Vertraten das Gymnasium Schramberg beim Landeswettbewerb "Schüler experimentieren" in Balingen: Ronja Ratz und Jule Großmann.Foto: Gymnasium Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Sechstklässlerinnen bei "Schüler experimentieren"

Zwei Schülerinnen des Gymnasiums Schramberg testen, wie sich Gewürze als Farben machen

Würzige Farben hieß das Thema, mit dem die beiden Sechstklässlerinnen Ronja Ratz und Jule Großmann das Gymnasium Schramberg beim Landeswettbewerb "Schüler experimentieren" vertraten.

Schramberg. Die beiden Schülerinnen malen gerne und wollten versuchen, verschiedene Farben aus ungiftigen Rohstoffen herzustellen. Dabei entdeckten sie, dass einige Küchengewürze schöne Farben haben und beschlossen, diese als Grundstoffe für ihre selbst hergestellten Farben zu verwenden.

Sie nahmen Kurkuma und Safran für gelbe Farben, Paprikapulver für rote und Dill für grüne. Zunächst versuchten sie, die Gewürze in Öl und Wasser zu lösen und die farbigen Lösungen direkt mit dem Pinsel aufzutragen. Das klappte mit Wasser deutlich besser als mit Öl, welches hässliche Fettflecken hinterließ.

Aber damit gaben sich die beiden Jungforscherinnen noch nicht zufrieden. Sie stellten mit den Gewürzen außerdem noch Wachsmalstifte und verschiedene Kreiden her.

Für die Herstellung der Wachsmalstifte schmolzen sie Bienenwachs und Stearin, mischten die Gewürze unter und gossen diese Mischung in Pappröhrchen. Nach dem Aushärten ergaben sich so schöne Stifte, mit denen gut zu malen war.

Kreiden werden meist aus Gips hergestellt. Das probierten Ronja und Jule auch und stellten fest, dass diese Kreiden sehr hart wurden und die Farben nicht sehr intensiv waren. Auch aus Speisestärke lassen sich Kreiden herstellen, diese waren allerdings viel zu weich zum Malen und zerfielen schnell. Eine Mischung aus Gips und Speisestärke ergab dagegen stabile Kreiden, mit denen sich auch gut auf die Tafel malen ließ.

"Jugend forscht" ist in Deutschland der bekannteste Schülerwettbewerb im naturwissenschaftlichen Bereich. Für die jüngeren Schüler bis 14 Jahren heißt der Wettbewerb "Schüler experimentieren". Im Februar hatten die Regionalwettbewerbe stattgefunden. Jule und Ronja konnten sich mit ihrem Forschungsprojekt beim Regionalwettbewerb in Pforzheim erfolgreich gegen alle anderen Projekte aus dem Bereich Chemie durchsetzen. So waren sie jetzt zum Landeswettbewerb Baden-Württemberg nach Balingen eingeladen, an dem schließlich 62 Projekte aus den verschiedenen Kategorien bewertet wurden. Dieses Jahr fanden alle Wettbewerbe pandemiebedingt rein virtuell statt. Da es auch nicht erlaubt war, für die Wettbewerbe an die Schule zu kommen, mussten Ronja und Jule ihr Projekt jeweils von zuhause aus präsentieren. Das funktionierte dank der großartigen Unterstützung der beiden Familien zum Glück reibungslos. Die beiden konnten im Wohnzimmer von Ronjas Eltern ihren liebevoll dekorierten Stand einrichten und die Präsentationen von dort aus durchführen.

In diesem Jahr hat es für Ronja und Jule noch nicht für eine Platzierung beim Landeswettbewerb gereicht, aber die beiden haben schon wieder viele Ideen für neue Forschungsarbeiten und möchten nächstes Jahr auf alle Fälle wieder bei Jugend forscht mitmachen.

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