Gemeinderat Udo Bertsch begutachtet den Hackschnitzelofen. Foto: CDU Foto: Schwarzwälder Bote

Nahwärme: CDU-Delegation besucht Hackschnitzel-Heizkraftwerk in Bretten / Modell auch für Schömberg denkbar

Schömberg. Die Energiewende ist bisher überwiegend eine "Stromwende" mit Fotovoltaik und Wind. Der Anfang des Jahres eingeführte CO2-Preis auf fossile Brennstoffe (Öl und Gas) hat jetzt das Thema Wärme in den Fokus gerückt, heißt es in einer Pressemitteilung des CDU-Ortsverbands Schömberg.

Ab 2025 dürften keine neuen Heizölheizungen mehr eingebaut werden, und das Erneuerbare-Wärme-Gesetz schreibe einen Anteil von 15 Prozent erneuerbare Energien bei Neubau oder Sanierung der Heizung vor. Die Wärmeerzeugung der Zukunft sei nachhaltig, regenerativ und damit CO-neutral. Heizzentralen und Wärmenetze entstünden über Quartierskonzepte dezentral vor Ort, quasi die Heizung fürs Stadtviertel.

Dass so eine Lösung auch in Schömberg möglich sein könnte, darüber informierte sich eine Delegation des CDU-Ortsverbandes und der CDU-Fraktion im Schömberger Gemeinderat bei den Stadtwerken Bretten. "Die Energiewende wird auf privater und kommunaler Ebene umgesetzt werden, denn die Energieerzeugung der Zukunft wird kleinteilig sein", so Guido Sturm vom Ortsverband der CDU Schömberg.

"Dieses Hackschnitzel-Heizkraftwerk beheizt 140 Häuser in einem Neubau-Quartier", sagte Stefan Kleck, Geschäftsführer der Stadtwerke Bretten, "die Hackschnitzel werden von dem Dienstleister geliefert, der bei uns in Bretten den Grünschnitt durchführt und es ist auch unser Grünschnitt, aufbereitet, fertig für den Ofen." Mit solchen Konzepten schließe sich ein Kreislauf. "So ein Konzept passt auch zu Schömberg, unsere Wälder produzieren ausreichend Hackschnitzel", äußerte sich Joachim Zillinger, Fraktionsvorsitzender der CDU Schömberg.

Kleine Übergabestation

Das Nahwärme-Kraftwerk funktioniert folgendermaßen: Ein Blockheizkraftwerk, befeuert mit Erdgas, läuft 365 Tage und produziert genügend Wärme für die Heizwasserversorgung der Gebäude und erzeugt Strom. So ist eine fast 100-prozentige Energieausbeute und das Heißwasser im Sommer gesichert. Der Hackschnitzelofen wird in der kalten Jahreszeit zugeschaltet und liefert die Wärme für das Heizungswasser. Als Notfallsicherung sind zwei Gaskessel vorhanden, die sich bei Ausfall des Hackschnitzelofens automatisch zuschalten. Das heiße Wasser wird unterirdisch zu den Häusern geleitet. Die eigentlichen Wärmetauscher sind nicht größer als eine Schuhschachtel, und die gesamte Wärmeübergabestation passt in einen mittleren Stromkastenschrank.

Die geringe Größe des Hackschnitzelofens hat die Besucher beeindruckt. "Der Ofen ist jetzt nicht viel größer als das, was bei mir im Hotel im Keller steht", so Christoph Eck vom CDU-Ortsverband. Die Hackschnitzel sehen genauso aus, wie die, die man im Garten auf seine Beete streut. Der Hackschnitzelbunker wurde auch besichtigt, er wird von oben mit Lastwagen befüllt und von unten werden über ein Transportsystem die Hackschnitzel dem Ofen zugeführt.

"So ein System kann ich mir sehr gut für Schömberg vorstellen, vielleicht besuchen Sie uns mal im Schömberger Gemeinderat und berichten über Ihre Erfahrungen", schlug Ulrike Mayrhofer vor und bedankte sich bei Geschäftsführer Kleck für die Besichtigung des Hackschnitzel-Heizkraftwerkes der Stadtwerke Bretten.

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