Die Krise um die Krim und die angeschlagene Ukraine sind auch bei regionalen Unternehmen Thema. Foto: Rumpenhorst

Firmen pflegen Beziehungen in Krisenstaat und nach Russland. Hoffen auf Deeskalation.

Schwarzwald-Baar-Heuberg - Sehr aufmerksam verfolgt Christoph Moschberger die politische und wirtschaftliche Lage in der Ukraine und in Russland. Der Außenwirtschaftsexperte der IHK weiß um die vielfältigen Verflechtungen von Unternehmen aus der Region mit den beiden Staaten.

Ernsthafte Sorgen um die Geschäftsbeziehungen zahlreicher Firmen macht sich Moschberger erst dann, wenn die Europäische Union und die USA zu weitergehenden Sanktionen gegen Russland greifen. Doch diese Mittel sollte an letzter Stelle stehen, meint der Fachmann der Industrie- und Handelskammer. So seien derzeit noch keine Auswirkungen in den Kontakten von regionalen Firmen spürbar. "Wir haben noch keine Anrufe von besorgten Firmen bekommen", sagt Moschberger. In Gesprächen werde die Situation in der Ukraine und die Reaktionen aus Russland jedoch schon angesprochen. Moschberger beruhigt und hofft auf Deeskalation in dem Konflikt um die Halbinsel Krim.

Hauptsächlich Firmen aus dem Maschinenbau und der Medizintechnik sind mit Betrieben in Russland vernetzt, weiß der Experte. 205 Unternehmen aus den drei Landkreisen Schwarzwald-Baar, Rottweil und Tuttlingen pflegen Geschäftsbeziehungen zu Russland, bei 195 geht es um Importe, bei 18 exportieren Firmen Waren. 27 Betriebe haben eine Niederlassung im Staat von Präsident Wladimir Putin.

Weit weniger wirtschaftliche Verbindungen gibt es von Schwarzwald, Baar und Heuberg in die Ukraine. Im Mittelfeld rangiere das osteuropäische Land im Länder-Ranking, in dem die Schweiz mit rund 1000 Beziehungen vorne liegt. In die Ukraine sind es 125 Unternehmen, davon geht es bei 118 Betrieben um den Import von Waren und Dienstleistungen, bei zwölf um den Export. 13 Unternehmen aus der Region haben dort eine Niederlassung.

Moschberger weist insbesondere auf die schwierige wirtschaftliche Lage in der Ukraine hin. Dabei gehe es um ein Zahlungsproblem. Firmen sollten bei kurzfristigen Kundenbeziehungen darauf achten, dass sie bei Aufträgen Vorkasse verlangen, empfiehlt der Außenwirtschaftsexperte der IHK.

Er hofft, dass sich die Lage beruhigt, denn eine weitere Eskalation könnte die gesamte Weltwirtschaft in Unruhe versetzen. So verfolgt Moschberger weiter genau die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine und in Russland.

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