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Simmozheim Analoger Wissensspeicher der Gemeinde

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Kreisarchivar Martin Fries (von links) überreichte Bürgermeister Stefan Feigl gemeinsam mit Kommunalarchivarin Pia Drewes das Findungsbuch.Foto: Tröger Foto: Schwarzwälder Bote

Simmozheim. In der Zeit von Oktober 2019 bis Mai 2020 hat die Kommunalarchivarin am Landratsamt Calw, Pia Caroline Drewes, den Aktenbestand der Gemeinde Simmozheim der Jahre 1945 bis 1965, teilweise auch bis ins Jahr 1984, erschlossen. Das Ergebnis dieser Arbeit wurde im sogenannten Findungsbuch zusammengefasst. In der jüngsten Gemeinderatssitzung haben Drewes und der Kreisarchivar Martin Fries zwei gedruckte und gebundene Ausgaben an Bürgermeister Stefan Feigl übergeben.

"Im Tagesgeschäft wird die Archivpflege immer mal vernachlässigt", sagte Feigl, sie sei aber wichtig, weil man aus den Archiven Entwicklungen über längere Zeiträume ablesen könne. Er dankte dem Landkreis, der durch den Kreisarchivar für die Kommunen die Pflege ihrer Gemeindearchive übernimmt. Fries‘ Mitarbeiterin Drewes wird von den Gemeinden bezahlt, in denen sie tätig ist.

Neue Heimat für Vertriebene

Drewes stellte sich den Räten vor. Simmozheim sei die zweite Gemeinde, mit deren Archiv sie sich beschäftigt hat. "In den Akten ist Simmozheim eine relativ unauffällige, nette kleine Gemeinde", stellte sie fest. Der Ort war in der archivierten Zeit geprägt von der Entwicklung des ländlichen Raums hin zu einer Gemeinde mit vielen Pendlern in den Sindelfinger Raum. Die Infrastruktur wurde ausgebaut, Wohnraum geschaffen und die Gemeinde als Wohnort insgesamt attraktiver gestaltet. Nachkriegsflüchtlinge und Vertriebene fanden eine Heimat in der Gäugemeinde, später stellte sich die Aufgabe der Integration von Gastarbeitern und ihren Kindern.

Auch traurige Ereignisse fanden sich in den Akten wie der plötzliche Tod des Bürgermeisters Robert Gaiser im Amt 1957 oder der Unfalltod des Ortsarztes Siegfried Moser 1972, lenkte Drewes den Blick des Gremiums in die Vergangenheit.

"Das Archiv ist das Gedächtnis der Gemeinde und steht allen offen", machte Fries deutlich. Es sei der analoge Wissensspeicher, "hier kann nichts abstürzen". Es trage bei zur Identitätsstiftung der selbstständigen Gemeinde am Tor zum Schwarzwald und zeige: "Mir sen au ebber". Der Kreisarchivar findet dieses Identitätsinteresse gut, die Gemeinde habe auch schon eine Archivordnung erlassen. "Dass es Ihnen wichtig ist, zeigt, dass Bürgermeister Feigl kein Pardon kannte und sich vordrängelte, als andere Gemeinden noch überlegten." So kam Simmozheim als zweite Gemeinde in den Genuss der akribischen Archivarbeit von Drewes und man habe sich damit weitere 30 Jahre Ortsgeschichte erschlossen. Akten vor 1945 habe der ehemalige Kreisarchivar Rauser erschlossen.

Friedbert Baral fragte, ob das Archiv auch geheime Akten und Baupläne enthalte. Es seien hauptsächlich Verwaltungsakten, so Drewes. Akten mit Sperrfristen, die zum Beispiel bei nichtöffentlichen Gemeinderatsprotokollen 60 Jahre betragen, sind solange nicht öffentlich zugänglich. "Was ist ein Findbuch? Ist dessen Ordnung chronologisch oder nach Themenbereichen?", wollte Sabine Fels wissen. Je Akte gibt es eine Nummer und einen Titel, mehrfach vorhandene Akten wurden aussortiert. Eugen Häberle fragte nach einer digitalen Version des Archivs. Ein Upload ins Online-Findmittel folgt und ist teilweise schon in Arbeit, so Drewes. Dort kann das Simmozheimer Archiv dann online mit den Beständen sowohl des Kreisarchivs wie denen anderer erschlossener und noch zu erschließender Gemeindearchive durchsucht werden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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