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Rottweil Region in Nepal nur nach langem Fußmarsch zu erreichen

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Rottweil-Hausen (rd). Seinen zweiten Nepal-Tag hat der Verein "Spenden für Nepal" am Sonntag in der Festhalle in Hausen veranstaltet. Seit zwei Jahren sammeln die Mitglieder des Vereins Spenden für die Opfer eines schweren Erdbebens, das 2015 rund 8800 Menschen in Nepal das Leben gekostet hat und bei dem rund 80 000 Menschen ihre Häuser verloren.

Die beiden Vorsitzenden Wilfried Geißler und Frank Widmaier sind passionierte Bergsteiger, die bereits mehrfach in Nepal waren und so Land und Leute kennen und schätzen gelernt haben. "Die Leute dort haben buchstäblich nichts, doch sie haben etwas, was vielen Menschen hierzulande abhanden gekommen ist – Zufriedenheit", sagte Wilfried Geißler im persönlichen Gespräch.

So wurden am Sonntag in Hausen nicht nur die bisherigen Erfolge vorgestellt oder von Frank Widmaier ein Bildervortrag über Land und Leute präsentiert, es waren auch wie beim ersten Nepal-Tag vor einem Jahr wieder Anna und Rainer Claußnitzer vor Ort und stellten ihre Arbeit vor.

Das pensionierte Ärzte-Ehepaar aus Reutlingen ist drei- bis viermal im Jahr in der betroffenen Region im Arun-Tal zur Hilfeleistung unterwegs und gab in seinem Vortrag "Traum- und Alptraumprojekte seit dem Erdbeben in Nepal" mit vielen Bilder intensive Einblicke in die Situation vor Ort. Allein die Versorgung ist alles andere als leicht, denn die betroffene Region ist nicht mit Fahrzeugen, sondern nur nach einen dreitägigen Fußmarsch zu erreichen. Das heißt, dass alle Hilfsmittel – Geräte oder Medikamente – auf dem eigenen oder dem Rücken von Trägern hingeschafft werden müssen. Die Ärzte werden dabei mit typischen Krankheitsbildern in der Bevölkerung wie Verbrennungen wegen des offenen Feuers beim Kochen oder Augenkrankheiten durch die verräucherten Räume konfrontiert. Zudem gilt es, eine Trinkwasserversorgung wieder aufzubauen oder, wie in einem Beispiel berichtet, ein Dach eines Klosters zu reparieren, damit Jahrhunderte alte religiöse Schriftrollen trocken gelagert werden können.

Der Rottweiler Verein "Spenden für Nepal" arbeitet eng mit den Organisationen LiScha Himalaja (LiScha steht für Licht und Schatten, kümmert sich um Schulspeisungen und Patenschaften), Nepali Rotznäschen (Unterstützung von medizinischen Projekten und medizinischer Ausbildung), "WIR helfen Nepal - Amberg-Sulzbach" (Schulneubauten) und Eine-Welt-Kreis St. Nikolaus Wolbeck (ebenfalls Bau von Schulgebäuden) zusammen.

So steht für das Ehepaar Claußnitzer als eines der nächsten Projekte ein tragbares Sonografie-Gerät auf dem Programm. "Das hat heute nur noch die Größe eines Laptops", schwärmt Rainer Claußnitzer. Und das wäre für die Diagnostik von schwangeren Frauen vor Ort ein unschätzbares Hilfsmittel, wenn Leute vor Ort erst einmal mit der Handhabung ausgebildet sind. Denn der nächste Ort oder ein Krankenhaus sind drei Tagesmärsche entfernt. Noch viel Hilfe für Nepal ist notwendig, wurde in Hausen beim "Nepal-Tag" offenkundig. Und jede Hilfe ist wertvoll und willkommen.

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