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Schwarzwald-Baar-Kreis Im Kokain-Prozess scheint Deal möglich

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Unter anderem in Bad Dürrheim soll der Angeklagte mit Kokain gedealt haben. (Symbolfoto) Foto: Schwarzwälder-Bote

Schwarzwald-Baar-Kreis - "Täter werden ist nicht schwer, Opfer sein dagegen schwer. Jeder Fall ist für sich wichtig", sagt Bernd Behnke. Zur Zeit hat der Rechtsanwalt und Schwenninger Professor die Verteidigung eines Albaners übernommen, der unter anderem in Bad Dürrheim mit Kokain gedealt haben soll.

Die Menge des nach Deutschland gebrachten Kokains ließ zwar aufhorchen, doch der Jahrhundertprozess, in dem Bernd Behnke mitmischt, ist ein anderer: Er ist schon seit 2013 Anwalt der Nebenklage im sogenannten NSU-Prozess in München. Behnke ist in der Region bekannt, weil er als Honorarprofessor an der Dualen Hochschule in Schwenningen Recht und Steuern unterrichtet.

Der Rechtsanwalt vertritt Angehörige des mutmaßlich in Rostock von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, die der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" zugeordnet werden, 2004 ermordeten Mehmet Turgut. "Der Prozess ist geprägt durch das Verhalten der Angeklagten und ihrer Verteidiger", sagt Behnke, der in Berlin geboren ist.

Der Hauptangeklagten Beate Zschäpe wird Beteiligung an zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen, unter anderem in Köln, vorgeworfen. Zwei weiteren Angeklagten wird Beihilfe zur Last gelegt "Zschäpe sitzt das Verfahren ab, ohne eine emotionale Reaktion zu zeigen", schildert der Strafverteidiger, der seit 2013 pro Jahr 60 Tage in München ist.

Bernd Behnke rechnet damit, dass im NSU-Prozess dieses Jahr tatsächlich ein Urteil gesprochen wird. "Zumindest hoffen wir, dass im Prozess noch vor der Sommerpause wirklich ein Ende zu erwarten ist. Ein Teil des Verfahrens wird abgetrennt werden. "Der Prozess ist geprägt durch das Verhalten der Angeklagte und ihrer Verteidiger", erzählt Behnke. Die Angeklagte, die er als stets sehr gut gekleidet beschreibt, achte sichtlich auf ihre Äußeres. Sie habe sich inzwischen mit ihren ursprünglichen Anwälten total überworfen und sich einem jüngeren Kollegen anvertraut.

Die Verwandten mehrerer Opfer haben Rechtsanwälte mit der Nebenklage beauftragt. Eine Gruppe der Nebenkläger kommt aus Berlin und eine weitere sind Anwälte mit türkischem oder kurdischem Hintergrund. "Der Bundesanwalt hat für Zschäpe lebenslänglich beantragt wegen besonderer Schwere der Schuld", sagt Behnke zur Frage, welches Urteil zu erwarten sei. Der Prozess habe die Forderung nach einer den Ländern übergeordneten Polizeibehörde erstmals aufgeworfen, denn die Morde an ausländischen Mitbürgern geschahen in verschiedenen Bundesländern, unter anderem in Hamburg, Bayern oder Baden-Württemberg. Zuerst war kein Zusammenhang erkennbar, erst, als in Heilbronn nach einem Polizistenmord die ausfahrenden Autos registriert wurden, fiel ein Wohnwagen mit Zwickauer Kennzeichen auf. dieser gehörte den mutmaßlichen Tätern Mundlos und Böhnhardt, die sich später gegenseitig erschossen und den Wohnwagen anzündeten. Beate Zschäpe soll mit ihnen in einer symbiotischen Beziehung gelebt haben. Bernd Behnke, der vor seiner Berufskarriere als Anwalt einen Gesellenbrief in einem handwerklichen Beruf erwarb, war in Verwaltungen und für Bundessportverbände tätig , bevor er das erste und zweite Staatsexamen als Jurist ablegte. Er erwarb sich einen Ruf als Strafverteidiger, wurde bundesweit nachgefragt.

Warum verteidigt man einen Straftäter? Ein Arzt, so kontert Behnke, könne ja auch die Behandlung eines Patienten nicht ablehnen, wenn sie notwendig sei. Dem Verteidiger komme für seinen Mandanten eine Dolmetscherrolle vor Gericht zu. Aber selbstverständlich habe er auch schon Mandanten abgelehnt. "Es stört mich nicht, wenn ich angelogen werde. Aber ich mag es nicht, wenn ich hintergangen werde", sagt er. Dass es einen besonderen Reiz habe, einen Fall als Strafverteidiger zu übernehmen, verneint der Rechtsanwalt. "Ich helfe den Leuten im Rahmen der Gesetze", schildert er seine Motivation. Behnke, der auch Sozialwissenschaftler mit Magisterabschluss ist, studierte in Gießen Jura und profilierte sich als Strafvollzugsspezialist in Gießen.

Der Kokainprozess, der wegen der Menge Schlagzeilen macht, mehr als 50 Kilo Kokain wurden, so lautet der Vorwurf an die Drogendealerbande, nach Deutschland gebracht, könnte laut Bernd Behnke am Freitag in Konstanz eine Wende erleben. Behnke verteidigt einen der Angeklagten. Die meisten wollten für einen Strafnachlass von 30 Prozent ein Geständnis machen, sagt der Anwalt.

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