Die Teilnehmer frühstücken blind und sind aufeinander angewiesen. Foto: Leinemann Foto: Schwarzwälder Bote

Inklusion: Projekt mit Selbsterfahrung / Teamarbeit wichtig

Rottweil. Auf ein erfolgreiches Jahr dürfen die Teilnehmer von "Doing Inklusion" zurückblicken: Im Rahmen des Inklusionsprojekts "Gieb" (Gestalten – Informieren – Erleben – Beteiligen ) und gefördert durch "Impulse Inklusion" des Sozialministeriums Baden-Württemberg erarbeitete das Team aus Walter Heiss, Monika Kimmich und Mathias Leinemann unter der Leitung von Simone Fader Techniken, wie Volkshochschul-Dozenten ihre Kurse entsprechend den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung gestalten können.

Doch nicht nur die Dozenten waren die Zielgruppe dieses Workshops – auch an Assistenten, die Volkshochschulkurs-Teilnehmer mit Behinderung zu den Kursen begleiten und ihnen im Kursverlauf zur Seite stehen, richtete sich das Angebot.

Im abgedunkelten Raum

Zum Abschluss des Projekts stand die Selbsterfahrung im Fokus: Die Teilnehmer frühstückten gemeinsam in einem abgedunkelten Raum mit aufgesetzten Augenbinden. So konnten alle in Ansätzen nachempfinden, wie es Menschen geht, die blind sind. Dass dabei das Frühstücksei auch mal im Orangensaft landete oder der Tomatensaft, den man schon eingeschenkt hatte, nicht schmeckte, tat der heiteren Stimmung der "blinden" Teilnehmer keinen Abbruch. Auch in dieser Stunde, in der alle auf den Sehsinn verzichten mussten, war das Miteinander im Team gegeben.

In der anschließenden Reflexion berichteten die Teilnehmer über ihre Erfahrungen. Das auf Video aufgezeichnete Frühstück brachte bei der Vorführung einige zum Schmunzeln. Manche hatten sich den Raum und die Tischanordnung ganz anders vorgestellt, doch in einem waren sich alle einig: Hat man Menschen mit Behinderung in Volkshochschul-Kursen, kommt es auf Teamarbeit, gute Kommunikation und Menschlichkeit an. Die Kursreihe wird im nächsten Jahr voraussichtlich fortgesetzt.

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