Was haben Daniela Maier, Roman Rees und Benedikt Doll gemeinsam? Klar – die Skicrosserin und die beiden Biathleten kommen aus dem Schwarzwald. Und seit diesem Winter hat dieses Trio auch mindestens einen Weltcup-Sieg auf dem Konto. Manfred Kuner, der Präsident des Schwarzwälder Skiverbandes (SVS), sieht aber weitere Wintersportler längst in der Weltspitze angekommen.
„Wir können bisher sehr zufrieden mit den Leistungen unser Schwarzwälderinnen und Schwarzwälder sein“, braucht Manfred Kuner einige Minuten, bis er die wichtigsten Erfolge der SVS-Sportler aufgezählt hat. Weltcupsiege, Podestplätze, starke Verbesserungen, früh geknackte WM-Normen – der Triberger zieht eine sehr positive Zwischenbilanz.
Zudem ist Kuner zuversichtlich, dass der Schwarzwaldpokal der Kombinierer in Schonach vom 26. bis 28. Januar stattfinden kann. „Stand heute ist dies so“, betont er.
So fällt das bisherige Fazit des SVS-Präsidenten in den verschiedenen Disziplinen aus, die im Schwarzwald und in Baden-Württemberg betrieben werden.
Biathlon
„Im Biathlon sind wir absolute Weltspitze. Das ist herausragend, was unsere Sportlerinnen und Sportler bisher geleistet haben. Roman Rees (SV Schauinsland, Anm. d. Red.) und Benedikt Doll (SZ Breitnau) standen im Weltcup schon auf dem obersten Treppchen. Zudem ist auch Janina Hettich-Walz (SC Schönwald) längst absolute Weltklasse, hat ja auch früh die WM-Norm geschafft. Sie ist sehr stabil geworden. Ich traue ihr in diesem Jahr noch einen Podestplatz zu“, stellt Kuner die Leistungen dieser drei Biathlon-Aushängeschilder heraus.
Doch auch die Talente aus dem Schwarzwald würden immer mehr für Aufsehen sorgen. Die erst 18-jährige Julia Tannheimer (Skiinternat Furtwangen, DAV Ulm) schaffte nach bereits wenigen Wettbewerben den Sprung vom zweitklassigen IBU-Cup in Ruhpolding ins deutsche Weltcup-Team. „Das ist herausragend für ihr Alter. Dies zeigt auch, welch gute Arbeit am Skiinternat – und auch in Ulm – geleistet wird“, verweist der SVS-Präsident zudem darauf, dass mit Hanna Beck (DAV Ulm), Jana Duffner (SC Schönwald), Lukas Tannheimer (DAV Ulm) und Finn Zurnieden (SV Kirchzarten) gleich vier Mitglieder des Furtwanger Skiinternats bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Südkorea starten werden. Nach der weiteren Ertüchtigung der Anlage auf dem Notschrei wären im Schwarzwald auch IBU-Wettbewerbe und eine Nachwuchs-WM möglich und wünschenswert.
Skisprung
„Leider haben wir hier eine große Lücke hinter Stephan Leyhe (Hinterzarten, SC Willingen), der ja in Hinterzarten am Stützpunkt trainiert. Stephan hat sehr stark angefangen, seit Engelberg hat er leichte Probleme. Aber insgesamt kann er mit seiner bisherigen Saison echt zufrieden sein. In der zweiten Reihe haben wir in Baden-Württemberg Finn Braun (SV Baiersbronn), Ben Bayer (VfL Pfullingen) und Luca Roth (SV Meßstetten), die alle Zukunftsperspektiven haben. Bei den Frauen sieht es dünner aus. Da haben wir nach dem Rücktritt von Anna Jäkle (ST Schonach-Rohhardsberg) derzeit nur Agnes Reisch (WSV Isny)“, hofft der Präsident, dass sich dies auch durch die verbesserten Trainingsmöglichkeiten in Hinterzarten („Die K70-Schanze war seit Herbst immer in Betrieb, dies ist sehr wichtig für den Nachwuchs“) bald ändert. Dabei setzt Kuner auch auf Skisprungwartin Ramona Straub, die als Trainerin in Ausbildung bei der SBW (Skiverbände Baden-Württemberg, SBW Leistungssport gGmbH) am Stützpunkt Hinterzarten arbeitet.
Apropos Hinterzarten. Dort wird wohl noch in diesem Winter der Windkanal in Betrieb gehen können. „Dies ist erst der zweite direkt an einer Schanze in Europa. Damit bekommen wir einen gewaltigen Trainingsvorteil, den wir nutzen wollen. Springer können somit direkt nach dem Sprung in den Kanal und sehen, was in Sachen Aerodynamik gut war – und was nicht.“
Langlauf
„Janosch Brugger (WSG Schluchsee) verpasste aufgrund eines Infekts leider die Tour de Ski. Hinter ihm gibt es derzeit keinen Langläufer aus dem Schwarzwald, der rasch den Sprung in den Weltcup schaffen könnte. Es gibt aber im Skiinternat einige hoffnungsvolle Talente, die aber eben noch etwas Zeit brauchen.“
Ski alpin
Manfred Kuner ist begeistert von Emma Aicher (SC Mahlstetten), die bereits in mehreren Disziplinen in die Weltcup-Punkte fuhr – darunter war ein sechster Platz in der Abfahrt von St. Moritz.
„Emma hat unglaublich schnell den Sprung in die Weltspitze geschafft. Im Ski alpin dauert dies oft länger. Sie ist eine echte Allrounderin in ihren jungen Jahren, die beste Skifahrerin, die wir seit vielen Jahren haben.“
Skicross
Schon beim Weltcup-Auftakt feierte Daniela Maier (SC Urach) im französischen Val Thorens den ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere.
„Dani ist ja schon längst absolute Weltspitze. In diesem Winter ist die Leistungsdichte größer geworden. Sandra Näslund ist nicht mehr die Ausnahmecrosserin. Dani kann in diesem Winter noch oft auf dem Podest stehen, auch auf dem obersten“, ist Kuner von der Olympia-Dritten begeistert.
Snowboardcross
„Im Snowboard sind wir in Baden-Württemberg sehr gut aufgestellt“, denkt der SVS-Präsident vor allem an Paul Berg (SC Konstanz) und Jana Fischer (SC Löffingen, Bräunlingen). Fischer verpasste in Les Deux Alpes als Vierte nur knapp das Podest.
Nordische Kombination
Während Manuel Faißt (SV Baiersbronn) als Gesamtneunter des Weltcups „absolut im Soll“ sei, habe Fabian „Rio“ Rießle (SZ Breitnau) bisher „kolossale Probleme. Dies liegt wohl auch materialbedingt daran, dass er mit dem neuen Sprungstil nicht richtig klar gekommen ist“, hofft Manfred Kuner, dass der Team-Olympiasieger rechtzeitig zum Heimweltcup in Schonach die Wende schafft.
„Rio hat es wahrlich verdient, dass er sich noch einmal in seiner Heimat präsentieren darf.“ Zudem freut sich der Schwarzwälder in Schonach auf Nathalie Armbruster (SV-SZ Kniebis). „Sie ist ein ganz großes Juwel.“
Schwarzwaldpokal
Manfred Kuner geht also fest davon aus, dass der Schwarzwaldpokal vom 26. bis 28. Januar ausgetragen werden kann. „Stand heute würde es grünes Licht geben. Auch die Wetterprognosen sprechen nicht dagegen“, ist der SVS-Präsident sehr zuversichtlich, dass es auf der Langenwaldschanze und auf der Langlaufstrecke in Wittenbach um Weltcup-Punkte gehen wird. Eine endgültige Entscheidung soll am 17. Januar fallen.