Und schon wieder wach: Viele Zollernälbler leiden unter Schlafstörungen. Foto: samuel – stock.adobe.com

Probleme beim Einschlafen haben viele Menschen. Jeder zweite Befragte hatte laut einer Forsa-Umfrage schon einmal Einschlafschwierigkeiten. Die AOK legt nun Zahlen und Daten für den Zollernalbkreis vor. Dieser ist demnach stärker betroffen als Nachbarregionen.

Zollernalbkreis - Deutschlandweit leiden Untersuchungen zufolge 15 Prozent der Erwachsenen an einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung – Tendenz steigend. Diesen Trend zeigt auch eine aktuelle Datenauswertung der AOK. Demnach befanden sich im Zollernalbkreis zuletzt 6852 Versicherte wegen einer Schlafstörung in ambulanter oder stationärer Behandlung. Das sind 6,4 Prozent aller AOK-Versicherten. Fünf Jahre zuvor waren es noch 5797 Fälle. In ganz Baden-Württemberg waren 198 347 betroffene Versicherte wegen Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung, was 4,4 Prozent aller Versicherten ausmacht.

Mit jährlich 2,8 Prozent mehr Schlafstörungen hat der Zollernalbkreis im Vergleich zu den Nachbarlandkreisen Tübingen (3,4 Prozent Steigerung) und Reutlingen (4,8 Prozent Steigerung) zwar eine geringere Steigerung. In absoluten Fallzahlen und damit auch im Anteil an allen Versicherten nimmt der Zollernalbkreis bei schlechtem Schlaf aber den Spitzenplatz in der Region Neckar-Alb ein. In Tübingen etwa zählte die Kasse zuletzt mit 3656 nur fast halb so viele Diagnosen.

Verschiedene Ursachen

Bezüglich des Alters der Betroffenen lässt sich feststellen, dass Schlafstörungen im Kindes- und Jugendalter noch sehr selten vorkommen. Mit fortschreitendem Alter steigt die Diagnose aber kontinuierlich an und erreicht mit 65 Jahren einen Höchststand, wo sie bis ins Alter von 84 Jahren auf einem hohen Niveau verharrt.

"Schlafstörungen können verschiedene Ursachen haben", erklärt der AOK-Arzt Peter Zipp. "Dazu zählen Stress, Lärm und Sorgen oder ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus, aber auch hormonelle Veränderungen, organische und psychische Erkrankungen, Medikamente, Alkohol oder Drogen."

Den Anstieg von behandlungsbedürftigen Schlafstörungen erklärt sich der Mediziner mit dem zunehmenden Termin- und Leistungsdruck und den gestiegenen psychischen Belastungen im Arbeitsumfeld.

Aber auch zu viel abendliche TV- und Computer-Nutzung beziehungsweise die Gewohnheit, auf mehreren Kanälen erreichbar zu sein, tragen laut Zipp dazu bei. Der Mediziner betont, dass es für gesunde Menschen in keinem Alter normal sei, regelmäßig Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten zu haben. Wer dauerhaft keinen erholsamen Schlaf finde, tagsüber unter Müdigkeit und Unkonzentriertheit leide, solle einen Arzt aufsuchen.

Hausmittel helfen

Mit dem Verschreiben von Schlafmitteln sei das Problem jedoch nicht gelöst: "Verschreibungspflichtige Schlafmittel dürfen nur für eine begrenzte Zeit eingesetzt werden, da diese zahlreiche Nebenwirkungen haben und schnell abhängig machen."

Was gegen Schlafstörungen hilft, sei bisher nur in wenigen aussagekräftigen Studien untersucht. Mit am häufigsten eingesetzt werden Hausmittel: Betroffene trinken beispielsweise ein Glas warme Milch oder Baldriantee am Abend. Manchen hilft ein ausgedehnter Spaziergang vor dem Zubettgehen. Andere schwören auf ein heißes Bad oder Entspannungstechniken wie etwa autogenes Training.

Zipp empfiehlt "Maßnahmen zur Verbesserung der Schlafhygiene". Wer schlecht einschläft, sollte schwere Mahlzeiten vor dem Schlafengehen vermeiden, sowie keinen Alkohol oder Kaffee trinken. Auch von Fernsehen im Bett sei abzuraten, und man solle erst dann ins Bett gehen, wenn man müde sei.

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