Setzen auf die Auswertung von PCR-Tests im eigenen Haus: Matthias Geiser, Geschäftsführer des Schwarzwald-Baar-Klinkums, und die Laborleiterin Petra Saile vor einem der in der Pandemie angeschafften Diagnosegeräten. Foto: Zieglwalner

Ein ebenso forderndes wie außergewöhnliches Jahr liegt hinter dem Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen-Schwenningen. Im Mittelpunkt stand die aufwendige Versorgung der Corona-Patienten. Dennoch ist es gelungen, 2020 mit einem ausgeglichenen Ergebnis abzuschließen und alle schwer an Covid-19 Erkrankten aus der Region aufnehmen zu können.

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Schwarzwald-Baar-Kreis - Nachdem der Aufsichtsrat des Klinikums am Donnerstag den Jahresabschluss festgestellt hatte, präsentierte Geschäftsführer Matthias Geiser die Zahlen. Bei einem Umsatz von 297 Millionen Euro stehe unter dem Strich ein Überschuss von rund 828.000 Euro, zeigte sich Geiser erfreut über diese positive Bilanz, die nicht selbstverständlich gewesen sei. Habe Corona doch die klinischen Prozesse durcheinander gewirbelt. Bis Ende 2020 habe die Klinik rund 700 Patienten mit Covid-19 behandelt, inzwischen an die 1300 Infizierte.

Im März 2020 sei die Aufforderung des Bundes gekommen, alle planbaren Operationen auszusetzen und sich auf die Aufnahme von Corona-Patienten zu konzentrieren. Das habe natürlich Spuren im Jahresabschluss hinterlassen. Die Fallzahlen seien um 15 Prozent und die Leistungen um zehn Prozent gesunken, nannte Geiser die Auswirkungen. Und neben dem Rückgang der Patienten seien die Ausgaben in Pandemiezeiten erheblich gestiegen. Allein im Labor seien Mehrkosten von 1,2 Millionen Euro durch PCR-Tests angefallen, 1,7 Millionen Euro habe das Klinikum in die Ausstattung wie Masken und Kittel investiert, auch die Ausgaben für Wäsche und Reinigung seien angewachsen, verdeutlichte Geiser.

Schwarze Zahlen dank Einsatz der Mitarbeiter und Zuschüssen

Dass die Klinik trotz all dieser Belastungen eine positive Bilanz ziehen könne, sei den Mitarbeitern in allen Bereichen zu verdanken. "Sie haben besondere Belastungen gemeistert, auch psychisch, und große Flexibilität gezeigt", lobte der Geschäftsführer das ganze Team. Um die Versorgung der Patienten sicherzustellen, sei die Zahl der Beschäftigten sowohl bei den Ärzten als auch im Pflegedienst weiter nach oben geklettert, in der Pflege seien 18 Vollzeitstellen entstanden. Um den Einsatz der Mitarbeiter während der Pandemie auch finanziell zu würdigen, habe das Klinikum mit dem Betriebsrat ein Prämiensystem entwickelt und 2021 zum zweiten Mal eine Pflegeprämie ausgeschüttet. Im Juni seien so 1,5 Millionen Euro für die besonders in die Betreuung der Corona-Patienten eingebundenen Pflegekräfte zur Verfügung gestanden.

Einen wichtigen Beitrag, dass die Klinik gut durch das vergangene Jahr gekommen sei, habe auch der Krisenstab geleistet, der sich seit 26. Februar 2020 an die 170 Mal zusammengesetzt habe, oft jeden Tag in gleicher Besetzung selbst am Wochenende, erklärte Geiser. Zudem hätten der Bund mit dem Krankenhausschutzschirm und das Land mit seinen Unterstützungsleistungen dafür gesorgt, dass der Betrieb keine roten Zahlen schreiben muss. 25 Millionen Euro seien im vergangenen Jahr an Fördermitteln geflossen.

Finanzielle Unterstützung fällt 2021 wohl deutlich schlechter aus

Nicht ganz so optimistisch blicke er in die Zukunft, gab Geiser zu, denn die finanzielle Unterstützung falle 2021 wohl deutlich schlechter aus. Positiv sei da das Krankenhauszukunftsgesetz, mit dem der Bund bis 2025 die Digitalisierung voranbringen wolle. Die Anträge seien gestellt. Ziel sei es, jetzt Projekte anzugehen, die sich das Klinikum schon lange vorgenommen habe. Die automatisierte Medikamentenlieferung für jeden Patienten samt elektronischer Verordnung durch die Mediziner, die flächendeckende Spracherkennung für das Anfertigen der Arztbriefe oder die Digitalisierung des Aufnahme- und Entlassmanagements mit Hilfe der ­elektronischen Patientenakte nannte Geiser einige Meilensteine auf diesem Weg.

Dass die Klinik auch in Sachen Fachkräfte-Nachwuchs die richtige Richtung eingeschlagen hat, zeige die große Nachfrage nach der generalistischen Pflegeausbildung, die 2020 begann und die drei Berufe Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderpflege sowie Altenpflege zusammenführt. Alle Plätze seien belegt. Und auch beim Kampf um begehrte Fachkräfte beispielsweise für die Intensivmedizin könne das Schwarzwald-Baar-Klinikum mit anderen Mitbewerbern durchaus mithalten.

Besuchsregelung gelockert

Das Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen-Schwenningen hat zum Wochenende die Besuchsregelung auf Grundlage der neuen Corona-Verordnung des Landes gelockert.

Bei einer Inzidenz unter zehn: Für einen Besuch ist kein negativer Schnelltest mehr erforderlich. Besucher, die genesen oder geimpft sind, dürfen zwischen 14 und 18 Uhr uneingeschränkt zu Patienten kommen. Für alle, die nicht genesen oder geimpft sind, heißt es: ein Besucher pro Patient und Tag von 14 bis 18 Uhr.

Ab einer Inzidenz höher als zehn: Erlaubt ist ein Besucher je Patient und Tag ebenfalls zwischen 14 und 18 Uhr. Für Genesene und Geimpfte gibt es keine Einschränkungen. Wer nicht genesen oder geimpft ist, darf einen Patienten am Tag zwischen 14 und 18 Uhr besuchen und muss einen negativen Schnelltest, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, vorlegen. Falls die Inzidenz wieder auf mehr als zehn steigt, bietet das Klinikum erneut Schnelltests an.

Bei Entbindungen im Kreißsaal dürfen die werdenden Väter oder eine feste Begleitperson dabei sein. Auf der Station ist ein täglicher Besuch durch eine feste Begleitperson gemäß der Besuchsregelung möglich. In den Covid-19-Stationen am Standort Donaueschingen ist weiter kein Besuch erlaubt. Andere Stationen in Donaueschingen stehen Besuchern offen.

In besonderen Fällen, beispielsweise bei Sterbenden oder Patienten in Palliativ­situationen, sind Besuche nach Absprache und auch außerhalb der Besuchszeiten möglich.

Für alle gilt, dass sie eine FFP2-Maske mitbringen und im Klinikum tragen müssen, ob ambulante Patienten, Besucher, Begleitpersonen im Kreißsaal oder auf der Station.

Die Regelungen und mögliche Änderungen veröffentlicht das Klinikum aktuell im Internet unter www.sbk-vs.de.