Auf der Seeterrasse: Bernd und Reiner Schlotter sowie Daniel Bach (von links) vom Fischereiverein. Foto: Steinmetz

Der See liegt idyllisch im Schlappentäle. Zu verdanken ist das den Vöhringer Fischern, die ihn 1986 künstlich angelegt haben. Der Verein mit seinen derzeit 17 Mitgliedern besteht bereits seit 1982 – und hat den See auch schon vor dem Kippen gerettet.

Der Schlappensee, wie er nach dem Tal genannt ist, ist in diesem Sommer gut mit Wasser gefüllt. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall. Die Bisamratte hatte den Damm durchlöchert, sodass das Wasser abfloss.

 

„Das haben wir in diesem Jahr wieder gerichtet“, berichtet Gewässerwart Bernd Schlotter. Die Fischer benötigten dafür schweres Gerät. Der Damm musste abgegraben und mit Lehm verdichtet werden. Das geschah in Eigenleistung. Froh sind die Fischer darüber, dass sie von der Gemeinde mit Fahrzeugen unterstützt wurden.

Jetzt wieder genug Wasser

Der See befand sich zeitweise in einem kritischen Zustand. Der Bach führt nur noch wenig Wasser, wohl weil nach den trockenen Jahren der Grundwasserspiegel gesunken ist. Doch die Fischer sehen noch ein anderes Problem: Ein größerer Teil des Zulaufs kommt aus Quellen, die früher das Ortsnetz speisten. Weil die Gemeinde das „Überreich“ Bürgern zum Gießen ihrer Gärten zur Verfügung stellte, fehlte es im See. Jetzt gebe es eine Baustelle „im Flecken“, und das Standrohr musste entfernt werden. Das Problem ist somit vorerst gelöst, der See habe wieder genug Wasser.

Der See ist ein wahres Idyll.  Foto: Steinmetz

In den Sommern zuvor aber war das Gewässer nahe am Umkippen. „Wir haben es immer kurz vorher in den Griff bekommen“, sagt Schlotter. Mit Pumpen wurde Sauerstoff in den See geblasen. So konnte ein Fischsterben gerade noch verhindert werden.

Nach der Gründung des Vereins hatten die Vöhringer Petrijünger zunächst am Mühlbach und am Stockbach ihre Fischgewässer. Es wurde dann beschlossen, einen eigenen See anzulegen. Ein Wiesengrundstück wurde ausgegraben und ein Damm aufgeschüttet. Das Schlappentäle war dabei nicht die erste Wahl. Andere Standorte scheiterten aber unter anderem am Naturschutz.

Die jetzige Anlage ist 130 Meter lang und 30 Meter breit. An der tiefsten Stelle sind es lediglich 1,80 Meter. Die Wasserqualität sei trotzdem hervorragend: „Wir haben Glück, dass die umliegenden Wiesen nicht gedüngt werden“, so der Gewässerwart. Im See tummeln sich Forellen, Karpfen, Zander, Schleien und Barsche. Sie stammen teils aus eigener Zucht. Oberhalb des Sees befinden sich mehrere Zuchtbecken. Die „Setzlinge“, 1000 bis 2000 Jungforellen, werden gekauft und großgezogen. Karpfen und Schleien laichen selbst ab. „So versuchen wir, unseren Bedarf selbst zu decken“, sagt Schlotter. Weißfische wie Rotaugen und Rotfedern, als Speisefische nicht gerade beliebt, vermehren sich von selbst. Enten und andere Vögel haben sie eingeschleppt.

Ein Hingucker sind die Seerosen, von denen die roten jetzt weitgehend verblüht sind. Vorsitzender Reiner Schlotter hat sie schon vor 15 Jahren eingesetzt. Sie dienen den Graskarpfen als Nahrung, sorgen aber auch für Schatten, sodass sich das Wasser nicht zu schnell aufwärmt.

Regelmäßige Pflege

Die Anlage mit dem Fischerhaus und der Seeterrasse wird regelmäßig gepflegt. Erst kürzlich haben die Fischer gemäht. Für die Vogelwelt ist der See mit seinen hohen Bäumen und dem Schilf am Ufer ein kleines Paradies. Enten, Nilgänse, Blessehühner und Eisvögel kommen hier unter anderem vor. An einem Baum ist ein Uhu-Kasten aufgehängt. Der Fischreiher wird auch gesichtet, der Kormoran hat den See offenbar aber noch nicht gefunden.

Die Fischer vermissen diesen fischliebhabenden Vogel nicht. Auch der Biber hat sich noch nicht eingestellt. Dagegen haben Camper übers Internet den Schlappensee entdeckt und hinterlassen, was ein richtiges Ärgernis ist, „Berge von Müll“. Während der Corona-Zeit sei es ganz schlimm gewesen, sagt Reiner Schlotter. Inzwischen hat der Verein eine Absperrung errichtet.

Kleine Blutsauger

Zum Baden kommt jedenfalls niemand ins Schlappentäle. „Damit haben wir kein Malheur“, meint Schlotter. Abschreckend dürften für „Badegäste“ die vielen blutsaugenden Bremsen sein. Diese sind allerdings auch eine Plage für die Angler. Im Juni kommenden Jahres richten die Vöhringer Fischer das Mühlbach-Freundschaftsfischen aus. Daran nehmen die Fischereivereine zwischen Bochingen und Fischingen teil. Das diene der Kontaktpflege, erklärt der Vorsitzende. Ansonsten soll es möglichst ruhig am See bleiben.