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Skaten Rottweil bekommt einen echten Skatepark

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Latif, ein Mitglied von Rollbrett Rottweil, zeigt einen sogenannten Double-Kick-Flipp in der Rottweiler Innenstadt. Foto: © Silas Stein

In der Nähe des Freibades, direkt neben dem Rugby-Feld, wird ein neuer Skatepark gebaut. In den Augen des Vereins Rollbrett Rottweil ist es das erste derartige Projekt, das wirklich den Skatern zugute kommt.

Rottweil. Auf dem Weg vom Freibad-Parkplatz zur Baustelle des neuen Skateparks kommt man zwangsläufig an einer alten Pipeline aus Stahl und Beton vorbei. Das graue Ungetüm ist verwittert und über und über mit Graffiti bedeckt. Es ist ein Bild, wie es viele mit dem Skatesport verbinden. Nur Skater sind hier keine zu sehen und das hat einen Grund: "Eine Rampe wie diese können nur Weltmeister fahren", erklärt Robert Hak, Vorsitzender von Rollbrett Rottweil.

Alte Parks sind gefährlich

Die Vereinsmitglieder erzählen von übermütigen Kindern und Jugendlichen, die sich der Herausforderung gestellt hätten. Gebrochene Handgelenke und ausgeschlagene Zähne seien der Preis gewesen. Schon allein die Oberfläche sei rauer als der Straßenbelag, klagt Hak. Und tatsächlich: Streicht man mit den Fingern über das Innere der Pipeline, fühlt man sich an Schmirgelpapier erinnert. Man möchte sich nicht ausmalen, was passiert, wenn hier jemand stürzt.

So wie hier sei die Situation überall in Rottweil, erläutert Hak: "Es ist ein großes Problem, dass es in Rottweil keinen fahrbaren Skatepark gibt. Die bisherigen Parks wurden ohne Rücksprache mit Skatern aufgestellt, ohne das entsprechende Know-How."

Doch nun naht Abhilfe. Direkt neben dem Rugbyfeld entsteht ein neuer Skatepark. Einzelne Betonelemente sind bereits fertig. Deren glatte Oberfläche steht in starkem Kontrast zur alten Pipeline. Einige Bauarbeiter sind noch immer am Werk, entfernen Plastikfolien von der frisch gegossenen Steilkurve und besprengen den noch feuchten Beton mit Wasser. Dies ist nötig, um zu verhindern, dass der Beton zu schnell trocknet und Risse bekommt.

Der fertige Skatepark wird viel zu bieten haben. "Er ist extrem abwechslungsreich. Er wird Street-Elemente haben, also zum Beispiel Stufen und Geländer, wie man sie vom Skaten auf der Straße kennt, und Transition-Elemente, das sind Kurvenformen, die aus dem Pool-Skating kommen", erläutert Harald Sailer, der Bauleiter und ebenfalls im Vorstand von Rollbrett Rottweil ist. Für Tobias Kuch, den stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, ist eine Eigenschaft des Baus entscheidend: "Der Park hat Flow, das bedeutet, dass man immer die richtige Geschwindigkeit hat, um überall hinzukommen." "Die Abstände zwischen den Übergängen sind perfekt durchdacht, damit der Schwung passt", ergänzt Marie Hak, die Kassiererin des Vereins. Und auch die Verletzungsgefahr sei geringer, meint Robert Hak: "Hier auf dem glatten Boden holt man sich nicht so leicht Schürfwunden", und man bleibe auch nicht so schnell irgendwo hängen.

Einzigartig wird der Park durch die künstlerische Gestaltung, denn die Skatebahn soll auch ein Miniaturnachbau der Rottweiler Innenstadt sein. So werden später Motive wie das Schwarze Tor und das Rathaus zu erkennen sein.

Stete Überzeugungsarbeit

Für den Verein Rollbrett Rottweil ist der Bau ein Triumph nach langer Überzeugungsarbeit. "Die Stadt hatte Angst davor, dass es eine Fehlinvestition werden könne", denn anfangs habe man dort Skating für einen vorübergehenden Trend gehalten, erinnert sich Kuch. Durch öffentlichkeitswirksame Aktionen, wie Wettbewerbe und einer Ausstellung künstlerisch gestalteter Skateboards in Zusammenarbeit mit dem Forum Kunst, habe "man gesehen, wie groß das Interesse ist".

Entscheidend sei aber auch die Aussicht gewesen, Leader-Fördergelder für das Projekt zu erhalten. 60 Prozent der Baukosten in Höhe von 300 000 Euro seien von dem EU-Programm zur Förderung des ländlichen Raumes übernommen worden. Die Stadt übernimmt Kosten. Einen Teil der Baukosten habe aber auch der Verein aufbringen müssen. Die Volksbank Rottweil habe daher eine Crowdfunding-Kampagne organisiert und sich selbst als Großsponsor beteiligt, so Sailer. Auch sei man von 600 Einzelspendern unterstützt worden, betont Marie Hak.

Graffiti wäre schädlich

Ende Juli werden die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Allerdings dauere es noch bis Anfang September, bevor die ersten Skateboards dann wirklich rollen dürfen, denn zuvor muss der Park mehrere Wochen lang aushärten. "Es ist wichtig, dass in dieser Zeit niemand den Park benutzt", betont deshalb Schriftführer Dominik Barucha. Außerdem bittet der Verein darum, kein Graffiti auf den fertigen Park zu sprühen. Die Farbe würde die Oberfläche angreifen.

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