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Schramberg Die Kirche braucht "Kümmerer"

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Wilfried Kunz und die Konzelebranten Pfarrer i.R. Josef Beke (rechts), Pfarrer i.R. Fritz Dietmar Ott (Dritter von links), Pater Johannes Moosmann (links), Pater Severin Fleig (Zweiter von links), Diakon Andreas Wolfgarten (Dritter von rechts) und Pfarrer Christian Mario Hess (Zweiter von rechts). Fotos: Anton Foto: Schwarzwälder Bote

Ein besonders festliches Hochamt mit Pallottinerpater Wilfried Kunz und fünf Konzelebranten erlebten die Gottesdienstbesucher in St. Johann Baptist. Anlass war das Goldene Priesterjubiläum des aus Tennenbronn stammenden Ordensgeistlichen.

Schramberg-Tennenbronn. Namens des Pfarrgemeinderats wurden die zahlreichen Gottesdienstteilnehmer vom stellvertretenden Vorsitzenden Josef Broghammer begrüßt. Er bedankte sich auch bei allen Geistlichen, die zur Feier ihres Mitbruders gekommen waren: Pfarrer i.R. Josef Beke, Pfarrer i.R. Fritz Dietmar Ott, Pater Johannes Moosmann, Pater Severin Fleig und Diakon Andreas Wolfgarten. Auch Sr. Damiana aus Chimbote, die zur Zeit auf Heimaturlaub in Tennenbronn weilt, wurde begrüßt. Aus gesundheitlichen Gründen mussten Pater Werner, Pater Helmut und Pfarrer i.R. Schäufele der Feier fernbleiben.

Eine freudige Nachricht war die Vorstellung von Pfarrer Christian Mario Hess (38), im früheren Beruf Orgelbauer, als Kooperator für die Übergangszeit bis zum 1. Advent. Bis Ende August in Villingen tätig, sei er zum Kooperator der Seelsorgeeinheit St.Georgen-Tennenbronn ernannt worden. Josef Broghammer hieß Pfarrer Hess herzlich willkommen und gab seiner Freude Ausdruck, dass die Seelsorgeeinheit wieder einen Seelsorger und Ansprechpartner habe.

Der Hauptperson der Feierlichkeiten, Pater Kunz, gratulierte er zum großen Fest des 50. Priesterjubiläums und blickte zurück auf den Werdegang des Tennenbronner Pallottiners. Geboren 1943, in der Kriegszeit, sei er in einer kinderreichen Familie aufgewachsen, weshalb das Werben um einen geistlichen Beruf durch Pfarrer Wilhelm Borsbach bei Eltern und Sohn auf fruchtbaren Boden gefallen sei. Im Internat der Pallottiner im Paulusheim in Bruchsal sei er wie schon mehrere Tennenbronner Jungs vor ihm auf das Abitur vorbereitet worden und danach ins Noviziat der Pallottiner eingetreten. Bei der Profess 1965 habe er sich entschieden, sich voll und ganz in den Dienst Gottes zu stellen. Nach seinem Philosophie- und Theologiestudium sei er 1969 zum Priester geweiht worden und habe sein erstes Messopfer in der Festhalle Tennenbronn gefeiert, da die neue Kirche noch im Bau war.

Um den Primizsegen des Neupriesters zu erhalten, seien die Menschen von weit her gekommen. Mit Bedauern wies der Pfarrgemeinderat darauf hin, dass seitdem kein Primizsegen mehr erteilt worden sei.

In den 50 Jahren seines seelsorgerlichen Wirkens mit jungen und alten Menschen, als Führungsperson und Verantwortlicher, habe die Sorge um seine Heimatgemeinde Tennenbronn immer einen festen Platz eingenommen. Für seine vielen Aushilfen auch in Urlaubszeiten dankte Broghammer Pater Wilfried und auch den anderen Tennenbronner Patres.

Die Feier des Goldenen Priesterjubiläums in der Heimatgemeinde, der auch der Kirchenchor und Organist Geismann einen besonders festlichen Rahmen gäben, sei eine große Ehre. Auf Wunsch des Jubilars wird die Summe aus den Spendenkörbchen an Pater Severin gehen, der schon bald wieder nach Uruguay reisen und das Geld für die arme Bevölkerung verwenden wird.

In seiner Erwiderung hieß Pater Wilfried ebenfalls die ganze Gemeinde und seine Schulkameraden willkommen und dankte für die Vorbereitung der Feier.

Der 30-köpfige Kirchenchor unter Leitung von Ute Haas-Woelke sang zur Feier des Tages die festliche Messe von Charles Gounod. An der Orgel begleitete Wilm Geismann. Trug das Kyrie eher einen flehenden Charakter, so war das Gloria gekennzeichnet von freudiger Bewegung und jubelnder Majestät. Das Sanctus erschien feierlich und ehrfurchtsvoll, doch beim Hosanna kamen die Stimmen ins Jubilieren. Mit weichem Ausdruck gestaltete der Chor das Benediktus. Sehr verinnerlicht und andachtsvoll erfolgte das Agnus Dei. Als Kantorin wirkte Walburga Weisser.

Der Satz aus der Lesung aus dem ersten Timotheus-Brief "Er hat mich für treu gehalten und in seinen Dienst genommen" konnte direkt auf den Jubilar angewendet werden, der in der Predigt seine unkomplizierte Nähe zu den Gläubigen bewies.

Nach kurzem Rückblick auf die Umstände seiner Berufung kam er auf das Evangelium zu sprechen, wo der gute Hirte das verlorene Schaf sucht, bis er es gefunden hat. Auch die Geistlichen seien als Hirten ihrer Gemeindeherde tragende Säulen. Die Kirche brauche "Kümmerer" über den eigenen Lebenskreis hinaus, wie es der Gründer des Pallottiner-Ordens, Vinzenz Pallotti, gefordert habe. Zum Schluss ging Pater Wilfried noch auf zwei große Persönlichkeiten aus dem Orden ein. Genau zur gleichen Zeit wie bei seinem Jubiläum werde der Pallottinerpater Richard Henkes in Vallendar selig gesprochen. In der damaligen Tschechoslowakei tätig, sei er im Nationalsozialismus verfolgt worden und danach freiwillig als Glaubenszeuge zu den Typhuskranken gegangen, wo er nach Ansteckung den Tod fand.

In seinem Dankwort richtete der Jubilar den Blick auf alle, die ihm ein Zuhause geboten hätten, darunter auch die Haushälterin und ein kleines Kätzchen.

Jeder der Konzelebranten fand seinerseits persönliche Worte, was er mit Pater Wilfried erlebt hatte. So dankte Pfarrer Josef Beke für das gemeinsame Glas Wein und Pater Severin lud schon alle ein zu seinem Goldenen Priesterjubiläum in Hardt in zwei Jahren. Auch für die nicht anwesenden Gratulanten wurden Glückwünsche verlesen.

Mit dem Dank an alle Mitwirkenden beschloss der Hauptzelebrant den Gottesdienst, bevor Geistliche und Ministranten feierlich aus dem Gotteshaus auszogen.

Die Kirchengemeinde lud anschließend zum Sektempfang in den Gemeindesaal.

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