Bei einem Wohnungsbrand in der Schwarzwaldstraße in Rottweil sind in der Nacht auf Sonntag zwei Menschen ums Leben gekommen. Foto: Feuerwehr/Schulz

Sohn einer türkischen Familie und sein Freund kommen in Flammen um. Keine Hinweise auf fremdenfeindliche Tat.

Rottweil - Bei einem Wohnungsbrand in Rottweil sind der Sohn einer türkischstämmigen Familie und dessen deutscher Freund ums Leben gekommen. Polizei und Staatsanwaltschaft betonen: Es gebe keine Anhaltspunkte für eine fremdenfeindliche Tat.

Es ist eine schreckliche Bilanz. Eine alteingesessene türkische Familie verliert durch einen Wohnungsbrand in der Nacht auf Sonntag den 15-jährigen Sohn. Sein deutscher Freund, der im Haus übernachtet hat, kommt ebenfalls in den Flammen ums Leben. Zwei weitere Personen werden schwer verletzt, da sie sich vor den Rauchgasen und den Flammen nur durch einen Sprung aus dem Fenster retten können. Vier Meter tief fallen sie. Dabei ziehen sie sich Knochenbrüche zu. Ein Verwandter der Familie wird leicht verletzt, zwei weitere können sich ohne Blessuren ins Freie retten. Zudem hätten sich vier Feuerwehrleute verletzt - zwei an den Händen wegen herunterfallender Ziegel, zwei hätten Schwächeanfälle gehabt. Das sind die Fakten.

Doch es schwingt mehr mit am Morgen danach. Um jeglichen aufkommenden Verdacht einer fremdenfeindlichen Tat im Keim zu ersticken, betont der vorübergehende Polizeipräsident Alexander Pick bei einer anberaumten Pressekonferenz im Feuerwehrgerätehaus, es gebe keine Hinweise auf eine fremdenfeindliche Tat. "Dieser Gedanke blitzt ja hier sofort auf." Doch man habe "keine Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Brandlegung". Dies könne man mit "sehr hoher Wahrscheinlichkeit" ausschließen.

Die türkische Familie lebe seit Generationen in Rottweil. Der ums Leben gekommene Sohn ist in der Stadt geboren worden. Die Eltern betreiben eine Firma und beliefern die Industrie mit Produkten der Vakuumtechnik. Bereits die Großeltern hätten in der Stadt ein Geschäft betrieben. Pick verspricht, mit hoher Sensibilität die Umstände zu untersuchen. Deshalb sei die Ermittlung sehr schnell auf der Ebene des Polizeipräsidiums Tuttlingen angesiedelt worden.

Überhaupt soll die Pressekonferenz die Botschaft über mitteln, dass es den Behörden überaus wichtig ist, Licht ins Dunkel zu bringen. Denn die Brandursache steht noch nicht fest.

Mustafa Keskinsoy, der Vorstandsvorsitzender der türkisch-islamischen Gemeinde in Rottweil, sagt, er sei zuversichtlich und habe keine Bedenken, was die Ermittlungen der Polizei anbelange.

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