Das Gesundheitsamt Rottweil möchte die Impfung weiterhin vornehmen. (Symbolfoto) Foto: pixabay

Wer an Gelbfieber erkrankt und eine sogenannte toxische Phase erlebt, für den liegen die Überlebenschancen nur bei etwa 50 Prozent. Der Landkreis Rottweil will deshalb als freiwillige Aufgabe weiterhin Gelbfieberimpfungen vornehmen.

Gelbfieber tritt in tropischen Gebieten auf beiden Seiten des Atlantiks auf, insbesondere in Afrika und Südamerika, wie Gesundheitsamtsleiter Heinz-Joachim Adam dem Kreisverwaltungsausschuss erklärte.

 

Das Virus wird laut Robert-Koch-Institut über den Stich der Stechmücke vom Affen auf den Menschen übertragen und führt im schlimmsten Fall zu Leber- und Nierenversagen und schließlich zum Tod.

Einige Länder verlangen von Reisenden den Nachweis einer Gelbfieber-Impfung bei der Einreise. Die Impfung muss dabei nach den internationalen Gesundheitsvorschriften in staatlich anerkannten Gelbfieberimpfstellen erfolgen.

Das Gesundheitsamt in Rottweil ist seit Jahren eine solche. Im Kreis Rottweil sei zudem eine weitere Einrichtung bekannt (laut Tropeninstitut-Verzeichnis die Praxis von Michael Eisfelder in Rottweil). Die Impfung sei nicht ohne, deshalb gebe es auch eine Zulassung, so Adam.

Keine Staatshaftung für Schäden

Im November 2023 habe das Sozialministerium mitgeteilt, dass die Gelbfieberimpfung als Reiseimpfung anzusehen sei und daher keine Staatshaftung für Impfschäden bestehe, so Adam. Die Versicherung des Landkreises beurteile dies aber anders.

Das Gesundheitsamt Rottweil empfehle, die Anerkennung als Gelbfieberimpfstelle nicht abzugeben und das Angebot beizubehalten. Man nehme jährlich um die 20 bis 40 Gelbfieber-Impfungen vor, erklärte Adam auf Nachfrage von FDP-Kreisrat Gerhard Aden. Das sei kostenneutral für den Landkreis.

Der Verwaltungsausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, dem Gesundheitsamt die Durchführung von Impfungen als staatliche zugelassene Gelbfieberimpfstelle als freiwillige Aufgabe des Landkreises zu übertragen.