Unterstützt von einem kleinen Gospel-Chor aus den eigenen Reihen gibt die Stadtmusik das Weihnachtsmedley "Got Tell It" zum Besten. Foto: Kiolbassa

Weihnachtskonzert mit abwechslungsreichem Programm. Mit Witz und Charm durch das Programm.

Schramberg - Zu einem musikalischen Höhepunkt der Weihnachtsfeiertage wurde erneut das Konzert der Stadtmusik am ersten Feiertag.

Es sollte eine besinnliche Zeit sein, doch die Tage kurz vor Weihnachten gehören häufig zu den stressigsten im ganzen Jahr. Das wissen auch die aktiven Musiker der Stadtmusik Schramberg. Zwei Tage vor Heiligabend sind die letzten Proben für das traditionelle Jahreskonzert am ersten Weihnachtsfeiertag. Doch trotz der oft anstrengenden Probenphasen freuen sich alle darauf, an diesem Abend gemeinsam zu musizieren.

Mit viel Witz und Charme führten Mirjam Hettich und Jonas Rehm durch das Programm.

Das Hauptorchester eröffnete unter der Leitung von Meinrad Löffler seinen Konzertpart mit einer neuen Interpretation der Ouvertüre aus Gioacchino Rossinis "Der Barbier von Sevilla". Die einprägsame und impulsiv dynamische Melodie wurde vom Orchester perfekt inszeniert und versetze die Zuhörer in das Italien um 1816, das Jahr der Uraufführung der Oper.

Mit "Battle of Hearts" von Bert Appermont, bei den Musikern besser bekannt als "Four Castels" oder "Dieses Stück halt", schuf das Orchester ein imposantes Klangerlebnis und versetzte die Zuhörer über ihre virtuose Spielfähigkeiten in Staunen. Die Grundlage für das Stück legte Heinrich von Kleist mit "Das Käthchen von Heilbronn."

Die vier Sätze orientieren sich stark an der Rittergeschichte. Der musikalische Höhepunkt fällt mit dem des Dramas zusammen. Im energischen und aufbrausenden Mittelteil mit dem passenden Titel "The Fire" entladen sich die Gefühle der Protagonisten, was in der musikalischen Umsetzung perfekt nachzuempfinden war.

Komponist Philip Sparke beschrieb sein Stück "Pantomime" selbst als eines der "unter den Eufonium-Solisten beliebtesten Stücke." Ob dies wirklich der Fall ist, wird wohl nie ganz geklärt werden. Einer der es verraten könnte, ist Helmut Schilling, der das Publikum mit seiner virtuosen Solo-Darbietung an diesem Instrument begeisterte. Schilling begann seine musikalische Karriere mit sieben Jahren im Musikverein Dürbheim an der Trompete. Später wechselte er zur Stadtkapelle Spaichingen und nach der Ausbildung zum Polizeibeamten ließ er sich im Jahr 1986 zum Musikkorps des Bundesgrenzschutzes nach München versetzen. 2001 war Schilling Preisträger beim internationalen Wettbewerb für Eufonium in Hammelburg. Seit dieser Zeit wirkt er ständig als Gastsolist und Studiomusiker bei verschiedenen namhaften Orchestern mit. Seit 2008 ist Schilling beim Bundespolizeiorchester München Solo-Eufonist.

Mit dem nächsten Stück begaben sich die Musiker in das 20. Jahrhundert, in die Zeit, in der ein Komiker als kleiner Mann mit Zweifingerschnurrbart, zu großen Schuhen, Melone auf dem Kopf und Bambusstock in der Hand Geschichte schreibt. Sir Charles Spencer Chaplin, besser bekannt als Charlie Chaplin, ist der Vater einer Reihe unvergesslicher Filme, in denen die Musik eine große Rolle spielt. Die bekanntesten Melodien dieser Filme orchestrierte der holländische Komponist Marcel Peeters zu einem unterhaltsamen, scherzhaften Medley, das die Stadtmusik gekonnt umsetzte.

Zum Schluss des Konzerts hatten die Musiker eine Premiere parat. Erstmals hatte sich eigens für das Konzert ein kleiner Stadtmusik-Gospelchor gebildet, der begleitet vom Rest des Orchesters das Weihnachtsmedley "Got Tell It" von James L. Hosay einstudiert hatte. Die Solostimmen wurden von Mirjam Hettich und Dominik Dieterle gesungen.

Mit dem gemeinsamen Ruf "Go Tell It" rundeten die Musiker das Weihnachtskonzert ab. Für ihre imposante Darbietung wurden sie vom Publikum mit tosendem Applaus belohnt und kamen auch der Forderung nach einer Zugabe gerne nach. Denn trotz der anstrengenden Vorbereitung möchte keiner der Musiker das Konzert missen. Zumal auch in diesem Jahr das Orchseter auf ein sehr gelungenes Konzert stolz sein kann.

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