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Schönwald Schwarzwald Wintercamp: Campen bei Minusgraden

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Atmosphäre pur für abenteuerlustige Teilnehmer – beim Wintercamp in Schönwald war am Wochenende einiges geboten. Foto: Spitz

Schönwald - Zelten bei Minusgraden? Das Schwarzwald Wintercamp in Schönwald lehrte mich, zu lieben, was für mich als bekennenden Camping-Muffel bis vor Kurzem unvorstellbar war.

"Das geht wirklich gut, das ist nicht so schlimm, wie viele denken", sagt Bürgermeister Christian Wörpel und lacht. Er hat das Schwarzwald Wintercamp nicht nur erfunden, er hat es auch schon dreimal (über-)lebt. Nun wage ich samt meiner großen, sechsjährigen Tochter Lena und Ehemann Sascha den Selbstversuch.

Eine Schneedecke liegt am Freitagnachmittag über den grünen Vaude Testzelten, die für das Wintercamp auf dem Freibadgelände rings um die neue Schwarzwald Iglu Sauna aufgestellt worden sind. Einen Steinwurf entfernt kommen einige ins Schwitzen: Sie sägen unter Anleitung des Outdoor-Experten Umut Bora im Iglubau-Work­shop mit Schneesägen Schneeblöcke aus einem riesigen Schneeberg. Maßarbeit ist angesagt: 60 Zentimeter lang, 18 Zentimeter tief, 40 Zentimeter hoch ist jeder der 40 Blöcke für das Vier-Mann-Iglu, das für die erste Campnacht unsere Behausung sein soll.

Die Outdoorklamotten übergestreift, packen wir mit an. Trainer Umut Bora ist nicht nur Outdoor-Experte, sondern auch Motivationskünstler. Wenn wieder einmal ein scheinbar perfekt fixierter Schneeblock ins Innere des Iglus kracht, zuckt er die Schultern, packt wieder an und stemmt den nächsten in die Luft. Erst nach schweißtreibenden fünf Stunden, in welchen im Schneegestöber Schneeblöcke um das fest gestampfte Fundament aneinander gereiht, mit einer Machete abgeschrägt, aufeinander gestapelt und miteinander verkeilt worden sind, steht das Iglu – samt professionellem, tiefergelegtem Eingang für die gewünschte Komfort-Temperatur.

Längst ist es dunkel. Die anderen Campteilnehmer haben ihre Zelte bezogen, darunter Paul Mathias aus dessen professionellem Winterzelt sogar ein Ofenrohr herausragt und der eigens für das Wintercamp aus Luxemburg angereist ist. Viele Teilnehmer hocken oben vor dem Kiosk am Lagerfeuer, lauschen den Klängen der Alphornbläser Schönwald, oder sind bei der Laternenwanderung oder auf Tourenski unterwegs mit DAV-Ausbildungsreferentin Isabell Kuner. Später kommt mit Flory Kern ein echter Freak, der von seinen Abenteuern an den Enden der Welt erzählt und ganz Mutigen sichtlich Lust auf das Heliskiing macht. Das gibt es hier zwar nicht, doch auch das Wintercamp lockt Outdoorsportler mit großem Programm und überrascht gleichzeitig mit seinem Wellness-Faktor: Campteilnehmer dürfen unter freiem Himmel ins 39 Grad warme Wasser des Schwarzwald Badezubers eintauchen, während vom Himmel dicke Schneeflocken rieseln, oder sich in der neuen Schwarzwald Iglu Sauna aufwärmen.

Die Wärme nehmen wir mit in den Schlafsack. Vollkommene Stille herrscht im Iglu. Und dank professioneller Winter-Bettstatt – Stroh, Rettungsdecke, Isomatte, Schlafsack, Wolldecke, Rettungsdecke – ist es kuschelig warm. "Ob mir kalt war? Mir war es sogar zu warm", sagt die sechsjährige Lena putzmunter am nächsten Morgen und stürzt sich nach dem Frühstück, serviert von Carmen Faustmann im Stüble, ins nächste Abenteuer.

Am Dobelskilift nebenan herrscht Hochbetrieb. Für uns liegen Schneeschuhe bereit. Rolf Kuner führt die dreistündige Sechs-Kilometer-Tour durch tiefen Schnee und ein zauberhaftes Waldgebiet mit schneebedeckten Tannen. Parallel lernen andere Teilnehmer beim Gletscher-Schnupperkurs mit Isabell Kuner vom DAV Grundkenntnisse für Gletschertouren. Ausgerüstet mit Seilen, Klettergurten und Eispickel bergen sie am Hang neben dem Skilift ein Opfer aus einer imaginären Gletscherspalte. Das Opfer hat überlebt – wir sind nach der langen Skitour K. O. Doch das Abenteuer Wintercamp macht müde Geister wieder munter. Später lädt Enrico Faustmann zum Mitfahren im Pistenbully ein – "jetzt machen wir eine Buckelpiste für die Skischule", sagt er. Das orangefarbene Signallicht zuckt durch die Nacht, vorne bäumt sich der Schnee auf, der Bully schaukelt hoch und runter, dann kommt der nächste Buckel.

Einer, der traditionell zum Wintercamp kommt, wird schon sehnlich von Campern und Gästen erwartet: Musher Florian Bachmann mit seinen Schlittenhunden. Jeder darf eine Runde mitfahren – Klein, aber auch Groß, sind aus dem Häuschen. "Let’s go", die Bremse unter dem Hundeschlitten herausgezogen, preschen wir mit einem Ruck los – acht skandinavische Schlittenhunde, Töchterchen Lena und ich im Schlitten, und Florian Bachmann auf dem "Stehplatz" dahinter. "Gee" (gesprochen: Tschie), ruft der Musher leise, und schon lenken die energiegeladenen Tiere nach rechts. Schneeflocken peitschen den Teilnehmern ins Gesicht. Sie brennen trotzdem für das ungewöhnliche Erlebnis – so wie für das ganze Wintercamp, das auch am zweiten Abend von im Badezuber musizierenden Alphornbläsern und Schönwalds Narren – Weiherma, Hirtebue und Wälderhexen – bereichert wird.

Und nachdem auch Nacht zwei, diesmal im Zelt, für die ganze Familie ohne erfrorene Zehen endet, ist nicht nur ein bekennender Camping-Muffel zum begeisterten Schwarzwald Wintercamper geworden.

Das Schwarzwald Wintercamp 2017 ging vom 13. bis 15. Januar auf 1000 Metern über NN am Dobelskilift über die Bühne. Schneehöhe: 60 Zentimeter Tiefste Temperatur: -6 Grad. Infos: www.schwarzwald-wintercamp.de

 
 

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Christel Börsig-Kienzler

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