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Schömberg Aufwand in Hotels und Restaurants ist enorm

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Ursula Buchleitner (links), Koordinatorin zwischen der Gemeinde Schömberg, dem Restaurantpächter im Kurhaus und dem Veranstaltungsbereich, Jürgen Seibold, Obermeister der Konditoren-Innung Freudenstadt-Calw, und Marina Moser, Leiterin der Touristik und Kur, freuen sich darauf, dass die Hotels und Gastronomiebetriebe wieder loslegen dürfen. Foto: Krokauer Foto: Schwarzwälder Bote

Die Hoteliers, Gastronomen und Einzelhändler haben in Schömberg aufgrund der Maßnahmen wegen der Corona-Krise in den vergangenen Wochen enorm gelitten. Doch einfach abwarten oder gar Bange machen kommt für die Betriebe nicht infrage.

Schömberg. "Schömberg schläft nicht", versichert Jürgen Seibold. Er ist Obermeister der Konditoren-Innung Freudenstadt-Calw und stellvertretender Vorsitzender des Bereichs Tourismus im Verein Tourismus, Handel und Gewerbe Schömberg (THG).

Seibold hofft, dass die Verunsicherung in der Bevölkerung abnimmt. Wie sensibel die Menschen reagieren, hat er in den vergangenen Tagen gemerkt: "Die Zögerlichkeit der Kundschaft ist sehr groß."

Als am 18. Mai die Gastronomiebetriebe sowie die Ferienwohnungen und Campingplätze wieder öffnen durften, hat auch Seibold sein Café Talblick geöffnet. Dann ging der Corona-Ausbruch in einem Restaurant im Landkreis Leer durch die Medien. Sofort merkte Seibold, wie die Kunden wegblieben: "Nach Christi Himmelfahrt ist das Geschäft kontinuierlich weggebrochen." Am vergangenen Dienstag habe er seinen Betrieb wieder geschlossen, nachdem er gut eine Woche geöffnet gewesen sei: "Es war betriebswirtschaftlich nicht darstellbar."

Doch jetzt ist das Café wieder offen. Sein Hotel ist nun ebenfalls geöffnet. Gemäß der Corona-Verordnung für die Beherbergungsbetriebe und Sportstätten dürfen jetzt auch Hotels wieder Gäste aufnehmen. Es gibt aber kein Buffet. Auch Wellnessbereiche bleiben vorerst geschlossen. Jetzt hoffen Seibold und seine Kollegen, dass die Kunden wieder Vertrauen fassen.

Allerdings hat Schömberg mit dem Ruf zu kämpfen, ein Corona-Hotspot zu sein. Dabei liege die Zahl der aktuell Infizierten bei fast null, gibt Ursula Buchleitner zu bedenken. Sie ist bei der Touristik und Kur (TuK) die Koordinatorin zwischen der Gemeinde, dem Restaurantpächter im Kurhaus sowie dem dortigen Veranstaltungsbereich. "Die Realität sieht vollkommen anders aus als die Statistik", macht Buchleitner deutlich. Sie spricht von einem psychologischen Effekt, sieht in der derzeit schwierigen Situation aber auch eine Chance: "Es kann nur noch besser werden." TuK-Leiterin Marina Moser setzt deshalb auf neue Ideen und Konzepte. Dem kann Seibold nur zustimmen. Nach seiner Auffassung muss einiges umgekrempelt werden: "Wir brauchen die Bereitschaft zum Risiko."

Betriebe stehen doppelt unter Druck

Dabei sind die Betriebe doppelt unter Druck. So sei wegen der Hygienemaßnahmen der finanzielle Aufwand wesentlich größer als vor der Corona-Krise, gibt Buchleitner zu bedenken. Auch der Planungsaufwand sei wesentlich größer, fügt sie hinzu. "Es gibt Lieferzeiten ohne Ende", so Seibold. Andererseits sind wegen der Abstandsregeln die Kapazitäten in den Betrieben wesentlich kleiner. So kann Seibold in seinem Café jetzt nur 36 Gäste bedienen. Vor der Coronazeit waren es 100, rechnet Seibold vor. Das gilt auch für das Kurhaus, macht Moser deutlich. Während vor der Krise 450 Plätze zur Verfügung standen, ist der Kursaal jetzt schon mit 100 Plätzen voll.

Weil Großveranstaltungen momentan ohnehin nicht möglich sind, setzt die TuK auf 2021. So gibt es im Herbst des nächsten Jahres in Schömberg ein Kirschtortenfestival, verrät Moser. Der Wettbewerb werde bundesweit ausgeschrieben. Auch ein Workshop soll angeboten werden. Im Ort gibt es eine Bilderstrecke. "Die Feinheiten werden momentan geplant", so Moser. Darüber hinaus ist ein Terrassen-Sommerfest mit Musik und einer Beleuchtung im Kurpark geplant. Außerdem sollen zehn bis 15 Skulpturen des Künstlers René Dantes über einen längeren Zeitraum im Kurpark zu sehen sein. Und natürlich ist der neue Aussichtsturm in Oberlengenhardt, der gerade gebaut wird, ein zentrales Thema bei der Vermarktung des Ortes. Am Turm wollen die beiden einheimischen Investoren Michael und Jürgen Wernecke eine rund 300 Meter lange Fly-Line (schienengeführte Seilbahn) und einen etwa 600 Meter langen Flying-Fox (Stahlseilrutsche) verwirklichen. In der Corona-Krise seien die dazu notwendigen Tests für das geforderte Lärmschutzgutachten aber nicht möglich gewesen, berichtet Moser. Doch diese Projekte würden zeitverschoben verwirklicht, versicherte die TuK-Leiterin.

Auch Seibold hat große Pläne, die der Gemeinderat bereits absegnete. Die Vorhaben für einen größeren Wellnessbereich sowie mehr und größere Zimmer hat Seibold um zwölf Monate verschoben. Im nächsten und übernächsten Jahr werde er die Millioneninvestition aber verwirklichen, sagt er. "Die Schockstarre ist überwunden", freut sich Seibold, der sich auf den Startschuss für die Saison an diesem Pfingstwochenende freut. Auch die Belegung in den Kliniken steige langsam wieder, so Moser. Sie ist darüber erleichtert, dass ab 1. Juni wieder kulturelle Veranstaltungen bis 100 Personen mit festen Plätzen und den entsprechenden Hygienemaßnahmen möglich sind.

"Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie der Ort ohne Touristen und Klinikgäste aussieht", sagt Seibold. Buchleitner hofft, dass nicht nur Gäste, sondern auch die einheimische Bevölkerung das Potenzial von Schömberg wieder mehr zu schätzen weiß. Dies gelte auch im Hinblick auf schöne Natur, ergänzt Seibold. Hier gebe es die Möglichkeit abzuschalten. Er hofft, dass der für Schömberg so wichtige Einzelhandel jetzt auch wieder mehr Umsätze mache. Es müssten wieder alle Zahnräder ineinander greifen.

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