Der Centro-Rufbus mit Fahrer Stefan Kälberer. Foto: Braun

Busunternehmen stellt Projekt im Gemeinderat vor. Kreisüberschreitender Busverkehr soll neue Möglichkeiten der Mobilität bieten.

Seewald - Das neue Centro- Rufbuskonzept für die Gemeinde stellten Tomke van Lessen und Arno Ayasse vom Busunternehmen Rexer aus Calw dem Gemeinderat Seewald in der jüngsten Sitzung vor. Die Ortsteile Erzgrube, Schernbach, Göttelfingen und Allmandle werden ab Mitte Mai an den kreisüberschreitenden Busverkehr angebunden. Dieser soll neue Möglichkeiten der Mobilität bieten. "Das neue Buskonzept soll auf die Bürger zugehen, wir fahren dann, wenn ein Bus wirklich gebraucht wird", erklärte Tomke van Lessen und sprach die gerade im ländlichen Raum teilweise schlechten Busverbindungen an. Dabei sehe man das neue Angebot als Ergänzung zu den bestehenden Transportmöglichkeiten.

In den Regionen Oberreichenbach, Bad Wildbad/Calmbach, Simmersfeld und Neuweiler hat sich der Centro-Rufbusverkehr bereits etabliert. Mit dem neuen Gebiet Altensteig besteht nun auch für die Bürger Seewalds in einem Teilbereich die Möglichkeit, das Angebot zu nutzen. "Es geht hier um Bedarfsfahrten. Der Fahrgast meldet mit einem gewissen zeitlichen Vorlauf eine Fahrt an und wird an den ausgewiesenen Centro-Haltestellen zum gewünschten Zeitpunkt abgeholt", so van Lessen. Diese wohnortnahen Haltestellen würden durch an Lichtmasten befestigte Aluschilder kenntlich gemacht mit dreistelligen 800er-Nummern für den Fahrbereich Seewald.

Der über die Reservierungszentrale gerufene Bus könne dabei auch mal Fahrten kombinieren und so kleine Umwege fahren. Wichtig sei für beide Seiten eine frühzeitige Terminierung für einen reibungslosen Ablauf. "Natürlich muss sich unser Konzept wirtschaftlich tragen, wir machen alles in Eigenleistung ohne Zuschüsse", betonte van Lessen. Unter der Woche fahre der Bus von 8.30 bis 18 Uhr, auch am Samstag von 8 bis 18 sei eine Nutzung möglich. Sonntags fahre er nicht.

Als Zielgruppe nannte van Lessen alle, die sich innerhalb des Einzugsgebiets flexibel bewegen möchten. Der Centro-Rufbus, der in Seewald eingesetzt wird, konnte vor der Sitzung besichtigt werden. Er bietet 17 Sitz- und 9 Stehplätze. Seitens des Gemeinderats kam der Wunsch nach einer größeren flächendeckenden Anbindung auf. So regte Gemeinderat Heinrich Müllenbeck (Vereinigter Seewald) einen Ringverkehr mit Anschluss nach Freudenstadt und Pforzheim an. "Hier geht es um Linienkonzessionen, und der Centro-Busverkehr kann von uns nur dort eingesetzt werden, wo wir auch die Konzession haben", sagte Arno Ayasse, der aber von laufenden Verhandlungen berichtete. "Wenn Interesse besteht, können wir den Anschluss gerne machen, aber eigenständig ohne Konzession geht das nicht."

In die selbe Richtung ging der Wunsch von Gemeinderat Richard Koch (VS). Er sprach von einem nicht befriedigenden Konzept, da Hochdorf mit den meisten Verbindungen nach Altensteig nicht angefahren werden könne. Tomke van Lessen versprach, sich um die Einbindung Hochdorfs zu kümmern. Es liefen dort bereits Verhandlungen. Auch über die Fahrpreise laufen noch Gespräche.

Monika Stelzer-Podschwadt von der Frauenliste lobte das Konzept als einen guten Schritt. Sie hoffe, dass es sich wirtschaftlich trägt. Wichtig sei die Information der Bevölkerung über das neue Angebot. Bürgermeister Gerhard Müller sprach sich dafür aus, die Möglichkeit für eine Nutzung auf der gesamten Gemarkung Seewald zu schaffen. Zunächst wolle man schauen, wie es in den jetzt eingebundenen Gebieten anläuft.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: