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Rottweil Zeichnungen als Bilderbuch des Lebens

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Wahrnehmungen seines Lebens setzt Frank Burkard zeichnerisch in Szene. Foto: Siegmeier Foto: Schwarzwälder Bote

Inlays – Kompositionen aus Fundholz und Malerei – bestimmten in den vergangenen Jahren das künstlerische Schaffen von Frank Burkard. Seit kurzem begeistert er mit einer ganz neuen Richtung: Zeichnungen.

Rottweil. Motiviert und voller Tatendrang wuselt Frank Burkard durch sein Atelier in der Flöttlinstorstraße und zieht eine Handzeichnung nach der anderen hervor – allesamt beeindruckend. Mit wenigen kraftvollen Linien verleiht Burkard den Porträts und Aktzeichnungen einen ganz besonderen Ausdruck. Und, was dem Betrachter, der den Künstler nicht näher kennt, verborgen bleiben dürfte: Die Motive sind Menschen, Wahrnehmungen und Empfindungen aus Burkards Leben.

Seit vergangenem Jahr schreibt Burkard an seiner Autobiografie "Im Licht des Schattens", die bis zum nächsten Sommer fertig werden soll, erzählt er bei Kaffee und der obligatorischen Gauloises. Viele Erinnerungen und Emotionen seien seither wieder geweckt worden, die er mit seinen Zeichnungen nun möglicherweise wie eine Art Bilderbuch seines Lebens in kleinen Episoden festhält. Da gibt es beispielsweise die "Psychiaterin im Nervenkostüm", den "Weinhändler, befangen", den "Engel, an die Wand gelehnt", oder ein Porträt des früh verstorbenen Rottweiler Künstlers Peter Weißhaar, dem Burkard den Titel "Rottweiler Freiheitskämpfer" gegeben hat. Weißhaar, einst Kunstlehrer von Burkard am Albertus-Magnus-Gymnasium und guter Freund, hatte ihn zu seinem Studium ermutigt. "Von ihm habe ich die meisten Impulse erhalten. Er war mein entscheidendster Lehrer".

Aber auch klassische Aktzeichnungen sind darunter, ein Porträt des Musikers Paul Kuhn und viele mehr. Ab dem 10. September zeigt Burkard seine Arbeiten anlässlich seines Geburtstags mit der Ausstellung "47 Jahre – 47 Zeichnungen" vier Wochen lang in der Rottweiler Volksbank.

Bereits in Studienzeiten – Burkard studierte an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, am Institut der bildenden Künste unter anderem bei Gerhard Birkhofer und Peter Staechelin Malerei – füllte Burkard Skizzenbücher mit Grafiken. Besonders die Antifa-Kunst der DDR, die Künstler Fritz Cremer, Käthe Kollwitz und Ernst Barlach inspirierten ihn. In Berlin habe er einst viele Stadtansichten, vor allem am Käthe-Kollwitz-Platz am Prenzlauer Berg, gemalt, die mittlerweile aber alle verkauft seien.

Dennoch hat er auch heute noch ganz persönliche Beziehungen zu Berlin, da hier mittlerweile seine Tochter Jule lebt. "Zeichnen ist die Basis jeglichen künstlerischen Schaffens", betont Burkart, der über mehrere Semester als Lehrbeauftragter am Institut der bildenden Künste an der Pädagogischen Hochschule Freiburg tätig war. Und wenn er gerade nicht sein Leben skizziert, arbeitet Frank Burkard am Kreuzweg für eine katholische Kirche in der Region – übrigens sein erster Auftrag im Bereich Sakralkunst, den er vor einigen Monaten voller Begeisterung begonnen hat.

Die Auseinandersetzung mit der Passionsthematik ist indes kein Neuland für den Künstler, zu dessen Studienfächern auch die katholische Theologie zählte. Ein Freund war Impulsgeber für den Kreuzweg, der nun Stück für Stück entsteht. Vier Stationen – alles sehr ausdrucksstark, mit plastischen, farbigen, aber auch typografischen Segmenten – sind bereits fertig und können im Atelier angeschaut werden. Die weiteren zehn Stationen sind im Entstehen. "Bis April will ich damit durch sein", plant Burkard. Mit seinem Atelierteam, das aus acht Personen besteht, trifft er sich täglich und diskutiert mit ihnen neue Ideen. "Das ist sehr inspirierend und wichtig für meine Arbeit."

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