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Rottweil Starke Zeichen für sanfteren Weg

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An einer Deckenleuchte wird eine Halogenlampe (rechts) gegen eine energiesparende LED-Lampe ausgewechselt. Nach der Glühbirne ist in der EU nun auch die Halogenlampe offiziell vom Markt verschwunden. Foto: Pleul Foto: Schwarzwälder Bote

Was bedeutet European Energy Award (EEA)? Otto-Normalverbraucher kann mit der schon vor vielen Jahren in Umlauf gebrachten Begrifflichkeit bis heute wenig anfangen. Dabei hat EEA für eine intelligente Energiewirtschaft direkt vor Ort eine Menge zu bieten.

Kreis Rottweil. Zu Handlungsweisen und Strategien in Bezug auf den Energieverbrauch lässt sich der Landkreis Rottweil seit geraumer Zeit auf den Prüfstand stellen, um beim EEA positiv zertifiziert zu werden. Das gelingt auch in zunehmender Weise. Bei den für das Testat erforderlichen Hausaufgaben gibt es vielfach beachtlich gute Note. Jetzt wird sogar eine Versetzung in die Gold-Kategorie angestrebt, was bisher nur ganz wenige kommunale Teilnehmer geschafft haben.

Das Spektrum an zu bewertenden Aktivitäten reicht von der Bewirtschaftung kommunaler Gebäude bis zur Kommunikation und Kooperation mit der Bevölkerung. Dass Stichworte wie Versorgung, Entsorgung, Mobilität sowie Entwicklungsplanung und Raumordnung zum Kriterienkatalog gehören, dürfte ebenfalls nicht überraschen.

Mit Peter Küppers, dem früheren Chef der ENRW, Rolf Halter von der Energieagentur des Landkreises sowie dem seit diesem Jahr beim Landratsamt amtierenden Klimaschutzmanager Roland Stolarczyk sind im Kreis-Auftrag drei Protagonisten im Ring, die nicht zuletzt mit Blick auf die Energieverbrauchsbilanz wichtige Fingerzeige für ein ressourcenschonendes Wirtschaften geben. Diese Handreichung ist gleichermaßen für politische Entscheidungsträger, Unternehmen und private Haushalte gedacht.

Dass man sich beim anspruchsvollen EEA-Check mit einem Zielerreichungsgrad von mittlerweile 74,9 Prozent in Szene setzen kann, gilt als Markenzeichen für ein nachhaltiges umweltbewusstes Agieren, das beim Wirtschaften des Landkreises bis 2050 gar in einer klimaneutralen CO2-Bilanz münden soll. Mit dieser Marschroute sind im Kreisgebiet auch Städte und Gemeinden wie Oberndorf und Deißlingen unterwegs. Mit vielen Maßnahmen, die von "Sonnenstrom"-Projekten über dezentrale Energieversorgungseinrichtungen (unter anderem mit Blockheizkrafttechnik) bis zu Umstellungen bei der Straßenbeleuchtung (LED) ÖPNV (Anrufbus) und Fuhrparks (emissionsärmere Fahrzeuge) reichen, soll letztlich so gepunktet werden, dass tatsächlich eine Bilanz gezogen werden kann, die sich klimaneutral darstellen lässt.

Beim geplanten Landkreis-Szenario sind auch die Ziele ausgewiesen, bis 2050 die Stromversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien wie Sonne, Wasser, Wind und Biogas beziehen zu können, bei der Wärmeversorgung soll dies immerhin zu 40 Prozent gelingen.

Dies gilt vom natürlichen Potenzial aus gesehen als durchaus machbar. So kommt eine Potenzialflächenanalyse für die Gemeinde Bösingen mit ihren gut 3500 Einwohnern zum Ergebnis, dass dort der Strombedarf der privaten Haushalte zu 500 Prozent aus Windkraftnutzung und zu 120 Prozent aus Solaranlagen gewonnen werden könnte. Soll auch heißen: Mit energetischen Netzwerken auf regionaler Ebene könnten sich in Zukunft besonders effizient Strukturen für eine verstärkte Versorgung auf kurzen Wegen mit entsprechend geringen Leitungsverlusten schaffen lassen.

Ein zentrales Scharnier bei dem Mühen für die Energiewende bilden vor Ort die Energieagenturen. Rolf Halter kann diesbezüglich auf ein großes Beratungsangebot mit Checks für Gebäude (Heizung, Dämmung) und deren Gerätetechnik verweisen. Da zeigten sich nahezu ausnahmsweise enorme Einsparpotenziale. Anschaffungen älteren Datums wie Kühlgeräte oder Fernseher seien große Energiefresser. Manch einer habe im Keller noch ein größeres Lager an Glühlampen. Diese gehörten eigentlich ebenfalls aus dem Verkehr gezogen, der Ersatz durch eine LED-Leuchte amortisiere sich nämlich in kurzer Zeit.

Mehr Werbung in Form griffiger Beispiele wünscht sich Kreisrat Bernd Richter (ÖDP) von der EEA-Troika des Landkreises. Da dürften die Botschaften nicht allzu abstrakt daherkommen.

Zum Hinweis von Klaus Dieter Thiel (CDU), dass doch auch das Handwerk in Sachen Energiemanagement gute Checks und Lösungen liefern könne, gibt es von den Rottweiler EEA-Strategen keinen Widerspruch. Wichtig sei ein guter Schulterschluss aller Beteiligten, wird betont.

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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