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Schwarzwald-Baar-Kreis Hagelflieger-Verein droht finanzieller Kollaps

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Der Verein Hagelabwehr. Von links: Schatzmeister Karlheinz Heinzelmann, Vorsitzender Heinz Messner, zweiter Vorsitzender Gernot Hengstler, dritter Vorsitzender Peter Hellstern, Schriftführer Gerhard Vetter und die Hagelabwehr-Piloten Holger Miconi, Sebastian Keller und Markus Duwe. Foto: Bombardi

Schwarzwald-Baar-Kreis - Über dem Verein zur Hagelabwehr in den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Tuttlingen braut sich ein Gewitter zusammen, bei welchem rasche Abhilfe gefordert ist. Ansonsten droht spätestens im Jahr 2020 der finanzielle Kollaps.

Insbesondere im Hinblick auf ein "super Vorstandsteam, eine engagierte Pilotencrew, 3100 Mitgliedern und nachweisbaren Erfolgen in der Hagelabwehr" stimmt diese Meldung den Vorsitzenden Heinz Messner wütend und traurig. "Die Hagelabwehr ist kein Selbstläufer und wäre ohne die Unterstützung zahlreicher Helfer und Spender so nicht möglich."

Messner spricht von nachweisbaren Erfolgen, die sich in den letzten zehn Jahren darin äußerten, dass in der gesamten Region keine schweren Hagelgewitter aufgetreten seien. Die Piloten hätten den Hagel auch im letzten Jahr im Griff gehabt und so mögliche Schäden um 50 Prozent und mehr reduzieren können, so der Vorsitzende.

Mesner bezeichnete die Hagelabwehr als eine klassische Daseinsfürsorge und eine gemeinschaftliche Aufgabe aller Menschen, sich vor Hagel zu schützen.

20 Cent pro Einwohner koste der Mitgliedsbeitrag, wenn eine Gemeinde als Köperschaft dem Verein beitritt. Das sei wenig Geld für viel Schutz. Dennoch gebe es Gemeinden, die von der Hagelabwehr profitieren, ohne Mitglied zu sein.

Ohne Mitgliederstatus sind auch die beiden Landkreise, die sich dadurch gravierend von anderen Landkreisen wie Reutlingen oder der Raum Stuttgart unterscheiden.

Doch den Kopf in den Sand zu stecken sei nicht die Art der Hagelabwehr, weshalb sie in den kommenden Jahren in Kooperation mit dem Landkreis Rottweil den Einsatz eines zweiten Hagelfliegers plant. So wäre die Hagelabwehr effektiver und nahezu durchgängig bis in den Raum Stuttgart möglich.

Weiterer Grund für einen zweiten Hagelflieger: 2017 traten mit den Gemeinden Deißlingen und Wellendingen zwei Gemeinden bei, die nicht im definierten Einzugsbereich des Vereins liegen, weshalb eine Anpassung der Statuten erfolgte. Mit diesen Beitritten ist das Einsatzgebiet für einen Hagelflieger erschöpft, eine weitere Ausdehnung unmöglich.

Ein weiteres Projekt betrifft die Miete eines neuen Silberjodid-Brenners. Der bestehende arbeitet nicht mehr effektiv, verbraucht eine zu große Menge an Silberjodid-Lösung, zeigt ein zunehmend schlechteres Zündverhalten und eine verminderte Luftmengenzufuhr.

Professor Richard Erpelding von der Hochschule Furtwangen erläuterte in seinem Vortrag die Wirkung des Silberjodids und dessen richtige Einsatzweise und ging auf die technischen Aspekte moderner Silberjodid-Generatoren ein.

Das Jahr 2017 ließen Pilot Markus Duwe und der dritte Vorsitzende Peter Hellstern in Zahlen Revue passieren. Zwischen dem 1. Mai und dem 15. September waren die Piloten an 41 Bereitschaftstagen und 13 Einsätzen gefordert. Zum Vergleich erwähnte Duwe, dass im Jahr 2018 bereits zum jetzigen Zeitpunkt acht Einsätze geflogen wurden.

Konfrontiert mit dem Finanzproblem votierten die Mitglieder für eine durchgehend zehnprozentige Erhöhung aller Beitragskategorien. Zudem appellierte Messner intensiv, für einen Vereinsbeitritt zu werben und nannte die angestrebte Zahl von 5000 Mitgliedern. Mit den Landkreisen Rottweil und Balingen wird bezüglich eines Beitritts inklusive Einsatzgebietserweiterung verhandelt.

Die Bereitstellung des Hagelfliegers kostet 25 000 Euro im Monat und hätte dem Verein bereits einer Vollbezahlung des Monats September ein Minus im knapp fünfstelligen Bereich beschert.

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