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Schonach Skulpturen von Klaus Ringwald geben Charakterköpfen ein Gesicht

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Der "Stier von Kork" ist eines jener Beispiele, bei denen Ringwald historischen Hintergrund transportiert, wie beim Münsterbrunnen in Villingen. Foto: Schwarzwälder Bote

Schonach. Das Museum der Klaus-Ringwald-Stiftung in Schonach prosperiert. Aus Anlass der Erinnerung an den Künstler, der vor 80 Jahren geboren wurde, werden neue Angebote gemacht.

Die Kuratoren Silvia Hettich, Klemens Auberle, Klaus Schuler, Gerhard Adam, Johannes Werner, Hubert Maier, Arnold Kuner, Oswald Blank und Wolfgang Förtsch zeichnen sich durch Kompetenz aus, manifestiert in ­Verehrung des 2011 verstorbenen Schonacher Künstlers, Gestaltungswillen und Einsatzfreude. Sie sind auskunftsbereit und führen gerne Einzelpersonen oder Gruppen.

Zu den bisherigen Exponaten von Reliefs bis hin zu Großplastiken wird ein dualer Bezug von Gipsform und fertiger Bronze-Figur hergestellt. Geschickt sind Aufstellung, perspektivische Blickwinkel und florale Gestaltung.

Eindrucksvoll wird das "Spezialgebiet Porträt" in den Fokus gerückt. Dazu dienen die Köpfe von Lothar Späth, Wilhelm Binder, Heiner Geißler, Dieter Grässlin, Pierre Boulez und der Mutter des Künstlers.

Deutlich wird die Wirkungsweise des Skulpteurs, die detaillierte Darstellung und die eigene Deutung der Person. Ringwalds Überlegungen reichten bis zur Patina, die eine Bronze überzieht, und er gibt den Dargestellten ein Gesicht.

Videoaufnahme gibt Einblick in den Schaffensprozess

Sein Freund Johannes Werner, habilitierter Philosoph, sah oft "spitzbübische, schalkhafte Freude" dahinter, um im Hegelschen Sinne Bildnisse "gleichsam getroffener, dem Individuum ähnlicher als das wirkliche Individuum selbst" zu schaffen. Ringwald habe dargestellt und stellte bloß, er legte frei, verdeutlichte, verschärfte, enthüllte, so Professor Werner.

Da entstanden nicht nur die oft von Furchen durchzogenen Porträts, sondern auch das "Liebespaar" oder der "Korker Stier". Von letzterem sind zwei Modelle zu sehen. Den Korker Bühl in Kehl ziert das gewaltige, auf einem Sockel stehende Original, das an die Stierlaufsage aus dem Jahre 1476 erinnert, bei der es um die Regulierung eines Grenzstreites ging. Alles erhält Charakter, egal ob die nubische "Schwarze Eva", die "Mutter", ein Liebespaar oder gesellschaftliche Größen.

Im Museum kann man dem Künstler per Videoaufnahme über die Schultern sehen und die Fertigung einer Skulptur beobachten. Auf einem Skelett wird aus Ton das Modell geformt und aus Gips das Positiv gefertigt, woraus ein weiteres Negativ entsteht, das mit Kern und Überschicht ausgegossen wird – das Wachs fließt heraus, die Bronze hinein. Immer wieder muss nachgearbeitet und müssen Reste entfernt werden bis schließlich die prachtvolle Plastik fertig ist.

Die Einladung des Vereins gilt: "Gehen sie mit!" (in die Ausstellung). Sie ist noch bis Freitag, 20. September, im Klaus-Ringwald-Museum zu sehen. Das Gebäude im Alfred-Feudel-Weg 12 in Schonach ist jeweils zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ins Museum ist frei.

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