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Schramberg Schon längst auf den Hund gekommen

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Zum Training ist nicht zwingend Schnee erforderlich. Foto: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

Die große Freiheit, das Eintauchen in die Natur und das ganz urtümliche Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier: Bei Fahrten mit Schlittenhunden lässt sich all das unbeschwert genießen. Das Rad der Zeit wird dabei weit zurückgedreht.

Schramberg/Hardt. Die Familie Gebelein – wohnhaft in Hardt und bekannt durch ihre Zahnarztpraxis in Schramberg –­ hat sich diesem ungewöhnlichen Hobby verschrieben, das aber immer mehr im Kommen ist. Das gilt sowohl für Matthias und Kathrin Gebelein als auch deren Kinder Maximilian (19), Konstantin (16) und Raphael (12).

Die Familie besitzt vier Siberian Huskys mit den Inuit-Namen Ankanuk, Anyu, Nuka und Tikaani, die sich pudelwohl fühlen. "Sie sind sehr kinderlieb und totale Familienhunde", erzählt Kathrin Gebelein. "Die Hunde sind echte Blutdrucksenker und sorgen für Entspannung", ergänzt ihr Mann.

Doch wie kommt man zu solch einem Hobby? Die Familie Gebelein war schon immer gerne in Skandinavien im Urlaub – und dort kommt man früher oder später mit dem Thema Huskys in Berührung. Im norwegischen Lillehammer und Finnland wurden die ersten Versuche unternommen. Seit drei Jahren haben die Gebeleins endgültig Feuer gefangen und das Schlittenhundefahren zu ihrem Hobby erkoren. Mittlerweile wurden bei hochkarätigen Wettbewerben beachtliche Erfolge eingefahren.

Zunächst aber galt es, den passenden Züchter zu finden, bei dem man Hunde erwerben konnte. "In Brandenburg nahe der polnischen Grenze wurden wird nach längerer Suche fündig. Es hat von Anfang gepasst, vielleicht auch, weil die Leute ebenfalls Zahnärzte sind und drei Jungs haben", sagt Kathrin Gebelein.

Nachdem die Tiere im Alter von 14 Wochen angeschafft waren, folgte die nächste Hürde: deren Erziehung. Von grundlegender Bedeutung ist das Erlernen der Kommandos wie "Rechts", "Links", "Langsamer" oder "Stopp". Dafür werden im Übrigen die Worte aus der Sprache der Inuit gebraucht, wo Schlittenhunde seit vielen Jahrhunderten von existenzieller Bedeutung sind.

"So etwas braucht permanentes Training", weiß Kathrin Gebelein. Neben dem Einüben der Kommandos gibt es ein sensibles Vertrauensverhältnis zwischen den Hunden und dem Mann oder der Frau dahinter. "Man muss dem Hund ein Stück weit seinen eigenen Kopf lassen", sagt Matthias Gebelein. Zudem gebe es in jedem Rudelverbund eine strikte Hierarchie. Und doch: Die Hunde sind untereinander sehr fürsorglich und sozial. Die Älteren geben den Jüngeren beispielsweise Lektionen in Sachen Benehmen.

Beim Training gibt es viele Varianten, beispielsweise können die Tiere im Sommer zum Joggen und im Winter zum Langlaufen mitgenommen werden. Bei letzterem ziehen die Hunde den Läufer. So kommt dieser zwar schneller die Berge hoch, allerdings will das sichere Stehen unter diesen Umständen erst einmal erlernt werden. Vor Wettkämpfen wird vier bis fünf Mal pro Woche trainiert. "Wir sind da wie ein Familienunternehmen, jeder beteiligt sich", sagt Kathrin Gebelein.

Um an Wettkämpfen teilnehmen zu können, muss eine Prüfung abgelegt werden. So muss nachgewiesen werden, dass die Hunde kommandofest sind sowie die Verhaltensregeln und das Reglement beherrscht werden.

Das Ganze entwickle sich mit zunehmendem Training – ganz wie bei Leistungssportlern. In diesem Segment ist die Familie Gebelein längst angekommen. Das erste offizielle Rennen war die Internationale Deutsche Meisterschaft Schlittenhunde-Wagenrennen in Reisenbach im Bikejöring, wo der Hund quasi den Radfahrer zieht. Hier landete Konstantin Gebelein auf dem erste Platz bei den Junioren, sein Vater Matthias Gebelein auf dem dritten Platz bei den Herren.

Auch an den Meisterschaften auf Schnee in Inzell nahm Matthias Gebelein teil. Er fuhr dabei auf Skiern und wurde von zwei Hunden gezogen – und holte sich den ersten Platz.

Bei den Weltmeisterschaften in Sveg (Schweden) landete Konstantin Gebelein in der Kategorie "SJ junior" auf dem ersten Platz, Matthias Gebelein wurde in der Klasse "SJM" Sechster.

Solche Spektakel locken Jahr für Jahr mehrere tausend Zuschauer an. In Schweden waren 1500 Hunde und Hunderte "Musher" – wie die Schlittenhundeführer im Fachjargon heißen – am Start. Die Strecken sind zwischen fünf und 40 Kilometer lang. Dass Huskys extrem ausdauernd sind, zeigt sich beispielsweise am längsten Rennen in Norwegen: Dort legen Großgespanne in mehreren Etappen mehr als 1000 Kilometer zurück. Daran nimmt die Familie Gebelein noch nicht teil – doch was nicht ist, kann noch werden.

Weitere Informationen: Bei der "Nacht der Lichter" am Freitag, 8. Juni, gibt es einen Vortrag der Familie Gebelein zum Thema Skandinavien. Beginn ist um 19.30 Uhr bei "Sport Walter".

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