Auch in diesem Jahr tritt die Festspielgruppe während des Schäferlaufs auf. (Archivbild) Foto: Geisel

Vor 70 Jahren wurde das Schäferlaufstück von Eugen Memminger zum ersten Mal aufgeführt. Das heißt, dass in diesem Jahr gleich zwei große Feiern in Wildberg anstehen: 300 Jahre Schäferlauf und 70 Jahre Festspielgruppe. Dazu kommt eine besondere Führung am 7. April.

Im Jahr 1954 feierte „Der Klosterschäfer und des Teufels Puppenspieler“ Premiere. Seither ist das Stück von Ehrenbürger Eugen Memminger nicht mehr aus dem Programm des Wildberger Schäferlaufs wegzudenken. 70 Jahre Geschichte und 70 Jahre Laienspielgruppe stehen hinter den Aufführungen, die den Wildberger Schäferlauf eröffnen.

 

Die Darsteller stammen meist aus der Wildberger Bevölkerung. Sie treffen sich schon Monate vor dem Schäferlauf, um ihre Darbietung einzustudieren. Viele spielen seit Jahren oder gar Jahrzehnten mit, manche bereits in der zweiten oder dritten Generation. Es kommt aber auch immer wieder frisches Blut dazu. Regie führt seit einigen Jahren Lea Ammertal, die begeisterte Hobbydarstellerin Anja Roth zeichnet für das Organisatorische verantwortlich.

In diesen Bereich fiel beispielsweise die Beschaffung einiger dringend benötigter Utensilien. Spendengeldern von vor zwei Jahren investierten die Darsteller daher in ihr Equipment. Der Verein der Schäferlauffreunde Wildberg stellte sich als „Verwalter“ bereit, da die Festspielgruppe über kein eigenes Bankkonto verfügt. Unter anderem wurden neue Kostüme für die Gassenbuben sowie erstmals Kostüme für Gassenmädchen beschafft.

Neue Kostüme in eigener Hand

Die Kostüme für die Hochzeitsgesellschaft liehen sich die Darsteller bislang zu jedem Schäferlauf von Privatleuten aus. Nun verfügen sie über eigene, passende Kleidung. Und auch Stoffele hat ein neues, handgenähtes Kostüm erhalten. „Sowas bekommt man fertig gar nicht“, weiß Anja Roth.

Der Häbe hat eine neue Hose gebraucht – und bekommen. Für den Müller gab es einen schicken braunen Ledergürtel mit Lederscheide und schönem Dolch, die das bisherige „Provisorium“ ersetzen. Der Geiger wird in diesem Jahr erstmals seine neuen Handschuhe tragen.

Die Festspielgruppe besitzt nun neue Kostüme. Foto: Geisel

Die Proben für das Festspiel zum diesjährigen Schäferlauf laufen bereits auf Hochtouren. „Wir haben zwei maßgebliche Neubesetzungen mit Vivien Kühnle als neue Schäfer-Agnes und Christoph Dreher, der Marc Vollmer als Schäfer-Jakob ablöst“, erzählt Lea Ammertal.

Neue Darsteller im Geburtstagsjahr

„Letzterer hat zu unserem großen Bedauern im vergangenen Jahr seinen Rücktritt von dieser Rolle, die er mit Herzblut überzeugend verkörperte, erklärt. Daneben haben wir mit Jakob Gärtner auch ein neues Stoffele und die bisherige Darstellerin der Agnes, Kristin Börner, verkörpert 2024 das Bärbele (zuvor Anja Roth).“ Damit sind alle Rollen besetzt und der diesjährige Stab konnte bereits gut zusammenfinden. Einige Mitglieder der Festspielgruppe feiern 2024 zudem ein Jubiläum.

Besondere Führung am 7. April

Der Termin
 für die besondere Führung im doppeltes Schäferlaufgeburstagsjahr ist der Sonntag, 7. April. Um 14 Uhr startet die Führung vor dem Wildberger Rathaus. Gäste zahlen fünf Euro pro Person, ermäßigt drei Euro, Kinder bis 14 Jahre sind frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das Thema
der Führung wird das Festspiel sein. Anja Roth und Wilfried Müller sind langjährige Darsteller und zugleich Gästeführer der Stadt. Gemeinsam werden sie den etwa eineinhalb Stunden dauernden Rundgang durch die Stadt leiten. Dabei werden Figuren des Festspiels lebendig, Auszüge zum Besten gegeben und die originalen Stätten aus dem Heimatstück besichtigt.