Seit Ostern gibt es kaum mehr Coronafälle an den Kreisschulen. (Symbolfoto) Foto: Soeder

Seit Beginn der Pandemie 2020 gab es eine Menge Regeln und Vorgaben, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Im Kreisausschuss für Soziales, Kultur und Schulen ließ man diese noch einmal Revue passieren.

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Kreis Rottweil - Seit dem 19. April 2021 gibt es an den Schulen eine indirekte Testpflicht. Das bedeutet, dass ein negatives Ergebnis Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht ist.

Der Landkreis Rottweil hat seit April insgesamt rund 88 000 Testkits über das Land beschafft. Diese wurden nach einem vom Land festgelegten Schlüssel verteilt. Rund 29 000 gingen an die Nell-Breuning-Schule, 23 000 an die Erich-Hauser-Gewerbeschule, 21 000 an die Beruflichen Schulen Schramberg. Der Landkreis hatte zudem ein Reservekontingent von 2000 Selbsttests zur Überbrückung von möglichen Lieferengpässen angeschafft.

Nicht bei allen Schülern habe problemlos ein nasaler Selbttest durchgeführt werden können, erklärte Hauptamtsleiter Gerald Kramer dem Ausschuss. Deshalb habe man für den Einzelfall auch Spucktests angeschafft. Diese seien bei Schülern mit geistiger Einschränkung zum Einsatz gekommen.

Thomas Engeser (FWV) wollte wissen, warum man an den Schulen ausgerechnet die unangenehmste Testart verwende. Das sei eine Frage dessen, wie sicher man mit dem Ergebnis gehen wolle, so Gesundheitsamtsleiter Heinz-Joachim Adam. Der Spucktest komme bei den meisten Menschen am besten an, könne aber auch leicht falsch-positiv sein. Dies könne etwa passieren, wenn innerhalb einer Stunde vor dem Spucktest etwas gegessen wurde. Der nasale Abstrich sei genauer.

Ein paar verweigern Tests

Georg Schumacher (CDU) wollte wissen, wie groß die Testbereitschaft an den Schulen sei. Grundsätzlich groß, meinte der Geschäftsführende Schulleiter Axel Rombach (FWV). Trotzdem gebe es auch ein paar Verweigerer. Teils liege das in den Schülern selbst, teils in den Eltern begründet und sei eher ein Ausdruck der Abneigung gegen Corona-Maßnahmen im Allgemeinen. Testverweigerer erhielten weiterhin Fernunterricht. Seit Testzertifikate ausgestellt werden, die auch für Vereinsaktivitäten und andere Freizeitmöglichkeiten gelten, seien die Verweigererzahlen gesunken, so Rombach.

Aktuelle Corona-Fälle gebe es an den Kreisschulen keine, erklärte er auf Frage von Norbert Swoboda (FWV). Die meisten seien vor Weihnachten aufgetreten. Seit Ostern habe es kaum mehr welche gegeben.

Winfried Hecht (SPD) erkundigte sich nach dem psychologischen Betreuungsbedarf und Wissenslücken bei den Schülern nach dieser langen Pause vom normalen Präsenzunterricht. Es werde Zeit, sich zu überlegen, wie der Wiedereinstieg gelingen könne, meinte Axel Rombach. Der Betreuungsbedarf sei hoch, während es generell zu wenig Kinder- und Jugendpsychologen gebe. In Sachen Wissenslücken sei ein Förderprogramm der Landesregierung mit dem Namen "Rückenwind" geplant, der vorsieht, zusätzliche Kräfte für den Abbau von Lernrückständen einzusetzen.

Das Land müsse grundsätzlich seit längerer Zeit mehr in diesem Bereich tun, sagte Landrat Wolf-Rüdiger Michel. Leider habe man oft die Erfahrung gemacht, dass solche Programme teils vom Land, teils vom Landkreis finanziert würden, ehe sich das Land irgendwann zurückziehe. Stattdessen sollte es sowohl mehr Möglichkeiten als auch eine dauerhafte Finanzierung des Landes geben, meinte der Landrat.

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