Notdürftige Behausung Foto: Kolpingfamilie

Es fehlt am Notwendigsten: Essen, Wasser, Medikamente, Kleidung, ein Dach über dem Kopf: Dies berichtet Benediktiner Jorge Blanco von der Abtei Königsmünster an die Kolpingsfamilie Salzstetten.

Waldachtal-Salzstetten - Die Situation im Salzstetter Missionsprojekt in Mosambik in Ostafrika hat sich nach schrecklichen Terror-Angriffen noch nicht grundlegend gebessert, ganz im Gegenteil. Die Situation bleibt angespannt und gefährlich. Denn: "Die einstigen Städte und Dörfer sind geplündert und zu Geisterstädten und –dörfern geworden", teilt Pater Jorge Blanco mit. Und: "Polizei und Armee sind nicht präsent." Das mosambikanische Militär ist mutmaßlich überfordert und nahezu machtlos.

Fast dreieinhalb Jahre nach den ersten Angriffen der islamistischen Rebellen ist die Lage der Provinz Cabo Delgado immer noch sehr schwierig. Blanco: "Aus dem Bezirk Mocimboa da Praia, der größten Stadt im Norden des Landes mit den umliegenden Dörfern, wo ich als Missionar tätig war, sind alle Bewohner – etwa 130 000 Menschen – geflüchtet", schreibt der Pionier für den Aufbau des neuen Benediktiner-Klosters. Verhängnisvoll: "Viele sind weite Strecken zu Fuß gelaufen, um in sichere Regionen zu gelangen." Sie haben es bis Montepuez, Nampula und sogar bis Pemba geschafft, wo sie nun unter harten Bedingungen leben müssen.

Tausende von Familien suchen eine Zuflucht

"Alte Menschen, Kinder, Frauen und Männer – tausende von Familien suchen eine Zuflucht. Die, welche Glück hatten, sind bei Verwandten oder Freunden untergekommen, doch die meisten leben immer noch irgendwo auf der Straße." Die Kinder können nicht in die Schule gehen. Generell ist die Ausbildungs-Infrastruktur mangelhaft. Durch Covid-19 wird all das noch komplizierter.

"Die Zukunft der Hilfsaktion ist noch sehr ungewiss, denn eine Rückkehr nach Mocimboa und Umgebung ist noch ausgeschlossen, obwohl laut Regierung angeblich wieder Frieden herrscht,"teilt der Missions-Benediktiner mit. In Cabo Delgado bekriegen selbsterklärte islamistische Gotteskämpfer die eigene Bevölkerung. Die fürchterlichen Gewaltakte werden den islamistischen Terroristen der Al Shabbab-Miliz zugeschrieben. Die Lage vor Ort ist wahrlich desaströs.

"Die Schwestern aus Pemba, mit denen ich Kontakt habe, bemühen sich, den Flüchtlingen zu helfen," freut sich der Benediktiner-Pater über einen Funken Hoffnung. "Das Geld, das wir alle dorthin geschickt haben, kommt den Menschen, die in ihrer Not den Alltag bewältigen müssen, zugute," Zwischen dem 1. Dezember 2020 und dem 19. Februar 2021 haben die Schwestern 8440 Euro an Spendengeldern von der deutschen Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede bekommen. Davon ist auch ein kleiner Anteil aus Salzstetten. "Vielen Dank für euer großes Herz!," zeigt sich Blanco dankbar. "Durch eure Hilfe kann jeden Monat 15 Familien mit jeweils zehn bis 30 Familienmitgliedern durch die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Kleidung und Medikamenten geholfen werden," führt der Pater in seinem Osterbrief an. "Für fünf Familien, die auf der Straße lebten, wurden kleine Grundstücke und Baumaterial finanziert. Einige Seminaristen und Schüler konnten auch mit etwas Taschengeld und Arbeitsmaterial unterstützt werden. Ebenso konnte man jungen Arbeitslosen helfen, wieder eine Arbeit zu finden."

Ordensschwestern halten Hilfeleistungen aufrecht

Ordensschwestern mit Mutterhaus in Spanien springen in die Presche und halten Hilfeleistungen aufrecht. Die Schwesterngemeinschaft "Hermanas del Santisimo Sacramento" in Pemba genannt, wird von der aus Mexiko kommenden Oberin Ofelia Robledo Alvarado geleitet. Schon Mitte Mai 2020 verübten Terror-Milizen einen Überfall auf die Kloster-Neugründung der Benediktiner in N’Nango.

Der Benediktiner-Pater dankt im Namen aller Notleidenden in Mosambik herzlich für die Spenden aus Salzstetten und Waldachtal. Die Situation in Mosambik, einem der ärmsten Länder der Welt, macht betroffen. Kolpingsfamilie und Spender aus Salzstetten, Waldachtal und Umgebung sind schockiert und halten den Atem an. Pater Jorge Blanco will Weiteres an die Kolpingsfamilie berichten, sobald er Genaueres über die Situation im Salzstetter Missionsprojekt in Erfahrung bringen kann. Jedenfalls dankt er für jegliche Unterstützung von Salzstetten: "Vielen Dank an alle, die weiterhin mit ihren Spenden die Menschen in Mosambik unterstützen!".

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