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Rottweil Nach Terror-Anschlag auf Synagoge: Politik setzt Zeichen der Solidarität

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Dicht umringt: Tatjana Malafy (Mitte) freut sich über den Zusammenhalt. Foto: Alt

Rottweil - "Diese Tat hat uns alle zutiefst erschüttert", ergreift Oberbürgermeister Ralf Broß vor der Rottweiler Synagoge das Wort. Er, die Stadtverwaltung aber auch viele Gemeinderäte, Landtagsabgeordneter Daniel Karrais, Bundestagsmitglied Volker Kauder und einige Bürger wollen am Freitagmittag ein Zeichen der Solidarität setzen.

Die Gruppe demonstriert Zusammenhalt, steht dicht beieinander, flankiert Tatjana Malafy, die Geschäftsführerin der Israelitischen Kultusgemeinde. Und die ist von der Geste zutiefst gerührt.

Wie die jüdische Gemeinde den Terror in Halle erlebt hat? Mehr gibt's im Video:

"Es gibt nicht nur zwei Todesopfer und Verletzte, sondern einen Anschlag auf unsere demokratische Grundordnung. Das betrifft uns auch hier in der Stadt", betont der OB. Ein Zeichen der Solidarität zu setzen bedeute, sich solidarisch mit der jüdischen Gemeinde in der Stadt; aber auch im ganzen Land zu zeigen. Ein solch sinnloses Morden könne nicht ohne Reaktion bleiben.

Ein Augenblick des Schweigens ist den Opfern und deren Angehörigen gewidmet. Dann ergreift Malafy das Wort. Sie habe in den vergangenen Tagen viele Nachrichten erhalten, in denen die Menschen ihre Betroffenheit zum Ausdruck gebracht haben. "Für viele ist es unbegreiflich, wie so etwas passieren kann", sagt sie, ausgerechnet an einem Tag wie dem jüdischen Versöhnungsfest Jom Kippur. "Wir haben nur gebetet. Wir haben an diesem Tag für alle Menschen gebetet, nicht nur für uns, für alle Mütter, Väter, dass Menschen etwas zu essen haben und in Frieden leben können", betont Malafy. An diesem Feiertag stünde die jüdische Welt still, alle Handys seien aus. So habe sie von dem Anschlag in Halle auch erst erfahren, als am frühen Mittwochabend die Polizei in die Synagoge gekommen sei, um mitzuteilen, dass ab nun Polizeischutz bestehe.

Mit der betroffenen Gemeinde in Halle pflege Malafy Kontakte. "Ich kenne die Gemeinde gut", sagt sie. Die Verantwortlichen dort hätten immer betont, dass sie Schutz benötigten. Dass nun auch die Synagoge in Rottweil bewacht werde, sorge bei den Gemeindemitgliedern für ein Gefühl der Sicherheit. Wie lange dieses aufrechterhalten werden kann, ist nicht gewiss. Laut Polizei hänge das von der aktuellen Gefährdungslage ab (wir berichteten in unserer Donnerstagsausgabe).

Sicherheit bleibt Thema

Am Sonntag feiert die jüdische Gemeinde auf dem Platz neben der Synagoge Sukkot, das Laubhüttenfest. "Wir hoffen, dass der Polizeischutz solange andauert", sagt Malafy mit Blick auf das Polizeiauto, das während der Solidaritätsbekundung vor der Synagoge neben dem neuen Spital wacht. Überhaupt, so die Geschäftsführerin, müsse eine Lösung her. Deshalb werde es in nächster Zeit auch ein Gespräch im Landtag geben, wo es um die Sicherheit der jüdischen Gemeinden gehen soll. Damit die Synagoge ein offenes Haus bleiben könne, müsse Sicherheitspersonal her. Als Reaktion auf den Terrorakt in Halle werden Nicht-Gemeindemitglieder nämlich derzeit nur mit vorheriger Anmeldung und unter Vorzeigen des Ausweises in die Synagoge gelassen. Dennoch ermutigt Malafy am Freitagnachmittag zu einem Besuch. "Wir freuen uns über Gäste."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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