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Schömberg Nächste Runde im Streit um Anlage

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Wie sicher ist die Windenergieanlage in Langenbrand? Mit diesem Thema befasst sich gerade das Landratsamt in Calw. Foto: Krokauer Foto: Schwarzwälder Bote

Geht von der bestehenden Windkraftanlage auf der Langenbrander Höhe eine Gefahr aus? Der Streit darüber geht in die nächste Runde.

Schömberg-Langenbrand. Wolfgang Arnold, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Lan­genbrand "Abstand zu Windkraft" hält es für möglich, dass vom Windrad auf der Langenbrander Höhe eine Gefahr ausgeht.

Arnold brachte die Diskussion darüber ins Rollen, als er berichtete, dass der Turm und die Anlagensteuerung mit Starkstrom von 1600 Volt öffentlich zugänglich seien. Außerdem äußerte er Zweifel daran, ob der Betreiber, die Prowind Energieanlagen-GmbH und Co. KG, die Anlage regulär warten lasse. Arnold hatte einen entsprechenden Brief an Wilfried Rühle, Leiter des Dezernats Bauordnung im Landratsamt Calw, geschrieben.

Unmittelbar nachdem bekannt geworden war, dass die Anlage öffentlich zugänglich ist, brachte Roland Helber, Beirat bei der Betreibergesellschaft und Mitinhaber der Anlage, ein Schloss an. Das stellt auch Arnold in einem weiteren Brief an Rühle zufrieden fest: "Der langwährende Zustand des vom Betreiber in Kauf genommenen unverschlossenen Zugangs ist beseitigt." Das Schreiben liegt dem Schwarzwälder Boten vor.

Ansonsten ist Arnold mit der Reaktion des Landratsamtes auf die derzeitige Situation aber nicht zufrieden. Die Sicherheit aktueller Windräder müsse im Zweijahres-Rhythmus von zertifizierten, externen Experten bescheinigt werden, so Arnold. "Soweit mir bekannt ist, haben Sie weder eine Besichtigung der Windenergieanlage, geschweige denn eine kompakte Überprüfung durch einen Techniker veranlasst. Dennoch haben Sie im letzten Telefonat versichert, dass von der Windenergieanlage keine unmittelbare Gefahr ausgehe", so Arnold an Rühle. "Damit nehmen Sie in Kauf, dass Sie im Schadensfall in der Verantwortung stehen würden", schreibt Arnold an Rühle.

Da Prowind dem Landratsamt bislang keine Kopie der angeblich dokumentierten Wartungen habe zusenden können, liege der Verdacht nahe, dass sowohl Wartung als auch Dokumentationen nicht vorhanden seien, argwöhnt Arnold. "Ich baue weiterhin auf ein Eingreifen der Verantwortlichen im Landratsamt Calw", schreibt er.

Als Anlage fügte Arnold seinem Schreiben einen Videoclip bei, in dem Rühle "die erschreckenden Laufgeräusche" der Windenergieanlage "mit ihrem Lagerschaden" vernehmen könne. Die Aufnahme stamme vom 16. Oktober, so Arnold. Erst vor zwei Jahren sei der gleiche Schaden "amateurhaft" behoben worden, klagt Arnold in dem Schreiben. "Auch das Wartungsbuch zeigt im generellen einen sehr nachlässigen Umgang", moniert der Sprecher der BI. Er teile deshalb Rühles Meinung nicht, dass von der Anlage keine unmittelbare Gefahr ausgehe. Im Namen der BI bittet er um eine zeitnahe Klärung, gegebenenfalls um eine Stilllegung der Windenergieanlage.

Dokumentation der Wartungsarbeiten muss bis Ende Oktober im Landratsamt sein

"Die bei der Betreibergesellschaft angeforderte Dokumentation der Inspektions- und Wartungsarbeiten liegt dem Landratsamt Calw noch nicht vor", antwortete Anja Härtel, Pressesprecherin des Landratsamtes Calw, auf Anfrage unserer Zeitung. Die Frist für die Einreichung der entsprechenden Unterlagen laufe bis Ende dieses Monats, teilte Härtel mit. "Die Betreibergesellschaft hat uns signalisiert, dass sich die Unterlagen auf dem Postweg zum Landratsamt befinden", schreibt die Pressesprecherin in ihrer E-Mail.

Grundsätzlich müsse der Betreiber für den ordnungsgemäßen Betrieb der Anlage sorgen, macht Härtel deutlich. Mit dem Anbringen eines neuen Vorhängeschlosses sei der Zutritt zur Anlage versperrt. "Somit ist nicht mehr von einer Gefährdung Dritter auszugehen", so die Pressesprecherin.

Aus der Sichtung des von Arnold zugesandten Videos hätten keine eindeutigen Schlüsse hinsichtlich einer potenziellen Gefährdung gezogen werden können, schreibt Härtel. "Die Windenergieanlage muss gefahrlos für Dritte und die Umwelt betrieben werden", machte sie deutlich. "Konkreten oder substantiierten Hinweisen und Erkenntnissen gehen wir nach beziehungsweise veranlassen die erforderlichen Schritte", fügte sie hinzu. "Vermutungen, wie von Anwohnern vorgetragen, reichen dafür aber alleine nicht aus", schrieb sie.

"Die Angelegenheit wird von uns aufgrund der Rechtslage verfolgt", schrieb Härtel abschließend.

Thomas Müllerschön, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der Windenergieanlage, verwies auf die gültige Baugenehmigung. Wenn etwas kaputtgegangen sei, habe die Betreibergesellschaft es reparieren lassen, teilte der mit. Zwei mal im Jahr gebe es eine Grundwartung, so Müllerschön. Bei anderer Gelegenheit hatte Müllerschön bereits versichert, dass sich das offizielle Wartungsbuch nicht im Turm befinde.

In einem offenen Brief vom Freitag an Arnold schreibt Helber, dass er von ihm einen Hinweis an den Betreiber erwartet hätte, wenn die Türe zur Anlage unverschlossen gewesen sei. "Obwohl die Turmtüre nicht offenstand, sondern durch ein Vorhängeschloss zugehalten war, haben Sie sich unberechtigter Weise Zugang zur Anlage verschafft. Dazu musste das beschädigte Vorhängeschloss aus den Ösen genommen werden", schreibt Helber in diesem Brief. "Dieses Vorhängeschloss, das ich sofort nach Ihrer Aktion durch ein neues ersetzt habe, ließ sich übrigens zudrücken und damit verschließen. "Das hätten Sie auch tun können", fügt Helber hinzu. Er nennt Arnolds Aktion ein "rechtswidriges Verhalten" und bezeichnet ihn einen "verbohrten Windkraftgegner". Helber teilte mit, dass sich die Gesellschafterversammlung des Betreibers mit dem Vorfall beschäftigen werde, es sei denn, dass vorher dem Betreiber oder ihm eine entschuldigende Erklärung von Arnold vorliege.

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