten Loßburg und Waldachtal die ersten beiden Plätze.
Solarkreisliga
Mit dem Wettbewerb Solarkreisliga sollen laut Christine Lucha von der Energieagentur in Horb alle Möglichkeiten für PV-Anlagen genutzt werden, und es soll für die Solarenergie begeistert werden. Die Solarkreisliga ist ein Wettbewerb zwischen den Städten und Gemeinden. Ausgezeichnet wird der höchste Zuwachs des Vorjahrs, bezogen auf Einwohner und Fläche. Nicht zuletzt solle der jährliche Zubau landesweit beschleunigt werden, und sie habe den Eindruck, dass auch 2024 gut begonnen habe und die Richtung stimme, so Lucha.