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Rottweil Test-Turm: Bauzeit offiziell beendet

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Die Membran ist dran, das letzte Gerüst wird abgebaut: Projektleiter Hardy Stimmer (links) ist fertig, Turmchef Michael Klein gratuliert. Foto: Otto

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Rottweil - "Merken Sie was? Sie müssen keinen Bauhelm mehr tragen!" Tatsächlich: Keine Stahlteile mehr, die über die Köpfe der versammelten Presse hinwegschweben, keine Absperrungen mehr, die die Besucher über das Gelände lotsen: Thyssen-Krupp hat die Testturm-Baustellenzeit am Mittwoch offiziell beendet. Der Turm ist fertig. Und Ingenieur Hardy Stimmer, Projektleiter von Thyssen-Krupp Real Estate, macht keinen Hehl aus seiner Gemütslage: "Ich bin echt traurig. Es war eine tolle Zeit in Rottweil."

Gleichzeitig strahlt er an diesem Tag freilich übers ganze Gesicht. Die Membran ist – wenn auch zeitverzögert – geschafft, das ganze Projekt liegt im Budget, und nicht zuletzt ist Stimmers größter Wunsch in Erfüllung gegangen. Bei der Grundsteinlegung vor fast genau drei Jahren hatte er ihn auf einen der Zettel geschrieben, die in einer Kapsel in 30 Meter Tiefe hinuntergelassen wurden: Eine Baustelle ohne Unfall hatte er sich gewünscht – und es ist wahr geworden. "Das ist das größte Geschenk, abgesehen von dem Bauwerk an sich", sagt er, während neben ihm das letzte Gerüst abgebaut wird.

Zur Freude über den Baustellenabschluss gesellt sich bei Thyssen-Krupp jene über die große Besucherresonanz: Seit 13. Oktober ist der Turm für die Öffentlichkeit zugänglich. "Wir liegen schon jetzt bei über 25 000 Besuchern", erklärt Turmchef Michael Klein. Herausragend sei das Wochenende 31. Oktober/1. November gewesen: Jeweils 5000 Menschen haben an diesen Tagen die Aussichtsplattform besucht. Ansonsten seien die Besucherzahlen natürlich wetterabhängig. Wer kommt, will schließlich die Aussicht aus 232 Metern Höhe genießen. Zudem werden derzeit die Rottweiler Stadtführer geschult, die künftig Touren inklusive Besucherplattform anbieten werden. Und wie Klein verkündet, ist jetzt auch die Internet-Seite zum Online-Ticketkauf freigeschaltet.

Hinter den Kulissen wird derweil weiter getüftelt: zum einen natürlich am neuen Aufzugssystem Multi, das in den Schächten des Turms zur Marktreife gebracht wird, zum anderen am Beleuchtungskonzept für den Turm. Nach einer Bemusterung soll laut Hardy Stimmer im Februar mit dem Vorstand entschieden werden, in welche Richtung es geht. Im Januar wird außerdem der Kran vom Deckel des Turms per Hubschrauber heruntergeholt, die Baustelleneinrichtung wird zurückgebaut und Bäume müssen gepflanzt werden.

Hardy Stimmer und Klaus Strohmeier vom Generalunternehmen Züblin blicken zufrieden zurück: Auch in kniffligen Situation habe man immer gemeinsam nach Lösungen gesucht, betont Strohmeier. "Es war allen von Anfang an klar, dass hier etwas Einmaliges entsteht." Jetzt könne man, so Stimmer, "erhobenen Hauptes" gehen.

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